Willkommen!
Liebe Besucherin, lieber Besucher, anlässlich der neuen Nachrichten zur wieder mal verschobenen „Fertigstellung“ von STUTTGART 21 ein paar Anmerkungen:
Wir schauen auf das Großprojekt-Desaster in einer Stadt, in der sich vor Jahrzehnten provinzieller Macht- und Größenwahn mit Gewinnsucht, politischer Dummheit und Unfähigkeit mischten. Als sich unerwartet großer Protest gegen politische Willkür und Stadtzerstörung ausbreitete, half die herrschende Politik mit Wasserwerfern und Polizeiknüppeln nach. Zur Abkühlung gab es eine „Volksabstimmung“ mit Bedingungen, die sich vorwiegend zur Manipulation weiter Teile der schlecht informierten Bevölkerung im weiten Land eigneten.
Begleitet wurde der unverfrorene Schwachsinn bis zum Erbrechen mit den Propaganda-Floskeln „Zukunft“ und „Fortschritt“, die einerseits auf Existenzängste, andrerseits auf dümmliche Überheblichkeit zielten. Entsprechend wurden alle Gegner, egal wie motiviert und fachkundig, als „ewig gestrig“ diffamiert.
Da bahnte sich etwas an, was sich heute in der Ablehnung und Bedrohung der Demokratie spiegelt. Inzwischen wird das Problem in der Wahrnehmung wieder viel zu sehr auf Technik und Management reduziert. Als Ewiggestriger sage ich mir: Morgen ist auch noch ein Tag.
Aus Das Lied vom Tod: „Aus ner Stadt, die an einem Bahnhof liegt, da ist schon was zu machen. Hunderttausende von Dollar. Tja, vielleicht auch mehr. Tausend mal Tausend Dollar.“ – „Das nennt man ne Million.“ – „Hab ich doch auch gemeeeeint.“
Veranstaltungen:
Unser Netzwerk Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie
in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung:
Dienstag, 3. März 2026, Württembergischer Kunstverein, 19 Uhr
Eintritt frei
Der Autor und Filmemacher Klaus Gietinger stellt seinen neuen Roman vor:
TOTE AUF URLAUB. Berlin 1919
Mit Schauspielerin Hannah Jana Hess.
Der Roman taucht ein ins unruhige Berlin von 1919, kurz nach der Novemberrevolution, die das Ende des Kaiserreichs brachte. Der konservative Kriminalkommissar Richard Brinkmann und die mit revolutionären Ideen sympathisierende Kriminalassistentin Cläre Reichelt ermitteln in einem der spektakulärsten politischen Verbrechen der deutschen Geschichte, dem Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.
Freitag, 27. März 2026
Stuttgarter Gewerkschaftshaus, Großer Saal. 19 Uhr
Podiumsgespräch und Diskussion über politische Repression:
Demokratisches Engagement unter Druck
Immer öfter sind Aktivisti:nnen, NGOs und demokratische Initiativen staatlichem Druck ausgesetzt und in ihrer Arbeit gefährdet. Was hat diese Repression gegen die Zivilgesellschaft zu bedeuten – und was können wir dagegen tun? Fest zugesagt haben für unsere Veranstaltung bisher: der Hamburger Journalist Sebastian Friedrich („Monitor“, „Der Freitag“), der Stuttgarter IG-Metall-Mitarbeiter Danial Bamdadi, dem als Iraner nach 13 Jahren in der Bundesrepublik die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert wurde, und die Münchner Aktivistin Lisa Poettinger, die in Bayern als Lehramtsstudentin keine Zulassung zum Referendariat erhielt. Einführung: Annette Ohme-Reinicke. Näheres demnächst.