Bauers DepeschenDonnerstag, 07. Juni 2007, 26. DepescheFronleichnam am Abend. Am schwülen Stuttgarter Morgen nach einigen hartnäckig vorgetragenen Laufrunden im Schlossgarten den Sauna- und Schwimmbetrieb im Mineralbad Berg aufgesucht.![]() Das Bergvolk an sehr heißen Tagen liefert den lange vermissten Beweis, dass Menschen trotz mentaler Leichenstarre ihren großen Zeh ins Wasser hängen und wieder herausziehen können. So vergeht Fronleichnam. ![]() Vor der Saunatür diskutieren zwei Versicherungsagenten, ob es besser sei, die goldenen Halsketten abzunehmen. Wenn eine Goldkette dicht an der Haut bleibe, sagt der eine, gebe es keine Brandwunden. Beide setzen sich unten in die Sauna und gehen schnell wieder, nachdem sie sich gegenseitig versichert haben, richtig hart geschwitzt zu haben. Man konnte es nur nicht sehen, wegen der Leichenstarre. ![]() Im Hauptbahnhof hängen französische Fahnen. Der Hauptbahnhof sieht aus, als hätte man das Dreifarbenhaus, den weithin bekannten Puff der Stadt, zwecks Verkehrsvernetzung an die Schienen verlegt. Die Tricolore wirbt für den TGV, die Gummigeschossvariante der Bahn. ![]() Trotz Stuttgarter Paris-Anbindung ist Paris abgehauen. ![]() Am Sonntag veranstaltet die Landesregierung ausgerechnet auf dem Schlossplatz eine so genannte Party zu Ehren des TGV. Dafür wurden Pop-Hülsen wie Sasha und No Angels verpflichtet, Musiker mit dem Charme von Fahrkartenautomaten. Die blanke Einfallslosigkeit. Was für ein schönes Eisenbahn-Theater hätte man inszenieren können. Man möchte sich auf die Schienen legen und von einem Boxcar überrollen lassen. ![]() Es passt wieder alles zusammen: Franzosenflaggen in der Bahnhofshalle, Popleichnamstag auf dem Schlossplatz, und nächste Woche kommen die jungen Menschen der FDP nach Stuttgart. Großer Parteitag. ![]() Großer Parteitag, kein schlechter Witz. Großer Bahnhof? Die FDP landet geschlossen in einem Helikopter. ![]() Am Altstadt-Puff Uhu in der Leonhardstraße hängen wunderbare Samtvorhänge. Welcome. Jedes Freudenhaus-Fest ist lustiger als eine Oettinger-Party. ![]() Pur-Sänger Hartmut Engler war nach den EM-Quali-Spielen Gast in Waldemar Hartmanns Schwätzerrunde, ARD. Man sprach über Doping. Seine Band, sagte Engler, habe nie Drogen genommen. Allergrößten Respekt! ![]() Ist es schon unmöglich, Pur-Nummern ohne Volldröhnung auszuhalten, wie schafft man es dann erst, sie nüchtern zu spielen? ![]() Genug für heute. Mentale Leichenstarre. ![]() ![]() ![]() „Kontakt“ ![]() ![]() ![]() |
![]() Auswahl![]() |