Willkommen!
Liebe Gästinnen und Gäste, tatsächlich handelt es sich bei „Gästinnen“ weniger um ein gegendertes Wort als um ein vergessenes: Es stand schon im Deutschen Wörterbuch von Jakob und Wilhelm Grimm. Sei’s drum. Heute, nach extrem hohen Temperaturen und viel organisatorischem Kram, der neue Newsletter unseres Netzwerks Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie:
Liebe Mitstreiter:innen,
nach der Hitze ist vor der Hitze, und wir müssen kühlen Kopf bewahren. Der meteorologische und der politische Klimawandel, die eng zusammenhängen und sich ständig verschärfen, dulden kein Nichtstun. Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt und am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern gewählt, und wir sollten nicht denken, die erschreckende Zustimmung für die AfD in den neuen Bundesländern sei nur ein „Ost-Problem“. Vielmehr sollten wir damit rechnen und uns dagegen wappnen, dass trotz der unterschiedlichen Historie und politischen Entwicklung auch bei uns im sogenannten Westen schon bald möglich sein kann, was im Osten bereits gang und gäbe ist: die Dominanz einer rechtsextremen Bewegung mit ihrem parlamentarischen Arm, die unsere demokratischen Errungenschaften zerstören.
Der junge Autor und Aktivist Jakob Springfeld aus Zwickau in Sachsen hat schon 2024 den Bestseller „Der Westen hat keine Ahnung, was im Osten passiert“ veröffentlicht. Der Untertitel des Buchs sagt uns, was immer noch unterschätzt wird: „Warum das Erstarken der Rechten für uns alle eine Bedrohung ist“.
Jakob Springfeld ist viel unterwegs und hat Erfahrung. Am Sonntag, 27. September, tritt er bei unserer Netzwerk-Veranstaltung im Württembergischen Kunstverein auf. Thema: „Was können wir – NOCH – tun gegen rechts?“ Mit ihm kommt der Regisseur Volker Lösch, lange am Staatstheater Stuttgart tätig und vielen als wortgewaltiger Aktivist gegen Stuttgart 21 bekannt, zu unserem offenen Treffen. Beginn: 17 Uhr.
Als mitwirkende Gäste erwarten wir außerdem:
Katja Starnberger, Institut für Rechtsextremismusforschung der Uni Tübingen (IRex).
Kerstin Müller, Leuchtlinie, Fach- und Beratungsstelle für Betroffene von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Baden-Württemberg. Sitz in Stuttgart, Reinsburgstraße.
Zu Wort kommen wird auch das Publikum. Uns geht es darum, praktische Vorschläge für das Engagement gegen rechts zu erarbeiten.
Das Treffen nennen wir Großer Ratschlag, unterstützt wird es von der Kontext Wochenzeitung als Kooperationspartnerin und der Initiative AnStifter. Das Programm ist noch nicht vollständig. Wir sind an der Arbeit und hoffen auf engagierte Beteiligung am Sonntag, 27. September, wenn die Wahlen im Osten gelaufen sind.
PRÜF-Kundgebung Spezial
Samstag, 12. September
Stuttgarter Schlossgarten. Achtung: Beginn 14 Uhr
Weil Ferien sind und die Personaldecke beim Stuttgarter Prüf-Team ziemlich dünn, haben wir uns als Netzwerk noch einmal für eine Kundgebung eingesetzt und sie mitorganisiert. Angesichts der Wahlen trägt die 6. Folge den Untertitel „Spezial“. Sie beginnt um 14 Uhr, die Bühne steht wie gewohnt vor dem Schauspielhaus. Am Ende gibt es einen Demo-Zug zum Schlossplatz, wo zum Thema Ost-Wahlen die Kundgebung des Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte um 16 Uhr beginnt. Die Zusammenlegung beider Veranstaltungen am selben Ort wäre zu umfangreich ausgefallen.
Und hier die Mitwirkenden auf der Bühne der Prüf-Kundgebung im Schlossgarten:
Wortbeiträge:
Wolfgang Schorlau, Schriftsteller
Thomas Schreckenberger, Kabarettist
Paula Weil, Fridays for Future
Joe Bauer, Autor
Moderation:
Karimael Buledi (Aktivistin, Moderatorin) & Stephan Moos (Schauspieler)
Musik:
Maslband (Frauen-Trio, Balkan-Sounds, Klezmer)
Fola Dada (Jazz- und Soulsängerin) & Joscha Glass (Jazzmusiker)
Schön und absolut wichtig wäre, wenn möglichst viele Organisationen/Initiativen/Aktive/Neueinsteiger dabei wären. Wir müssen endlich über unseren eigenen Schatten springen und die viel beschworene wehrhafte Demokratie als STREITBARE DEMOKRATIE verstehen – und trotz aller unterschiedlicher Meinungen zusammenfinden und was tun. Ohne Scheuklappen, ohne Vereinsmeierei. Ein frommer Wunsch, aber unsere einzige Chance. Wie immer schließen wir mit unserem Motto: Hoffen heißt handeln und handeln heißt hoffen. Und da gibt’s keine Ferien …
Herzliche Grüße
Euer Netz-Team