Willkommen!
Liebe Besucher:innen, heute der aktuelle Newsletter unseres Netzwerks Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie – und noch der schnelle Hinweis: Es gibt immer noch ein paar freie Plätze beim Flaneursalon am Mittwoch, 4. Februar, in der Rosenau: Link zu Infos & Tickets
Newsletter
Liebe Unterstützer:innen,
wir sind im neuen Jahr und mittendrin in der Vorbereitung neuer Aktionen im Sinne des Namens unserer Initiative: Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie. Angesichts der politischen Entwicklungen vor unserer Haustür und der Gewalt-geht-vor-Recht-Machenschaften der USA wäre es müßig, Zukunftsprognosen zu stellen. Wir lassen uns nicht entmutigen und tun, was wir können. Kommt zu unseren Veranstaltungen: Lasst uns miteinander reden, wir müssen ständig Ideen entwickeln, um etwas zu tun.
Schon heute bieten wir weitere Workshops zum Thema Zivilcourage an – eine Reihe, die bisher viel Resonanz findet.
Wir haben nur eine Chance, und die wollen wir nutzen: Hoffen und Handeln!
Heute wollen wir auch auf zwei aktuelle Fälle hinweisen, die uns etwas über das herrschende gesellschaftliche Klima und den Einfluss der Rechtsextremen erzählen:
Der Gewerkschaftssekretär Danial Bamdadi von der IG Metall lebt seit 13 Jahren in der Bundesrepublik; im vergangenen November saß er mit auf dem Podium bei unserer Netzwerk-Veranstaltung „Welchen politischen Einfluss haben unsere Gewerkschaften noch?“ Wegen seines Engagements gegen Rechtsextremismus verweigert ihm das Ausländeramt den deutschen Pass und wirft ihm „linksextremistische“ Aktivität vor. Gegen diese Entscheidung hat Danial Klage eingereicht, demnächst wird die Sache vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht verhandelt. Bitte Petition unterschreiben und Spendenkonto beachten: DANIAL – EINER VON UNS
Viele Proteste gibt es gegen das Vorhaben desSWR-Fernsehens, am 24. Februar ein sogenanntes „Triell“ auszustrahlen: eine Landtagswahlkampf-Debatte, in der neben den Spitzenkandidaten von Grünen und CDU auch der rechtsextreme AfD-Politiker Frohnmaier auftreten soll. Ein Beispiel mehr, wie sich der Umgang mit einer demokratiefeindlichen Partei in Medien normalisiert. Für den Tag der Sendung ist eine Aktion vor dem SWR-Gebäude geplant.
Hier noch ein Tipp, ein Abend, der uns auf analytische und unterhaltsame Weise mit einem Kapitel unserer Vergangenheit konfrontiert:
Freitag, 30. Januar 2026, 19 Uhr:
Linkes Zentrum Lilo Herrmann, Böblinger Straße 105, Stuttgart
Buchvorstellung mit Gabriele Rollnick und Michael Weber
In der Graphic Novell „ELLA. Nichts haben, alles ändern“ reflektiert die Protagonistin, Gabriele „Ella“ Rollnick, ihr Leben und ihre Zeit. Sie war in den Siebzigerjahren Mitglied der „Bewegung 2. Juni“, einer bewaffneten Gruppe, die verschiedene Aktionen durchführte. Nach langjähriger Haft lebt und arbeitet sie seit 1992 in Hamburg. Die Buchpräsentation gestaltet der Novel-Autor und renommierte Schauspieler Michael Weber, früher Burgtheater Wien, zuletzt Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Eine temperamentvolle, einfühlsame Performance mit Graphic-Einspielungen via Beamer.
Und hier der Blick auf unsere bevorstehenden Termine:
Stuttgarter PRÜF-Demo
Samstag, 14. Februar, Schlossplatz, Beginn 12 Uhr.
Ab 11 Uhr Sign Party auf dem Schlossplatz: Plakate und Bilder herstellen mit unseren Workshop-Coaches Tanja Kopietz und Andreas Heberle
Wir als Netzwerk unterstützen die 1. Stuttgarter PRÜF-Kundgebung organisatorisch, treten aber nicht offiziell als Veranstalter auf, da diese Form von Kundgebung nicht direkt an eine Initiative oder gar an eine Partei angelehnt sein soll. Auch sind Fahnen von Parteien und politischen Organisationen nicht erwünscht.
Die PRÜF-Demos wurden von dem Hamburger Satiriker Nico Semsrott, der einige Jahre im EU-Parlament saß, ins Leben gerufen, sie sollen an jedem zweiten Samstag in Landeshauptstädten der Republik stattfinden. Anders als übliche Kundgebungen steht bei diesen Veranstaltungen eine spielerische, interaktive Form im Vordergrund, bei der neues Publikum gewonnen werden soll. In Stuttgart hat sich mithilfe des Kulturbetriebs ein Veranstalter-Team gebildet, beteiligt sind u. a. Rosenau, Rampe, Theaterhaus, Renitenztheater, Theater der Altstadt.
Noch einmal kurz zu Sinn und Zweck der PRÜF-Demos: „Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.“ Die Landesregierungen werden bundesweit aufgefordert, diese Prüfungen mit den ihnen zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln einzuleiten. Im Internet gibt es dazu reichlich Material – siehe LINK
Dann die Termine unserer nächsten Workshops
im Hotel Silber:
Mit Zivilcourage gegen Hass und Hetze.
Wie kann ich couragiert menschen- und demokratiefeindlichen Äußerungen entgegentreten? Damit beschäftigt sich dieser Workshop. Souverän bleiben, auch wenn es einem die Sprache verschlägt. Wir üben erfolgreiches Vorgehen in Konfliktsituationen: Position beziehen im Alltagsgespräch im privaten oder auch im öffentlichen Umfeld.
30 Personen können teilnehmen. Wir bitten um Anmeldungen per Mail: kontakt@netzwerk-gegen-rechts.info
Sa, 7. Februar: 10 Uhr – 12:30 Uhr: Basisworkshop
und Vertiefungsmodul 13:30 Uhr – 15 Uhr
Sa, 9. Mai 2026: 10 Uhr – 12:30 Uhr: Basisworkshop
Sa, 11. Juli 2026: 9:30 – 12:30 Basisworkshop
und 13:30 Uhr – 15 Uhr Vertiefungsworkshop
Sa, 7. November 2026: 10 Uhr – 12:30 Uhr Basisworkshop
Dienstag, 3. Februar, 20 Uhr
Renitenztheater Stuttgart – Reihe „Gesprächsstoff“:
Demokratie am Limit – Persönliches Engagement am Rande der Erschöpfung.
Ein Abend des Renitenztheaters in Kooperation mit dem Netzwerk Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie.
Mit der Philosophin Amrei Bahr von der Stuttgarter Uni und dem Kabarettisten Philipp Weber aus Tübingen (aktuelles Programm „Power to the Popel – Demokratie für Quereinsteiger“) – Moderation: Roland Mahr, Renitenztheater
Es ist wichtig, dass solche Themen in Häuser mit Publikumsverkehr hineingetragen werden. Auszug aus der Renitenz-Ankündigung: Unsere Demokratie ist akut bedroht. Nur: Wie können wir uns dafür einsetzen, dass sie nicht nur geschützt wird, sondern auch floriert, wenn wir doch ohnehin ständig am Limit unserer Kräfte sind? Wer kann Demokratie und Gesellschaft politisch oder aktivistisch mitgestalten — und wer bleibt dabei auf der Strecke, weil Beruf, Sorgearbeit, Krankheit oder anderes die volle Aufmerksamkeit und die gesamte zur Verfügung stehende Zeit kosten? Wie können wir als Gesellschaft wehrhaft werden und bleiben, allen anderen Anforderungen zum Trotz? Eintritt frei
Achtung, ausverkauft!
Mittwoch, 11. Februar 2026, 20 Uhr
Kulturzentrum Merlin Stuttgart
Gilda Sahebi: Buchvorstellung, Lesung, Gespräch
Verbinden statt spalten. Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung.
In Kooperation mit dem Kulturzentrum Merlin.
Dienstag, 3. März 2026, Württembergischer Kunstverein, 19 Uhr:
Klaus Gietinger liest aus seinem neuen Roman:
TOTE AUF URLAUB
Berlin 1919
Kaum ein Autor hat sich so intensiv mit der deutschen Novemberrevolution befasst wie der Filmemacher und Schriftsteller Klaus Gietinger. Ergebnis sind ein halbes Dutzend Bücher, die immer neue Aspekte dieses Jahrhundertereignisses erschließen. In seinem Archiv liegen noch viele Schätze. Ein Teil dieser Dokumente gehen nun in einen Roman ein, dessen Handlungsstränge belegbar sind. Der Autor hat es verstanden, die Geschichte lebendig werden zu lassen. Der Roman taucht ein ins unruhige Berlin von 1919, kurz nach der Novemberrevolution, die das Ende des Kaiserreichs brachte. Der konservative Kriminalkommissar Richard Brinkmann und die mit revolutionären Ideen sympathisierende Kriminalassistentin Cläre Reichelt ermitteln in einem der spektakulärsten politischen Verbrechen der deutschen Geschichte, dem Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.
Bernhard Weiß, liberaler Vizekriminaldirektor, von Antisemiten als „Isidor“ verhöhnt, deckt die Recherchen der beiden – obgleich nur die Militärjustiz – im Auftrag der SPD-Regierung – den Fall behandeln soll. Schnell zeigt sich: Es wird vertuscht. Brinkmann und Reichelt entdecken eine heiße Spur ganz nach oben. Und geraten in den Strudel der aufkommenden Gegenrevolution.
Eintritt frei.
In Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung BW
Hoffen und Handeln!
Herzliche Grüße
Euer Netz-Team