Bauers DepeschenSamstag, 29. Juni 2013, 1135. Depesche![]() ![]() ![]() LIEBE GÄSTE, ![]() heute, am Samstag, bin ich einer der Lauf-Demo-Redner beim Protest gegen Stuttgart 21 in Feuerbach. 15.15 Uhr, Wilhelm-Geiger-Platz. - In einer Woche (am Samstag, 6. Juli) macht der Flaneursalon sein Hafenpicknick am Neckarufer. Ich danke allen, die dabei sind. Hier die Dinge, die man wissen muss: ![]() DER KLICK ZUM FLANEURSALON HAFENPICKNICK ![]() Kartentelefon: 07 11 / 22 11 05 ![]() Karten gibt es auch im Plattencafé Ratzer Records, Leonhardsviertel ![]() DER KLICK ZUR ANFAHRT HAFEN-GELÄNDE ![]() ![]() Der Klick zum ![]() LIED DES TAGES ![]() ![]() Die aktuelle StN-Kolumne: ![]() ![]() BAUIGEL ![]() Nach einem harten Aufstieg aus dem S-Bahntunnel ans Tageslicht gehe ich über das Uni-Gelände von Vaihingen, und weiter zur Hochschule der Medien. Der Weg führt über eine Metallbrücke, sie federt unter den Schritten und gibt dem Herumgeher das Gefühl, noch zu leben, auch wenn er seinen Sommer längst hinter sich hat. Auf dem Campus herrscht Hektik, die Saison geht zu Ende, etwas Unbekanntes bahnt sich an. ![]() An der Uni hängt das Transparent für das bevorstehende „Bauigelfest“, die Nacht der angehenden Ingenieure. Auf den Plakaten stehen die Namen der Party-DJs, sie spielen E-Punk und Techno, und ich grinse mir einen bei der Vorstellung, wie einst Dixie-Kapellen die Feste bespielten, als die Ingenieure auch schon Bauigel hießen. ![]() Besser denn je trifft dieser Begriff den Geist von Stuttgart. Diese Stadt war einmal eine Hochburg guter Architektur. Heute bauigelt sie sich ins Abseits. Beste Beweise dafür stehen neben der neuen Stadtbibliothek, die Finger sträuben sich, für diese betonierte Gesichts- und Einfallslosigkeit hochstaplerische Titel wie „Mailänder Platz“ und „Pariser Höfe“ in den Computer zu tippen. ![]() Die Bauigelstacheln in der Stadt werden nur noch im Dienste der Investoren und des Profits ausgefahren. Die Architektur bleibt auf der Strecke. Nachdem die Bahn und ihre Politiker den Bonatz-Bau als Baudenkmal zerstört haben, soll ihn in grauer Zukunft eine U-Bahnhaltestelle ersetzen. Der zuständige Architekt Ingenhoven sagte neulich dem „Spiegel“, damit komme Stuttgart „wieder auf die Landkarte Europas in ein funktionierendes Hochgeschwindigkeitsnetz“. Dafür danken wir herzlich, wir Bummelzug-Penner in der hinteren Mongolei. ![]() Das Verbuddeln der Steuermilliarden erfolgt bekanntlich zutiefst demokratisch: so tief, dass die Wahrheit nie ans Licht kommen wird. Damit die Sache auch juristisch in Ordnung geht, hat der Landesjustizminister als neuen Stuttgarter Generalstaatsanwalt Herrn Brauneisen vorgeschlagen. Der trug sich schon vor der zutiefst demokratisch, mit reichlich Propagandageld beeinflussten Volksabstimmung „rein privat“ in der öffentlichen Liste der S-21-Befürworter ein. Wenn er bald als Chefankläger in Verfahren gegen S-21-Gegner auftritt, wird sich uns auf der Landkarte Europas ein funktionierendes Hochgeschwindigkeitsnetz der Justiz auftun. ![]() Es brennt nichts an im Kessel. Mit den Worten Karl Valentins winkt uns eine große Bauigel-Zukunft: „Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluss stellt sich dann heraus, dass alles ganz anders war.“ ![]() Die letzten Instanzen der Aufrichtigkeit sind heute unsere Komiker. Kabarettisten wie Georg Schramm, Urban Priol oder der gelernte Journalist Frank-Markus Barwasser in seiner Rolle als Erwin Pelzig klären nicht nur auf. Sie decken auch auf. Zwischen detektivischer Recherche und satirischer Zuspitzung dient ihre Komik der Wahrheitsfindung, jedenfalls bei Leuten, die das Humorhandwerk nicht mit dem Vortragen von Witzen verwechseln. ![]() Der große Kabarettist Mathias Richling beispielsweise bezieht nicht nur auf der Bühne Position gegen S 21. „Schritt für Schritt“, schrieb er neulich in einem Demo-Grußwort, „treibt dieses Projekt dem Stuttgarter Untergrund entgegen mit unvorhersehbaren Folgen für die Stadt.“ ![]() Bis zu diesem Sonntag gastiert Richling mit seinem neu bearbeiteten Karl-Valentin-Programm im Renitenztheater. Nach der Vorstellung werde ich womöglich nicht wissen, „war es gestern, oder war’s im vierten Stock oben“. Mein Wunsch für die Zukunft aber ist klar: „Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist.“ ![]() ![]() FRIENDLY FIRE: ![]() NACHDENKSEITEN ![]() BLICK NACH RECHTS ![]() FlUEGEL TV ![]() RAILOMOTIVE ![]() EDITION TIAMAT BERLIN ![]() Bittermanns Fußball-Kolumne Blutgrätsche ![]() VINCENT KLINK ![]() KESSEL.TV ![]() GLANZ & ELEND ![]() ![]() |
![]() Auswahl![]() |