Bauers DepeschenSamstag, 23. Mai 2020, 2216. Depesche![]() ![]() ![]() Kolumne ![]() LIEBE GÄSTE, ![]() hier findet man meine NEUE KOLUMNE in der aktuellen Kontext:Wochenzeitung: ![]() HIRNQUARANTÄNE ![]() Alle zwei Wochen schreibe ich einen Beitrag für das Stuttgarter Online-Magazin, das samstags als Print-Ausgabe der Taz beiliegt. ![]() ![]() TAG 68 - KÜNSTLERSOFORTHILFE: ![]() WAS ZAHLEN ÜBER KULTUR SAGEN ![]() Schönen guten Tag. Das eigentliche Verhängnis kultureller/künstlerischer Arbeit ist das fehlende gesellschaftliche Bewusstsein gegenüber der Bedeutung dieser Berufe. Bis heute spiegelt ein sarkastisch gemeinter Dialog die Realität des Denkens: „Was bist du von Beruf?“ - „Musiker“. - „Und wovon lebst du?“ ![]() In der jetzigen Krise tauchen immer öfter Hinweise auf den enormen „Wirtschaftsfaktor“ der Kultur- und Kreativwirtschaft auf. Es gibt beeindruckende Zahlen. Etwa, dass in der Bundesrepublik der Anteil am BIP (Bruttoinlandsprodukt) bei drei Prozent liegt und die Kultur- und Kreativwirtschaft mit 100,5 Milliarden Euro 2018 die höchste Wertschöpfung aller Branchen hinter der Automobilindustrie (166,7 Milliarden Euro) hat. ![]() Im Kultur- und Kreativbereich arbeiten 1,7 Millionen Menschen, darunter eine halbe Million sogenannter geringfügig Beschäftigter (im Fahrzeugbau sind 1,1 Millionen Menschen beschäftigt). In der Fußballsaison 2017/18 haben 21,4 Millionen Besucher*innen die Spiele der ersten, zweiten und dritten Liga verfolgt. 34 Millionen dagegen waren im Theater oder in einem klassischen Konzert. 114 Millionen Karten wurden in Museen, 118 Millionen Tickets in mehr als 1700 Kinos verkauft. ![]() Statistiken über die Wirtschaftlichkeit der Kultur sind allerdings relativ, denn vieles geht nicht ohne staatliche Förderung. Und damit sind wir beim wichtigsten Punkt: Subventionen werden in der Politik viel zu oft als gönnerhafte Unterstützung betrachtet. In Wirklichkeit sind sie für das gesellschaftliche Leben so wichtig wie Bildungsarbeit oder medizinische Versorgung. Während in andere Bereichen ganz selbstverständlich Steuergeld fließt, spricht man in der Kultur bis heute von „Subvention“, als handle es sich um eine luxuriöse Spende. Diese Haltung muss sich zwingend ändern, um die mehrheitlich prekären Bedingungen in der kulturellen Arbeit abzuschaffen. Auch ist es nicht immer hilfreich, den „Wirtschaftsfaktor“ zu betonen, da die Kombination Kultur- und Kreativwirtschaft etwas schwammig definiert ist – und sich leicht vorstellen lässt, wie die Ergebnisse kultureller Arbeit von der neoliberalen Politik nur noch mit Blick auf Profitaussichten und als Image-Produkte behandelt werden. Der Staat hat die Pflicht, im Sinne einer demokratischen Gesellschaft Kunst zu fördern und die Menschen in diesem Bereich angemessen zu bezahlen. ![]() Damit zurück ins reale Leben: Als Künstlersoforthilfe Stuttgart sind wir nach wie vor in der Lage, in Notfällen zu helfen. ![]() >> Infos für Spenden und Anfragen gibt es hier: ![]() KÜNSTLERSOFORTHILFE ![]() |
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