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2599. Depesche
22. Juni 2026

2600. Depesche

Willkommen!

Liebe Besucherin, lieber Besucher, schon wieder Juli, Deutschland wird nicht Fußballweltmeister, aber die USA 250 Jahre alt. The 4th of July.

Born down in a dead man’s town
The first kick I took was when I hit the ground
End up like a dog that’s been beat too much
‚Til you spend half your life just to cover it up now

Born in the USA
I was born in the USA …

(Bruce Springsteen)

Heute, am Donnerstag, 2. Juli, kehrt unser kleines Netzwerk-Team namens Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie wieder vor der eigenen Haustür: Die Podiumsdiskussion im WKV zum Thema „Wofür hat Stuttgart noch Geld?“ behandelt das soziale Klima in der Stadt. Beginn 19.30 Uhr. Der Veranstaltungsraum im Kunstgebäude heute Abend ist klimatisiert, und der Begriff „Klimaanlage“ geht einem schon lange nicht mehr unbefangen und gedankenlos über die Lippen.

An diesem Freitag, 3. Juli, soll im Stuttgarter Gemeinderat übrigens mehrheitlich für den Bau einer neuen „Schleyerhalle“ für etwa 19.000 Besucher gestimmt werden (CDU, Grüne u. a.) – ein Projekt, das angesichts der Entwicklungen im internationalen Entertainment-Business völlig daneben ist. Wieder mal ein typische Beispiel für eine provinziellen Mischung aus Größenwahn und Ahnungslosigkeit. In Zukunft werden z. B. auf Tourneen große Show mehrere Tage lang nur noch in wenigen großen Städten stattfinden, und Stuttgart wird da keine Rolle spielen. Branchenfachleute halten den Hallenplan nahezu einstimmig für Unsinn. Aber man will halt mal wieder mitgeigen im hinterwäldlerischen Glauben, man könne München oderf Frankfurt überbieten und den Rest der Welt sowieso.

Rückblick: Der kleine Flaneursalon am Sonntag, 28. Juni, im Tangoloft in der Hackstraße, einem sympathischen, idealen Ort für sogenannte Kleinkunst, war eine schöne, eine berührende, eine humorvolle Sache – das Publikum trotz beinahe identischem Programm auffallend lebendiger als bei unserem ersten, ebenfalls keineswegs müden Tangoloft-Abend im Mai. Hinterher dachte ich mir wieder mal im Gestank des Eigenlobs: Auf seine Weise ist es schon ein einzigartig abwechslungsreicher Mix, den das Publikum für vergleichsweise günstiges Eintrittsgeld erlebt. Meine Gäste waren: Meisterkoch Vincent Klink als Vorleser und Querflötenspieler, begleitet vom Jazzgitarristen Lorenzo Petrocca; das Song Duo Eva Leticia Padilla & Dany Labana Martínez; der Sänger und Akkordeon-Virtuose Stefan Hiss und als Überraschungsgast Abdul, ein Autodidakt am Klavier. Jetzt ist erst mal Flaneursalon-Pause, ich mache ja keine Jahresplanung mehr. Vielleicht ergibt sich wieder was.

Und damit wieder zur politischen Aktivität – von unserem Netzwerk in Planung:

EIN TREFFEN ALS GROßER RATSCHLAG.

Zurzeit bereiten wir, mit Unterstützung der Initiative Die AnStifter und der Kontext:Wochenzeitung, ein Netzwerk-Treffen für demokratisch Engagierte und all jene vor, die es werden wollen. Der Termin steht bereits fest, über den Ort sind wir uns noch nicht ganz schlüssig. Sicher ist, dass am Sonntag, 27. September, ab 17 Uhr in größerem Kreis über dieses Thema gesprochen, diskutiert und beraten wird:

WAS KÖNNEN WIR – noch – TUN GEGEN RECHTS?

Inzwischen dürfte es nicht mehr nötig sein, ständig zu erklären, wer mit „rechts“ gemeint ist. Unsere Veranstaltung wird voraussichtlich in zwei Teilen über die Bühne gehen:

In der ersten Hälfte wird ein Referent/eine Referentin über die aktuelle politische Situation und Entwicklung berichten und Fragen beantworten. Mit entsprechenden Expert:innen sind wir im Gespräch.

Die Besetzung für den zweiten Teil steht unterdessen weitgehend fest: Der in Berlin lebende Theaterregisseur und Aktivist Volker Lösch sowie der junge Autor und Aktivist Jakob Springfeld aus Sachsen informieren uns über Erfahrungen im Einsatz gegen Rechtsextreme. Volker Lösch ist vielen von uns aus seiner Stuttgarter Theaterzeit und von seinem Engagement gegen das Immobilienprojekt-Desaster Stuttgart 21 bekannt. Jakob Springfeld, 2002 in Zwickau geboren und dort aufgewachsen, hat unter anderem die Bestseller „Unter Nazis“ und „Der Westen hat keine Ahnung, was im Osten passiert“ geschrieben. In Stuttgart erhielt er die Theodor-Heuss-Medaille für besonderes Engagement für Demokratie und Bürgerrechte.

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