Liebe Homepage-Besucher:innen, der letzte Flaneursalon des Jahres steht bevor: Sonntag, 8. November, Tangoloft, Beginn 19.30 Uhr. Der Veranstaltungsort in der Hackstraße, direkt an der Stadtbahnhaltestelle Bergfriedhof, bietet eine außergewöhnlich schöne Atmosphäre und Kulisse – wie geschaffen für unsere intime Lieder- und Geschichtenshow. Wäre natürlich schön, wir könnten den kleinen Saal noch mal füllen. Viele Flaneursalons wird es nicht mehr geben. Für kommendes Jahr ist noch nichts geplant. Musik machen im Tangoloft Eric Gauthier und Cemre Yilmaz & Friends; die Schauspielerin Charis Hager vom Theater der Altstadt wird erstmals als gewitzte Lyrik-Interpretin im Flaneursalon auftreten. Hier geht’s zum Vorverkauf
Die 25. Nacht der Lieder am 2. und 3. Dezember im Theaterhaus findet ohne die Aktion Weihnachten statt – im Jubiläumsjahr sind die Stuttgarter Nachrichten als Repräsentantin erstmals seit 2001 nicht mehr dabei, weil das Stuttgarter Pressehaus inzwischen unter Ulmer Kommando steht. Da die StN weder organisatorisch noch finanziell etwas zu der Benefiz-Show beigetragen haben, spielt ihr Abgang für das Theaterhaus und mich keine ggroße Rolle. Wir machen wie gewohnt weiter. Die bevorstehenden Jubiläumsabende sind schon nahezu ausverkauft, es gibt noch Restkarten. Der Wohltätigkeits-Charakter der Veranstaltung bleibt erhalten. Aus spendenrechtlichen Gründen werden wir in diesem Jahr im Publikum sammeln, das Geld kommt dem Kinderhospiz in Stuttgart zugute. Dafür haben wir den Eintrittspreis um fünf Euro gesenkt. Neulich war ich zu Besuch im Hospiz in der Diemershalde, wo mich Mitarbeiterin Christina Semrau durch die Einrichtung führte. Das Haus finanziert 40 Prozent seines Etats mit Spenden. Und hier geht’s zum Theaterhaus-Vorverkauf
Netzwerk Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie
Und jetzt der aktuelle Newsletter unserer Inititiative, wir haben für dieses Jahr noch zwei wichtige, interessante Veranstaltungen geplant:
Liebe Mitstreitende,
wir wechseln die Jahreszeit, und der Herbst verspricht nicht viel Gutes. Andrerseits zeigt sich, was möglich ist, wenn sich Handeln mit Hoffnung verbindet: In Serbien und Brasilien haben die autoritären Rechten die jüngsten Wahlen verloren.
Bei uns wird unterdessen gegen alles, was in irgendeiner Form als „links“ verortet werden kann, eine Hysterie in neuem Ausmaß geschürt. Das gilt nicht nur für die Regierungsbildung in Berlin, inzwischen wird auch gegen anstehende Schülerproteste gehetzt, als würden die Demos ausschließlich von linksextremen Gewalttätern/Agents Provocateurs vorbereitet. Baden-Württembergs CDU-Innenminister, ein Musterbeispiel provinziellen Horizonts, fühlt sich berufen, wegen der bevorstehenden bundesweiten Demos „Gen Z regelt“ Jüdinnen und Juden besonderen Schutz zu versprechen. Soll heißen: Wo Linke aufkreuzen, herrscht gewalttätiger Antisemitismus.
Kundgebung „Gen Z regelt“:
Samstag, 31. Oktober, Stuttgart, Schlossplatz. Beginn 14 Uhr.
Im herrschenden Klima der Irrationalität, in einer gesellschaftlichen Mischung aus Dummheit, Ratlosigkeit und Bösartigkeit können die Rechtsextremen in aller Ruhe ihren Weg gehen. In Philipp Ruchs aktuellem Buch „Der Rückfall. Der rätselhafte Triumph der NSDAP am 14. September 1930“ findet sich der bemerkenswerte Satz: „Der Entzug der Verachtung gegenüber den Nazis ist die Kernbedingung für den Holocaust.“ Nun behaupten wir nicht, Geschichte wiederhole sich. Verhaltensweisen und Mechanismen allerdings ähneln sich durchaus bei der Betrachtung von Vergangenheit und Gegenwart. Die Kernbedingung für die Zerstörung demokratischer Errungenschaften ist die Anbiederung der sogenannten Mitte an die Rechtsextremen, die Übernahme ihrer Sprache und die Kopie ihrer politischen Forderungen. Davor warnen Politikwissenschaftler seit Jahren – im Blick auf Merz & Co. ohne Erfolg.
Noch ein Termin: Samstag, 14. November, 14 Uhr: Prüf-Kundgebung, diesmal auf dem Stuttgarter Schlossplatz. (Unser Netzwerk hat die Stuttgarter Prüf-Kundgebungen Anfang des Jahres auf den Weg gebracht und seitdem mitorganisiert.)
Schon seit Sommer 2023 organisieren wir kontinuierlich Netzwerk-Veranstaltungen in unterschiedlicher Form: Treffen für Menschen, die nicht aufgeben im Engagement gegen den Rechtsextremismus. Jetzt wieder mal in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung BW:
Dienstag, 17. November 2026
Württembergischer Kunstverein
Beginn 19.30 Uhr
Vortrag und Gespräch über eine Entwicklung mit brisanter Aktualität. Der Hamburger Sozialwissenschaftler und Journalist SEBASTIAN FRIEDRICH (u. a. „Panorama“/ARD, „Der Freitag“)zum Thema:
Was erhoffen sich Wirtschaftsführer
von der AfD und anderen Rechtsextremen?
Anfang Oktober 26 meldet „Der Spiegel“: „Die Autoindustrie sucht die Nähe zu extremen Rechten“. Vor allem in Brüssel hätten Autolobbyisten im Blick auf Verbrenner kaum noch Berührungsängste. Wenig später unterstützt Audi-Chef Döllner den US-Präsidenten Trump bei einem schamlosen Wahlkampf-Auftritt voller Fremdenhass und Sexismus: Er verkündet den Bau eines Audi-Werks in Georgia, während die Beschäftigten des Unternehmens in Deutschland Schließungen befürchten müssen. Der Rechtsruck in Wirtschaftskreisen betrifft nicht nur die Autoindustrie. Der Einfluss der AfD wächst allenthalben.
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Und dann freuen wir uns auf einen für uns wichtigen Abend, der eine Kooperation mit einer Initiative in Sachsen-Anhalt einleiten könnte. Bereits bei der Stuttgarter Prüf-Kundgebung am 10. Oktober haben wir in einem Wortbeitrag zu Spenden für Miteinander e. V. Sachsen-Anhalt aufgerufen. Dieses Demokratieprojekt ist nach den jüngsten Landtagswahlen akut gefährdet. Deshalb muss es solidarisch unterstützt werden. Jetzt haben wir engeren Kontakt mit Miteinander e. V. aufgenommen, woraus diese Veranstaltung entstanden ist:
Mittwoch, 9. Dezember 2026
Württembergischer Kunstverein
Beginn 19.30 Uhr
Rechtsextremismus-Experte David Begrich spricht
über die Lage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Dazu der Text von Miteinander e. V.
„Bei der jüngsten Landtagswahl kam die AfD in Sachsen-Anhalt auf fast 44 Prozent, die demokratischen Parteien erzielten ein historisch schlechtes Ergebnis. Was bedeutet das für die Zivilgesellschaft vor Ort und für andere Regionen? Unter dem Titel „Total Blau? Real Talk Sachsen-Anhalt. Nach der Landtagswahl: Demokratische Kerne erhalten und was jetzt zu tun bleibt“ laden das Netzwerk und Miteinander e. V. zu einem gemeinsamen Abend in Stuttgart ein. Zu Gast ist der Rechtsextremismus-Experte David Begrich.
Begrich ordnet das Wahlergebnis ein und fragt, warum die AfD so viele Menschen erreicht hat. Er beschreibt, wie sie mit Auftritten in der Fläche und einer auf soziale Medien zugeschnittenen Kommunikation auch Menschen angesprochen hat, die sich von der Politik abgewandt hatten. Ihr Angebot knüpft nach seiner Analyse an die Sehnsucht nach Normalität und Überschaubarkeit an, ohne konkrete Lösungen für die Probleme vor Ort zu bieten.
Im Mittelpunkt steht die Frage, was jetzt zu tun bleibt. Begrich plädiert dafür, die demokratischen Kerne auch jenseits der Großstädte zu erhalten und zu stärken. Die demokratische Zivilgesellschaft im Osten sei keine Massenbewegung, sondern ein über dreißig Jahre gewachsenes Netzwerk aus Vereinen und Initiativen. Ihre Arbeit sei vielerorts bedroht und brauche Unterstützung von außen.
Die Veranstaltung verbindet sozialwissenschaftliche Einordnung mit Erfahrungen aus der Beratungsarbeit vor Ort. Diskutiert wird, wie demokratische Akteur:innen eigene Themen setzen können, statt auf die Agenda der extremen Rechten zu reagieren. Welche Ansätze tragen unter den aktuellen Bedingungen, und was lässt sich auf andere Regionen übertragen? Begrich versteht Sachsen-Anhalt als Versuchslabor: Was dort gelingt, könnte die AfD auch anderswo umsetzen wollen. Die Veranstaltung ist deshalb auch für Menschen außerhalb Sachsen-Anhalts relevant.
Über den Referenten
David Begrich studierte Theologie und Sozialwissenschaften in (Ost-)Berlin. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet er als Referent für politische Bildung bei der Arbeitsstelle Rechtsextremismus von Miteinander e. V. in Magdeburg. In seinen Vorträgen verbindet er empirische Einordnung mit Einblicken aus der Beratungspraxis und richtet den Blick auf Handlungsmöglichkeiten unter den aktuellen politischen Bedingungen. Zuletzt erschien von ihm in den Blättern für deutsche und internationale Politik (Ausgabe 10/2026) der Beitrag Sachsen-Anhalt: Demokratische Kerne erhalten!.“
Liebe Mitstreitende, wir hoffen, möglichst viele von euch bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen. Konkretes Handeln ist womöglich effektiver als die tausendste AfD-Analyse.
Herzliche Grüße
Euer Netz-Team