Bauers DepeschenFreitag, 05. Juni 2009, 335. Depesche![]() BETR.: DAS BOOT IST VOLL. ![]() ![]() Die Besatzung für unseren „Flaneursalon im Fluss“ ist komplett: Seit einigen Tagen gibt es keine Karten mehr zu kaufen. Alle 230 Tickets wurden im fairen Handel veräußert. Wir haben weder gebunkerte Karten noch Vip-Passagierscheine verteilt. Alles hat seine notarielle Richtigkeit. Große Werbung war nicht nötig. ![]() Unser Neckar-Ausflug hat sich irgendwie herumgesprochen und herumgemailt. Jetzt müssen wir uns beim Publikum mit einem halbwegs wasserdichten Programm bedanken. Mal sehen, wie die Sache läuft. Wie man ein Schiff auf zwei Decks richtig bespielt, werden wir sehr genau wissen, wenn wir nach drei Stunden Fahrt zurückgekehrt sind. Da bitte ich um Geduld: Die Titanic hat auf der ersten Fahrt auch nicht alles richtig gemacht, und damals hat der Eintritt mehr als 25 Euro gekostet. ![]() Auf beiden Stockwerken der Wilhelma werden kleine Equipments zur friedlichen Beschallung der Passagiere stehen. Da wir vermutlich selten gleichzeitig unten und oben Krach machen können, weil der Lärm durch die Decke dringen würde, werden wir die Passagiere mit Programmblöcken wach halten. Mal eine Dosis unten, mal eine oben. Und weil die Verstärkeranlagen und Instrumente nicht beliebig transportiert werden können (Herr Hiss kann mit seinem Trio nur auf einem Deck spielen), werden wir die Passagiere rücksichtlos von einem Deck aufs andere jagen. Nicht so oft. Alles cool. ![]() Und glauben Sie mir, verehrte Depeschen-Leser: Auf einem Schiff sind Programmpausen eine Wohltat. Herr Zeller, unser Erster Offizier, und meine Wenigkeit haben vor Weihnachten einem sogenannten Adventssingen auf der Wilhelma beigewohnt. Das war für uns ein Lerngang, wie meine Lehrerin gesagt hätte, eine Exkursion, eigentlich eine Exekution. Die armen Rentner auf dem Boot wurden zwei Stunden nonstop live mit Weihnachtsliedern und Schlagern traktiert. Die Leute waren erledigt und ich kurz davor, über Bord zu springen. ![]() Wir haben daraus unsere Lehren gezogen und wollen allen eine ruhige Sicht aufs Wasser gönnen, auf die blühenden Landschaften des Neckartals, auf den schönen Himmel. Man sieht: Ich weiß noch nicht so richtig, wie’s geht. Man kann diesen Schiffsuntergang nicht proben, aber wir arbeiten an einem Masterplan zum Überleben. Zum Glück haben wir den liebenswerten Herrn Gaedt an Bord. Er wird mit den Leuten schon richtig umspringen, er ist von Natur aus kein Ahab, eher ein Moby-Dick-Versteher. Und zum Glück ist der Kahn bewirtet, man kann also genügend Mut schöpfen, um die Kapelle über Bord zu werfen. Man nennt diesen Vorgang Meuterei, und eigentlich sind wir ja Piraten und ziehen mit dem Spaten... Amen. ![]() P. S.: Unsere nächste Aktion ist ein Abend für die Fans der Stuttgarter Kickers und andere hoffnungsfrohe Fußballmenschen - am 8. August im Theaterhaus. Motto: "Hurra, wir kicken noch!". Mit der Großen Rockschau, Timo Brunke, Joe Bauer, Ralf Schübel u. a. Eintritt maximal 9 Euro, so billig wie ein Stehplatz auf der schönen Waldau. Demnächst mehr darüber. ![]() ![]() Kolumnen in den Stuttgarter Nachrichten: ![]() www.stuttgarter-nachrichten.de/joebauer ![]() ![]() „Kontakt“ ![]() ![]() ![]() |
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