Bauers DepeschenDienstag, 12. März 2013, 1071. DepescheFLAENURSALON LIVE![]() Freitag, 17. Mai: Familien-Bande im THEATER RAMPE (Vorverkauf). ![]() Samstag, 6. Juli: Hafen-Picknick am Neckarufer. ![]() Montag, 4. November: "15 Jahre Flaneursalon" im THEATERHAUS (Vorverkauf). ![]() ![]() SOUNDTRACK DES TAGES ![]() ![]() Aus der StN-Samstagsbeilage Solo zum Schönwetter-Thema "Raus!" ![]() ![]() SO GUT ![]() WIE DRAUSSEN ![]() Von Joe Bauer ![]() ![]() In der Regel kommt der Mensch nicht unter freiem Himmel zur Welt, und wenn er vernünftig ist, sucht er auch im Leben den Schutz des geschlossenen Raums. Er muss sich nicht wie der kleine Oskar in Günter Grass’ „Blechtrommel“ unter den Röcken der Großmutter verkriechen. Als Kokon empfiehlt sich eine Bar mit gut gedimmtem Licht. Das wäre ein wichtiger Schritt der Menschheit in Richtung Stil. ![]() Seit jeder Nachkomme der deutschen Pickelhaube glaubt, er müsse bei der Wahl seines Schankraums die Lebensart der Italiener oder Spanier nachäffen, geht es auf unseren Bordsteinen zu wie im Sommerschlussverkauf der schlimmsten Ramschläden: Alles muss raus! ![]() Die Frischluft-Gier, der Wahn, sich als cooler Outdoor-Abhänger mit Blasen-entzündungen zu adeln, erzeugt absurde Bilder. Gestresste Bachelor-Studenten mampfen im kältesten Winter Asia-Schlamm aus vereisten Pappkartons auf Gartensesseln. Provinzwirte stellen im Frühsommer Marktplätze mit Liegestühlen zu, und hinterwäldlerische Bürgermeister eröffnen – ohne Blickkontakt zu ihrem vergessenen Fluss – grausam beschallte „Stadtstrände“. Das ist das Dolce Vita des Draußensitzers. ![]() Sehr gern deckt er sich im Freien mit Rheumadecken zu, sitzt er nicht nikotinsüchtig unter Heizpilzen. Die Frage, ob es nicht peinlich ist, an einer hässlichen Straßenkreuzung mit der hochstaplerischen Bezeichnung „Platz“ im Abgas eines Fünfunddreißigtonners Prosecco zu schlucken, stellt sich längst nicht mehr. Wieso auch. Selbst in den Gärten vor den Halbhöhen-Villen genießt man den Gestank verkohlter Grillware auf Biobasis mit erotischer Lust. ![]() Da gilt als Anarchist, wer sich wehrt, sich von freilaufenden Kindern und spielenden Hunden unter Bordsteinmobiliar an die Stiefel pissen zu lassen. Der stattdessen seinen Panama aufsetzt und auf dem Weg in seine nicht von Tageslicht getrübte Bar dem Sandalenträger vor der Open-Air-Kaschemme auf die Zehen tritt. ![]() Der Kampf, la bella figura als lebenden Teil eines geschlossenen Gesamtkunstwerks zu begreifen, ist allerdings verloren. Wer sich als Gastwirt heute nicht ein paar Quadratmeter zum Servieren neben irgendeinem Gully ergaunert hat, dekoriert die Decke seiner ehrbaren Indoor-Anstalt am besten mit einem Strick. Als Gastronom ist er so gut wie draußen. ![]() ![]() KOMMENTARE SCHREIBEN IM LESERSALON ![]() ![]() FRIENDLY FIRE: ![]() NACHDENKSEITEN ![]() BLICK NACH RECHTS ![]() FlUEGEL TV ![]() RAILOMOTIVE ![]() EDITION TIAMAT BERLIN ![]() Bittermanns Fußball-Kolumne Blutgrätsche ![]() VINCENT KLINK ![]() KESSEL.TV ![]() GLANZ & ELEND ![]() ![]() |
![]() Auswahl![]() |