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Flaneursalon: Vorverkauf läuft
Liebe Treue, der nächste und letzte Flaneursalon des Jahres steht bevor: Sonntag, 8. November, Tangoloft, 19.30 Uhr. Der Veranstaltungsort in der Hackstraße, direkt an der Stadtbahnhaltestelle Bergfriedhof, bietet eine außergewöhnlich schöne Atmosphäre und Kulisse – wie geschaffen für die intime Lieder- und Geschichtenshow. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir den kleinen Saal noch einmal füllen könnten. Viele Flaneursalons wird es nicht mehr geben. Für kommendes Jahr ist noch nichts geplant. Meine Mixed Show war immer auch eine gute Basis für die technische und künstlerische Zusammenstellung politischer Aktionen. Wenngleich das eine mit dem andern nichts direkt zu tun hat. Musik machen im Tangoloft Eric Gauthier und Cemre Yilmaz; die Schauspielerin Charis Hager vom Theater der Altstadt wird erstmals als gewitzte Lyrik-Interpretin im Flaneursalon auftreten. Hier geht’s zum Vorverkauf
Bei der jüngsten Stuttgarter Prüf-Demo am Samstag, 10. Oktober, im Oberen Schlossgarten habe ich angesichts der Bedrohungen von rechts zum Spenden für die Initiative Miteinander e. V. in Sachsen-Anhalt aufgerufen. Ich will anregen, dass bei jeder weiteren Prüf-Kundgebung für gefährdete demokratischer Projekte gesammelt wird – für überregionale wie für regionale. Es kann nichr reichen, nur immer wieder vorzutragen, warum die Partei der rechsextremen Bewegung das demokratische Leben gefähredet. Wir müssen im antifaschistischen Engagement viel öfter konkrete Unterstützung leisten – und unsere eigenen Dinge machen. Hier mein kurzer Wortbeitrag:
Liebe Prüf-Gesellschaft im Schlossgarten,
nach der beschämenden Wahl eines Politikers der rechtsextremen Partei zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt könnte ich jetzt auf eine Kiste steigen. Und wie der Verteidigungsminister in Berlin die Nationalhymne krächzen. Heute aber erscheint es mir sinnvoller, einen anderen Ton anzuschlagen: Entscheiden wir uns hier für das Lied, für die Stimme der Solidarität, für die konkrete Unterstützung der demokratischen Zivilgesellschaft im Osten.
In Sachsen-Anhalt will der parlamentarische Arm der Rechtsextremen die Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus zerstören: Das 100-Tage-Programm dieser Partei sieht vor, die Landesmittel für diese Stellen zu streichen. Für Demokratieprojekte vor Ort wird es dann noch schwerer als bisher, an Geld zu kommen. Ähnliche Dinge erleben wir im Übrigen auch vor unserer Haustüre noch ohne rechtsextreme Regierungen. In Sachsen-Anhalt sind zudem künstlerische Produktionen bedroht, die nicht der „teutschen“, der „patriotischen Kultur“ der autoritären Nationalisten entsprechen. Was für eine Barbarei angesichts unseres internationalen Zusammenlebens.
Liebe Freundinnen und Freunde, im ehrenamtlichen Bereich gibt es ein Wort mit etwas anrüchigem Klang: Es lautet Geld, also Kohle, Kröten, Patte, Mäuse. Doch in unserem Fall bedeutet Geld erste Hilfe. Mit Spenden können wir Demokratieförderung weiterhin möglich machen. Das geht ganz ganz einfach: Tausendmal zehn macht zehntausend.
Die Mauer im Kopf muss weg. Der Rechtsruck geht uns alle an, in Ost und West. Deshalb bittet das Stuttgarter Prüf-Team, für die Initiative Miteinander e. V. in Sachsen-Anhalt zu spenden. Dieses Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit leistet Bildungs- und Beratungsarbeit mit Blick auf Rechtsextremismus und Menschenrechte, sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene. Und es kooperiert mit unserer Prüf-Bewegung. Nur mit breiter finanzieller Unterstützung aller im Engagement gegen die Feinde der Demokratie können sie ihre vorbildliche Arbeit fortsetzen. Und ihr großer Mut, ihr risikoreicher Einsatz mitten unter Faschisten verdienen unseren allergrößten Respekt. Nicht nur mit Worten.
Es ist jetzt wichtiger, Geld zu spenden, als die Hymne anzustimmen.
Das Rascheln von Scheinen in Sammelbüchsen hat nichts mit Scheinheiligkeit zu tun. Dieses Geräusch ist der Sound der Solidarität. Macht bitte mit, im Rahmen eurer Möglichkeiten. Und wer heute nicht ausgerüstet ist, prüfe bitte, was noch unter seinem Kopfkissen und seiner Matratze lagert.
Prüfen heißt immer auch: Mit voller Power etwas tun. Herzlichen Dank!