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# 2933 | 19.04.2018 17:10:56 | pauli heinzelmann schrieb:
# Neckarstrand v. pauli heinzelmann

Als Kinder aus dem Stuttgarter Osten gingen wir gerne ins Insel -Bad in Untertürkheim, das es heute noch gibt. Es heißt Inselbad, weil es auf einer Insel zwischen dem alten und dem neuen Neckar liegt. Da gab es hölzerne Umkleidekabinen mit Gucklöcher, rauschende Bäume, schattige Plätze, riesige Becken mit blau gestrichenem Grund, einen 10-m, 5-m, 3-m, 1-m Sprungturm, einen Kiosk mit Wulle-Bier , Kippen und Pommes-rot/weiß, den Duft von Chlor, einen (damals schon) tätowierten Bademeister, der Leben retten konnte und...."die Liebesinsel".
Das war die äußerste Spitze des Inselbads,
bevorzugter Ort für Liebespaare,
Flaniermeile der hübschen Mädchen im Bikini und Jugendbanden mit dem legendären, portablen Plattenschlucker " Philips Mignon" (a-bop-bop-a-luna- dr- fadder- sauft- a- Bluna- tutti-frutti.....)
Vom gegenüberliegenden Neckarufer aus
überquerte einmal ein junger Kerl
schwimmend die üble Brühe des Neckars,
ging dann locker zum Kiosk, kaufte ein grosses Eis, schwamm, die Eistüte mit einer
Hand über die Wasseroberfläche haltend, wieder zurück und überreichte das makellose Eis seiner süßen Freundin am Ufer - da klatschte die ganze Liebesinsel frenetisch Beifall...
(erzähle weiter Tom Dooley....)

# 2932 | 15.04.2018 22:39:02 | Ingrid von Staden schrieb:
Zu den Don-Pasquale-Assoziationen: War das etwa ein Kokettieren mit dem Alter? Never mind. Charlie Chaplin hat noch mit 80 Jahren ein Kind gezeugt. Aber die Kolumne ist wirklich toll und danke dafür! Auch für den Song der Tages! Und: Es ist doch immer wieder erstaunlich und wunderbar, wie die Männer durch Sublimieren zu Höchstleistungen angespornt werden. Auch bei Goethe hat das ja ausgezeichnet funktioniert.
Joe:Besten Dank zurück! Doch mit Verlaub: Charlie Chaplin war in allen körperlichen Zonen wesentlich beweglicher als der Rest der Welt.

# 2931 | 14.04.2018 10:20:43 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
@Kolumne ENDZEIT

Von der natürlich höchlichst zu lobenden Stückauswahl abgesehen: Der neuen Trinkgeldrichtlinie der bewundernswert konsequenten, soll man sagen: dramatisch begabten Theater- als Staatsbürokratie (oder umgekehrt) bin ich – im Staatstheater – auch schon begegnet. Mit durchaus verunsichernden, vielleicht sogar, wie ich mir heute denke, von langer Hand bezweckten Folgen.
Kann man mir mittlerweile, so fragte ich mich, am Gesicht ablesen, dass ich mich gewohnheitsmäßig im methodischen Schmiergeldgeschäft bewege und stets ein kleines Köfferchen für diesbezüglich einschlägige Fälle mit mir führe (das ich, nebenbei, im Theater an der Garderobe abgebe. Ich kann damit ja nicht in den Zuschauersaal)?
Fatale Sache. Ich fühlte mich ertappt, blickte mir hastig über die Schulter und zog mit gesenktem Kopf von dannen.
An der Theke übrigens sieht man das nicht so eng. Die ist auch von außen engagiert; ich nehme an, das beste Gebot hat hier den Ausschlag gegeben. Wenn allerdings die Leitung zumindest des Staatstheaters hier gelegentlich ein Auge auf das in aller Regel katastrophale kulinarische Angebot werfen würde, wäre für Trinkgeldfragen im Garderobenbereich zunächst mal ohnehin keine Zeit mehr.Kein Wunder andererseits, denn warum sollte man in der "Ära" Petras ausgerechnet vom Essen was verstehen.

Ceterum censeo: Heute Sieg in Völklingen. Danach Trinkgeld!
Joe:Besten Dank für diesen schönen Beitrag. Nach dem üblichen Schmierentheater jetzt auch noch das Schmiergeldtheater. Gibt's nur im schönen Stuttgart.

# 2930 | 12.04.2018 19:32:41 | Michael Schmid schrieb:
Gestern, am späten Nachmittag, wurde in der Grünanlage, Ecke Rotenwald-/Reinsburgstraße, eine Gedenktafel enthüllt, die an das ehemalige DP-Camp und den Tod des Samuel Danziger erinnert.
Joe:Danke, habe ich nicht mitgekriegt im Streik ...

# 2929 | 10.04.2018 13:37:41 | Michael Schmid schrieb:
Vermisst. Anläßlich seines Buches Ausverkauf weilte der Autor 1981 auf Lesereise im Historischen Seminar der Universität Heidelberg. Im Mittelpunkt des Vortrags und der sich anschließenden Diskussion: der Antisemitismus der Linken. Der Autor, argumentativ sicher und ruhig, wußte auf der ganzen Linie zu überzeugen. Der Großteil der Zuhörer sah sich in seiner Ehre verletzt und gekränkt. Es war ein wunderbarer und inhaltlich sehr erhellender Abend.
Joe:Schöner Beitrag, Michael. Besten Dank. Man darf Wolfgang Pohrt nicht vergessen.

# 2928 | 10.04.2018 11:00:43 | rebstock schrieb:
Zur Depesche vom 06.04., Heimat und so:
Die Frage ist, ob Tucholsky heute noch diese Worte zur Heimat schreiben würde. Nach der Befreiung des KZ Mauthausen schworen die Überlebenden:
„Der vieljährige Aufenthalt im Lager hat in uns das Verständnis für die Werte einer Verbrüderung der Völker vertieft. Treu diesen Idealen schwören wir, solidarisch und im gemeinsamen Einverständnis, den weiteren Kampf gegen den Imperialismus und nationale Verhetzung zu führen. So, wie die Welt durch die gemeinsame Anstrengung aller Völker von der Bedrohung durch die hitlerische Übermacht befreit wurde, so müssen wir diese erkämpfte Freiheit als das gemeinsame Gut aller Völker betrachten.
Der Friede und die Freiheit sind die Garantien des Glücks der Völker, und der Aufbau der Welt auf neuen Grundlagen sozialer und nationaler Gerechtigkeit ist der einzige Weg zur friedlichen Zusammenarbeit der Staaten und Völker. Wir wollen nach erlangter Freiheit und nach Erkämpfung der Freiheit unserer Nationen die internationale Solidarität des Lagers in unserem Gedächtnis bewahren und daraus die Lehren ziehen: Wir werden einen gemeinsamen Weg beschreiten, den Weg der unteilbaren Freiheit aller Völker, den Weg der gegenseitigen Achtung, den Weg der Zusammenarbeit am großen Werk des Aufbaus einer neuen, für alle gerechten, freien Welt.
Wir werden immer gedenken, mit welch großen blutigen Opfern aller Nationen diese neue Welt erkämpft wurde. Im Gedenken an das vergossene Blut aller Völker, im Gedenken an die Millionen, durch den Nazifaschismus ermordeten Brüder geloben wir, dass wir diesen Weg nie verlassen werden. Auf den sicheren Grundlagen internationaler Gemeinschaft wollen wir das schönste Denkmal, das wir den gefallenen Soldaten der Freiheit setzen können, errichten: DIE WELT DES FREIEN MENSCHEN. Wir wenden uns an die ganze Welt mit dem Ruf: Helft uns bei dieser Arbeit. Es lebe die internationale Solidarität! Es lebe die Freiheit!“
Joe:Vermutlich würde er den Text, dem ich das Zitat entnommen habe, noch immer so schreiben können: Es geht darin um den Größenwahn und die Deutschtümelei der Nationalisten. Tucholsky sagte: So viel wie ihr Esel verstehen wir schon lange von diesem Land: wir Sozialisten, Kommunisten usw. Das bezieht ja die Internationale quasi schon mit ein ...

# 2927 | 03.04.2018 09:33:46 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
@2926
Lieber Wilfried,

blauweiß oder schwarzgelb: Im Automaten rasselt's nur noch so, dass einem das Hören vergeht und das Sehen erst recht. Irgendeiner wirft nach in den Automaten wie blöd, aus Taschen ohne Böden. Aber welches Interesse waltet hier?

Ostern habe ich im "Spiegel" einen Artikel gelesen über die neue alte Lust am Wald. Die Waldau kann dabei nicht gemeint gewesen sein. Immerhin konnte man dem Beitrag entnehmen, dass das Leben im Wald auch ätzend und öd und blöd und lebens- und lustfeindlich ist. So isses, hätte man nur mich (und ein, zwei Handvoll letzte Getreue) fragen müssen. Im B-Block seh ich auch keinen Strohhut mehr leuchten. "Ich verstehe die Welt nicht mehr" (Friedrich Hebel, Maria Magdalena). Und die anstehende WM ist auch kein Trost...

# 2926 | 01.04.2018 08:19:28 | Wilfried Harthan schrieb:
@ 2925

Lieber Uwe,
nach dem gestrigen Auftritt der Schwarzgelben habe ich mir vom Osterhasen noch rasch einen Stadionspielautomaten gewünscht. Danke für die Anregung.

# 2925 | 17.03.2018 10:27:58 | Uwe Horst Pfeifer schrieb:
Zu den vielen Dingen, mit denen ich immer angebe und von denen ich in Wahrheit natürlich keine Ahnung habe, gehört der Roman „Bonjour tristesse“ von Francoise Sagan (Cedille, typisch, auf der Tastatur nicht gefunden). Brauche ich auch nicht. Ich gehe ja zu den Kickers. Nachdem wir uns bei den Galaktischen von Schott Mainz am letzten Samstag eine moderate 1:4-Klatsche abgeholt haben, kommt also heute,

sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren,

Hoffenheim II.
Schott. Hoffenheim II. Röchling. Oder gar – horribile dictu – Ulm. Wo sind wir gelandet. Wie kam uns dieses? Der Himmel ist trübe. Kein Blau, nirgends. „Die hinterm Tor“ müssen sich was anderes suchen, weil zwei der drei G-Blöcke zugemacht werden. Kann man ein Stadion eigentlich auch scheibchenweise mieten? Oder vielleicht nur eine Halbzeit? Mir schwebt da so eine Art Stadionspielautomat vor: Wenn wir Fans keine Lust mehr haben, werfen wir einfach keine Münzen mehr ein und das Spiel ist aus…

Macht alles nix. Die große zyklische Wende ist nah, und Sie werden einst sagen können, dass Sie am Wendepunkt dabei waren! Heute drei Punkte, und wir sind über dem (zweiten) Strich, den es so auch nur in der Regionalliga gibt. Lassen Sie sich, sehr verehrte Damen, sehr geehrte Herren, mitreißen von ihren Leidenschaften: heute gilt’s. Denn bei uns gilt’s immer, und wer könnte das schon von sich sagen!

SV Stuttgarter Kickers vs. TSG Hoffenheim II
17.3., 14 Uhr, Kickersplatz auf der Waldau

# 2924 | 15.03.2018 18:52:32 | rebstock schrieb:
Re: 1919. Depesche/Einfalt
Brunzdumm oder zynisch, diese Aussagen und diese Politik beweisen: Die Klassengesellschaft war nie besiegt. Und wenn sie es war, feiert sie Auferstehung. Die Bourgeoisie weiß nicht, wie und von was das "Proletariat" lebt. Wie auch? Gelegenheiten, sich auch nur leibhaftig zu begegnen, gibt es kaum mehr. Und mit der Ausweitung der "Dienstleistungsgesellschaft" nimmt der Zwang, dies zu tun, rasant ab.

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