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	<title>Joe Bauers Flaneursalon</title>
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	<description>Die Lieder- und Geschichtenshow</description>
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	<title>Joe Bauers Flaneursalon</title>
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		<title>2601. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/07/04/2601-depesche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jul 2026 15:46:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, in den vergangenen Wochen war einiges zu erledigen. Drei Flaneursalon-Shows im Mai und Juni, die Prüf-Demo vor drei Wochen (meine letzte als Mitwirkender) und unsere Netzwerk-Veranstaltung am 2. Juli: das sehr gut besuchte Podium zum Thema „Wofür hat Stuttgart noch Geld?“. Jetzt riecht es nach Pause, und so habe ich mich hingesetzt, um<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Willkommen!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Besucherin, lieber Besucher, in den vergangenen Wochen war einiges zu erledigen. Drei Flaneursalon-Shows im Mai und Juni, die Prüf-Demo vor drei Wochen (meine letzte als Mitwirkender) und unsere Netzwerk-Veranstaltung am 2. Juli: das sehr gut besuchte Podium zum Thema „Wofür hat Stuttgart noch Geld?“. Jetzt riecht es nach Pause, und so habe ich mich hingesetzt, um mich beim Tippen einer Hobby-Kolumne ein wenig zu entspannen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Meine Kleine Website Story</em><br>ALTER LÖWE</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich noch Stadtspaziergänger-Texte als bezahlter Kolumnist geschrieben habe, bin ich nie ohne ein paar Seiten voller Kritzeleien in meinem Notizbuch nach Hause gekommen. Ich trug es immer bei mir, und wenn ich es mal samt Stift vergessen hatte, besorgte ich mir unterwegs in irgendeinem Geschäft neues Schreibzeug. Zwar lassen sich Beobachtungen auch leicht ins Taschentelefon eintragen. Das Mobile allerdings nahm ich nur zum Knipsen, auch weil es einfacher ist, unterwegs Augenfälliges zu fotografieren als abzuschreiben oder zu beschreiben. Mit dem Stift etwas im Notizbuch einzutragen, fühlt sich noch heute so ähnlich an, wie eine Vinylscheibe aufzulegen, statt das Album aus dem Internet herunterzuladen. Eine Marotte, aber womöglich nicht die dümmste. Und in der Ferne singt Neil Young „Walkin’ On The Road (To The Future)“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach wie vor ist es ein gutes Gefühl, herumzugehen. Selbst an den erschreckend heißen Tagen dieses Sommers, an denen es zur sportlichen Herausforderung wird, Schattenkurse zu erorbern, um nicht zu kollabieren. Und jetzt hoffe ich mal, dass man mir nicht gleich einen Sonnenstich mit Größenwahn als Folge unterstellt, wenn ich angesichts meiner Beinarbeit samt hobbymäßiger Auswertung Rousseau zitiere: „Niemals habe ich so viel gedacht, nie bin ich von der Tatsache meines Daseins, meines Lebens und, wenn ich so sagen darf, meines Ichs so erfüllt gewesen als auf meinen einsamen Fußwanderungen. Das Gehen hat etwas, was meine Gedanken erregt und belebt; wenn ich mich nicht bewege, kann ich kaum denken, mein Körper muss gewissermaßen in Schwung geraten, um auch meinen Geist zum Schwingen zu bringen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Meine Zufußgeherei ist keineswegs immer eine einsame Sache, da ich meist tagsüber durch die Stadt wandere (oder durch das, was sich für eine Stadt hält). Und allmählich neige ich dazu, merkwürdig belebte, vielleicht sogar erregende Orte und Räume anzusteuern: Einkaufszentren. Diese Hoch- und Tiefbunker des Konsums sind soziale Biotope mit dem Vorzug, klimatisiert zu sein, bieten uns also Hitzeschutz, den uns die Politik fahrlässig verweigert. Das internationale Labyrinth-Leben zwischen Kita und Seniorenheim ohne direkten Kaufzwang erregt und belebt durchaus die Gedanken, wenn auch nicht zwingend auf dem Level Rousseaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer gastronomischen Sammelstation eines Shoppingcenters zu sitzen ist kein schlechtes Kino. Ich sehe vier junge Frauen mit langen, bis zum Boden reichenden Kopftüchern am Nachbartisch essen, sie sprechen abwechslungsweise Deutsch und eine Sprache, die ich nicht kenne. Selbstverständlich ist auch mein vom Gehen halbwegs bewegtes Hirn nie frei von Klischees. Das fällt mir auf, als ich ein wenig erstaunt bin (es mir dank meiner coolen Sonnenbrille aber nicht anmerken lasse), wenn aus der Frauengruppe pausenlos „fuck“ und „fucking“ zu mir herüberdringt. Die sogenannten „Kulturen“, die im Sprachgebrauch oft genug als Ersatzbegriff für „Rassen“ herhalten müssen, unterscheiden sich im Alltagsleben weniger, als die fucking rechten Kulturkämpfer den fucking weißen Kartoffeln weismachen wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mein favorisiertes Einkaufszentrum, ich habe es früher schon erwähnt, ist der Stuttgarter Königsbau. Ich scheue mich aber keineswegs, auch im Cannstatter Carré Platz zu nehmen – eine, stadtplanerisch gesehen, entschieden schärfere Nummer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt stelle ich aus Gewissensgründen klar, dass ich mir meines Fehlverhaltens als Herumgeher beziehungsweise Herumsitzer einigermaßen bewusst bin. Und will mich auch nicht mit der Ausrede retten, hässliche Räume nur deshalb aufzusuchen, um irgendwelche „Studien“ zu betreiben. Denn interessant finde ich diese Biotope auf jeden Fall, wenn auch nicht „spannend“, wie man heute jeden Scheiß bezeichnet – sogar Menschen, sobald sie nur ein wenig wichtiger erscheinen als der ganze uninteressante Scheiß um einen herum. Was soll denn beispielsweise an einem Klingbeil „spannend“ sein? Spannend wäre allenfalls, eine Summe darauf zu setzen, an welchem Tag die von ihm geführte SPD untergeht, während ich in der Fress-Etage des Einkaufszentrums rote Grütze verdaue und auf dem Taschentelefon entspannt Fußballnachrichten schaue.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die von mir oft zitierte US-amerikanische Schriftstellerin Rebecca Solnit schreibt in ihrem Buch „Wanderlust“ (Originaltitel): „Die Straße ist öffentlicher Raum, in dem das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Versammlungsrecht aus dem Ersten Verfassungszusatz gelten. Dasselbe lässt sich von einem Einkaufszentrum nicht sagen. Die demokratischen emanzipatorischen Möglichkeiten des Versammelns in der Öffentlichkeit existieren nicht an Orten, an denen für Versammlungen kein Platz ist.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun reizt mich der Gedanke, an solchen Orten heimliche, subversive Versammlungen einzuberufen. Man könnte klassenbewusst einen Kassensturz planen. Womöglich aber bin ich dafür nicht mehr fucking fresh genug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass ich immer noch relativ, äh, leichtfüßig unterwegs bin, sofern die Lendenwirbel gut aufgelegt sind, verdanke ich vermutlich einer gewissen Disziplin im Leibesübungsbereich. Zweimal die Woche trainiere ich je eine Stunde im spartanischen Muskelmaschinen-Gehege der Firma Kieser. Jeden Sonntag gehe ich, je nach Strecke, zwischen 60 und 80 Minuten joggen. Und einmal die Woche gönne ich mir die göttliche Mischung aus Sauna und kaltem Wasser im Mineralbad: das Beste, was Stuttgart zu bieten hat. Das alles erzähle ich nicht, um irgendwem zu imponieren. Tatsächlich wundere ich mich immer wieder, was einem 72-jährigen Rentner noch möglich ist. Naturgemäß gehört da eine Menge Glück dazu, denn trotz gehörigen Raubbaus und durchaus lebensgefährlicher Eskapaden in früheren Phasen meines Lebens bin ich von bleibenden körperlichen Schäden verschont geblieben. Zum Glück war es früher noch möglich, sich rechtzeitig krankschreiben zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neulich habe ich einem Fitness-Kollegen gesagt, ich sei immer wieder verblüfft, wie ich es als alter Sack noch schaffe, die gar nicht so unstrapaziösen Gewichte meiner Übungen zu steigern. Der Fitness-Kollege ist um einiges jünger als ich und trainiert in einer Liga, dass einem schon beim Zuschauen angst und bange wird. Er sah mich ein paar Sekunden streng an wie Doktor Eisenbart und sagte dann: „Das menschliche Alter wird falsch eingeschätzt.“ In der freien Natur gehe selbst ein schon verdammt alter Löwe noch am Tag vor seinem Tod erfolgreich auf die Jagd. Erst danach falle er um. Diese Geschichte imponierte mir, bis mir einfiel, dass ich kein Löwe, sondern Zwilling bin, alter Falter. Erschwerend kommt hinzu, dass ich schon lange nicht mehr auf der Jagd gewesen bin. Das Nötigste finde ich ja im Einkaufszentrum, solange Klingbeil nicht auch noch die Rente kippt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute, da ich diese Zeilen bei offenem Fenster in meinen Laptop tippe, habe ich mich geistig im klimatisierten Shoppingcenter verkrochen. Heute ist der 4. Juli 2026. The Fourth of July. Die USA unter der Führung von Donald Trump und seinen extrem rechten und extrem reichen Steigbügelhaltern feiern heute, am Unabhängigkeitstag, das 250jährige Bestehen der Vereinigten Staaten von Amerika. Und in Erfurt/Thüringen hält die AfD als parlamentarischer Arm der rechtsextremen Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland ihren 17. Bundesparteitag ab, genau 100 Jahre, nachdem in Weimar/Thüringen der zweite Reichsparteitag der NSDAP stattfand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oben auf meinem Plattenregal steht mit verschränkten Armen der tönerne Sitting Bull. Als warte er auf einen Song von Neil Young. Hey, Häuptling, sage ich, es ist Zeit, hinauszugehen. Der Körper muss in Schwung geraten, damit der Restgeist das alles verkraftet. Und dann lassen wir die Löwen los.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>SONG:</strong> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=M4pF5toyrYA">Neil Young</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>2600. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/07/02/2600-depesche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2026 08:19:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, schon wieder Juli, Deutschland wird nicht Fußballweltmeister, aber die USA 250 Jahre alt. The 4th of July. Born down in a dead man&#8217;s townThe first kick I took was when I hit the groundEnd up like a dog that&#8217;s been beat too much&#8218;Til you spend half your life just to cover it up<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Willkommen!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Besucherin, lieber Besucher, schon wieder Juli, Deutschland wird nicht Fußballweltmeister, aber die USA 250 Jahre alt. The 4th of July.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Born down in a dead man&#8217;s town<br>The first kick I took was when I hit the ground<br>End up like a dog that&#8217;s been beat too much<br>&#8218;Til you spend half your life just to cover it up now<br><br>Born in the USA<br>I was born in the USA …</em><br>(Bruce Springsteen)</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute, am Donnerstag, 2. Juli, kehrt unser kleines Netzwerk-Team namens <a href="https://www.netzwerk-gegen-rechts.info">Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie</a> wieder vor der eigenen Haustür: Die Podiumsdiskussion im WKV zum Thema „Wofür hat Stuttgart noch Geld?“ behandelt das soziale Klima in der Stadt. Beginn 19.30 Uhr. Der Veranstaltungsraum im Kunstgebäude heute Abend ist klimatisiert, und der Begriff „Klimaanlage“ geht einem schon lange nicht mehr unbefangen und gedankenlos über die Lippen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">An diesem Freitag, 3. Juli, soll im Stuttgarter Gemeinderat übrigens mehrheitlich für den Bau einer neuen &#8222;Schleyerhalle&#8220; für etwa 19.000 Besucher gestimmt werden (CDU, Grüne u. a.) &#8211; ein Projekt, das angesichts der Entwicklungen im internationalen Entertainment-Business völlig daneben ist. Wieder mal ein typische Beispiel für eine provinziellen Mischung aus Größenwahn und Ahnungslosigkeit. In Zukunft werden z. B. auf Tourneen große Show mehrere Tage lang nur noch in wenigen großen Städten stattfinden, und Stuttgart wird da keine Rolle spielen. Branchenfachleute halten den Hallenplan nahezu einstimmig für Unsinn. Aber man will halt mal wieder mitgeigen im hinterwäldlerischen Glauben, man könne München oderf Frankfurt überbieten und den Rest der Welt sowieso.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rückblick: </strong>Der kleine <strong>Flaneursalon</strong> am Sonntag, 28. Juni, im <em>Tangoloft</em> in der Hackstraße, einem sympathischen, idealen Ort für sogenannte Kleinkunst, war eine schöne, eine berührende, eine humorvolle Sache – das Publikum trotz beinahe identischem Programm auffallend lebendiger als bei unserem ersten, ebenfalls keineswegs müden Tangoloft-Abend im Mai. Hinterher dachte ich mir wieder mal im Gestank des Eigenlobs: Auf seine Weise ist es schon ein einzigartig abwechslungsreicher Mix, den das Publikum für vergleichsweise günstiges Eintrittsgeld erlebt. Meine Gäste waren: Meisterkoch Vincent Klink als Vorleser und Querflötenspieler, begleitet vom Jazzgitarristen Lorenzo Petrocca; das Song Duo Eva Leticia Padilla &amp; Dany Labana Martínez; der Sänger und Akkordeon-Virtuose Stefan Hiss und als Überraschungsgast Abdul, ein Autodidakt am Klavier. Jetzt ist erst mal Flaneursalon-Pause, ich mache ja keine Jahresplanung mehr. Vielleicht ergibt sich wieder was.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit wieder zur politischen Aktivität – von unserem Netzwerk in Planung:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>EIN TREFFEN ALS GROßER RATSCHLAG.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurzeit bereiten wir, mit Unterstützung der Initiative <em>Die AnStifter</em> und der <em>Kontext:Wochenzeitung</em>, ein Netzwerk-Treffen für demokratisch Engagierte und all jene vor, die es werden wollen. Der Termin steht bereits fest, über den Ort sind wir uns noch nicht ganz schlüssig. Sicher ist, dass am <strong>Sonntag, </strong><strong>27. September</strong>, ab <strong>17 Uhr </strong>in größerem Kreis über dieses Thema gesprochen, diskutiert und beraten wird:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong>WAS KÖNNEN WIR – noch – TUN GEGEN RECHTS?</strong></em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen dürfte es nicht mehr nötig sein, ständig zu erklären, wer mit „rechts“ gemeint ist. Unsere Veranstaltung wird voraussichtlich in zwei Teilen über die Bühne gehen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der ersten Hälfte wird ein Referent/eine Referentin über die aktuelle politische Situation und Entwicklung berichten und Fragen beantworten. Mit entsprechenden Expert:innen sind wir im Gespräch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Besetzung für den zweiten Teil steht unterdessen weitgehend fest: Der in Berlin lebende Theaterregisseur und Aktivist <strong>Volker Lösch</strong> sowie der junge Autor und Aktivist <strong>Jakob Springfeld</strong> aus Sachsen informieren uns über Erfahrungen im Einsatz gegen Rechtsextreme. Volker Lösch ist vielen von uns aus seiner Stuttgarter Theaterzeit und von seinem Engagement gegen das Immobilienprojekt-Desaster <em>Stuttgart 21</em> bekannt. Jakob Springfeld, 2002 in Zwickau geboren und dort aufgewachsen, hat unter anderem die Bestseller „Unter Nazis“ und „Der Westen hat keine Ahnung, was im Osten passiert“ geschrieben. In Stuttgart erhielt er die Theodor-Heuss-Medaille für besonderes Engagement für Demokratie und Bürgerrechte.</p>
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			</item>
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		<title>2599. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/06/22/2599-depesche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 05:23:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, mitten in der Hitze habe ich eine neue Homepage-Kolumne, meine Kleine Website Story, getippt. Man kann sich ja nicht einfach aufgeben und nur noch Fußball schauen. Schon kommenden Sonntag, 28. Juni, findet der letzte für dieses Jahr geplante Flaneursalon statt, im Tangoloft (ausgebucht). Dass ist gewissermaßen die Wiederholung des Abends vom 10. Mai<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Willkommen!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Besucherin, lieber Besucher, mitten in der Hitze habe ich eine neue <strong>Homepage-Kolumne</strong>, meine <em>Kleine Website Story</em>, getippt. Man kann sich ja nicht einfach aufgeben und nur noch Fußball schauen. Schon kommenden Sonntag, 28. Juni, findet der letzte für dieses Jahr geplante <strong>Flaneursalon</strong> statt, im Tangoloft (ausgebucht). Dass ist gewissermaßen die Wiederholung des Abends vom 10. Mai mit Vincent Klink, der (zu) schnell ausverkauft war. Und nach dem Kolumnentext findet sich auf dieser Seite die Ankündigung der nächsten Veranstaltung unseres <a href="https://www.netzwerk-gegen-rechts.info">Netzwerks Gemeinsam gegen rechts &#8211; für eine bessere Demokratie, </a>die am Donnerstag, 2. Juli, im WKV stattfindet &#8211; und ein lokales Thema behandelt, das uns alle angeht. Und jetzt zur Kür &#8211; ich wünsche kühlen Kopf:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Meine Kleine Website Story</em></strong><br><strong>ARSCHTRITT FÜR GEISTER</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Faschismus steht schon vor der Tür, und wir reden übers Wetter. Alles läuft wie immer. Zwar weiß ich nicht, ob gewisse Schweißgerüche den rechten Stinkern Auftrieb geben. Womöglich aber stärkt Hitze nicht zwingend die Kampfkraft der antifaschistischen Abteilung. Jedenfalls ist dieser Juni 26 eine harte Nummer, die Tage, in denen die Fußball-Weltmeisterschaft als Multi-Milliarden-Dollar-Spektakel in den USA, in Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Also in Amerika. Daran ändert auch nichts, dass der Reporter Johannes B. Kerner der verdutzten Sportwelt verkündet, Kanadas Fußballteam habe einen „amerikanischen Trainer“, obwohl es doch einen Konflikt zwischen Kanada und Donald Trump gebe. Bekanntlich will der sich Kanada als weiteren Bundesstaat einverleiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Verwirrung nicht anzuheizen, gebe ich zu Protokoll, dass das Team Canada bei dieser WM den US-amerikanischen Trainer Jesse Marsch beschäftigt. Und im Moment noch ein amerikanischer Kontinent existiert, der nicht allein aus den USA besteht. So gesehen trainiert in Kanada ein Amerikaner Amerikaner. Aber wer soll das bei dieser Hitze verstehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich in meiner Nachbarschaft in den kleinen, für alle Grundbedürfnisse des Lebens sortierten <em>Al Sendiebad Markt</em> Proviant einkaufe, sagt mir Yousif am Tresen, im Irak habe es zurzeit 50 Grad. Der Strom falle aus, und ums Wasser sei es auch nicht gut bestellt. So gesehen bin ich mit meinem läppischen 35 Grad nicht schlecht bedient. Ich nehme mir eine Dose Ölsardinen, eine Zwiebel und eine Zitrone in der Gewissheit, damit zu überleben, falls ich zum Verzehr etwas Country-Musik höre. Ein Transistorradio und Batterien besitze ich bereits, falls der Strom ausfällt und der Russe vor der Tür steht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Neugierde erkundige ich mich auf dem Heimweg nach dem heißesten Stuttgarter Tag im 21. Jahrhundert, und weil ich Kachelmann nicht persönlich kenne, frage ich KI. Demnach wurde „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ am 25. Juli 2019 mit 37,2 Grad Celsius die größte Stuttgarter Hitze des bisherigen Jahrtausends gemessen. Daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, vermutlich waren auch seinerzeit die Temperaturen für die Kapazitäten meiner Hirnspeicher zu hoch. Kein Wetter für Kolumnen. Freundlicherweise liefert mir KI eine weitere Information: „Noch eine kleine Besonderheit zu Stuttgart: Wegen der Kessellage können die gefühlte Belastung durch Hitze und die nächtlichen Temperaturen deutlich extremer sein als die die offiziellen Höchstwerte allein vermuten lassen.“ Kann nur heißen: In Wahrheit haben wir gerade Irak-Verhältnisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Homepage-Gemeinde, meine ellenlange meteorologische Erörterung lässt darauf schließen, dass ich gerade nichts Bessere auf der Pfanne habe. So wahr ich Bauer heiße. Bei diesem Sauwetter, das am Ende was mit dem Klima und dessen Wandel zu tun haben könnte, kann kein Mensch von mir verlangen, einen Text auf der Basis meiner üblichen Stadtspaziergänge zu fabrizieren. Ich halte es in diesen Tagen wie ein Rennfahrer, dem der Sprit ausgeht: Es geht nur noch ums Ankommen. Mein zunehmendes Alter verführt mich oft dazu, nur ausgetrampelte Pfade zu wählen. Ich will ja wieder zurück nach Hause finden, aus weiser Voraussicht: „Daheim sterben die Leut“ hat uns der Regisseur Klaus Gietinger mit seinem gleichnamigen Film gelehrt. Gut, das war 1985, aber da ging es hierzulande auch schon ziemlich heiß zu: Die gut befeuerte Anti-Atomkraft-Bewegung, scharfe Proteste gegen die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen namens Pershing II und so fort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In jenen Achtzigern war ich Redakteur im Kulturteil der „Stuttgarter Nachrichten“, wurde zwischendurch aber auch losgeschickt, um fern der langweiligen Heimat über Hausbesetzungen und ähnliches Treiben in der Protest- und Gegenkultur der Republik zu berichten. Für einen Bewohner des Kesselkaffs Stuttgart war etwas außerbetriebliche Fortbildung von Vorteil, und dass Reisen in meinem Fall eine leichte Übung war, hatten mir Kabarettisten beigebracht: „Wer es in Stuttgart aushält, dem gefällt es überall.“ Dieser Gag funktioniert bis heute auch in Wiesbaden, Wuppertal und Waiblingen, aber nirgendwo so gut wie in Stuttgart.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und heute gehe ich durch den Schlossgarten, wo wir in den Achtzigern noch nicht den Rasen betreten durften, und sehe brandneue Stuttgart-Botschaften, die allesamt kein bisschen weniger geistreich ausfallen als die alten. Weil man in der unteren Königstraße, wo es manchmal beinahe ein bisschen zugeht, wie es in Bahnhofsvierteln zugeht, Gebäude abreißt, wurden Transparente an die Bauzäune der Wiese gehängt: Hier entstehe das „Schlossgarten Quartier“, „Das neue Eingangstor zur City“: „Wir gestalten das schönste Stück Stuttgart“. Was sonst. Mit üblichem Feingefühl für Ort und Zeit haben die Reklamefritzen auf einem Transparent über zwei Pfeile die weithin sichtbaren Wörter gesetzt: „Kultur“ und „Bahnhof“. Das liest sich nicht nur mit überhitzter Matschbirne wie „Kultur Bahnhof“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Über die Stuttgarter Bahnhofskultur muss ich nichts mehr sagen. Irgendwann, lange nach meinem Ableben, wird am Brunnen vor dem City-Tore eine alte Hymne aus tausend toten Kehlen erklingen: „Auferstanden aus Ruinen“. Wie das dann gemeint sein wird, lasse ich offen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als halbwegs trainierter und damit noch relativ aufrechter Herumgeher bin ich nach wie vor auch politisch in Bewegung, nur weiß ich nicht mehr so genau, wo es sinnvoll ist, sich einzureihen. Vielleicht überall dort, wo sich Menschen herumtreiben, die angesichts der immer intensiveren rechtsextremen Aufmärsche in allen gesellschaftlichen Bereichen noch nicht kapitulieren. Zwar fällt es schwer, an einheitliche Aktionen in demokratisch oder auch revolutionär klimatisierten Zirkeln zu denken. Aber wer kann schon wissen, ob nicht schon übermorgen was in Gang kommt. Es könnte ein Wunder geschehen und sich der Zorn frustrierter Menschen nicht immer bloß zugunsten der Rechten entladen. Es gibt ja Wunder. Kap Verde hat Spanien ein Nullnull abgetrotzt. Da war anscheinend auf dem rechten wie auf dem linken Flügel einiges in Unordnung geraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gegen Ende meines heutigen Wetterberichts will ich einen naiven Gedanken absondern, meinetwegen soll er im ausgetrockneten Gras verdunsten: Bei allen Richtungsstreitereien, bei allen ideologischen Grabenkämpfen, bei aller gottverdammten Parteiblindheit und Vereinsmeierei könnte sich doch irgendwo eine Horte Unnachgiebiger zum Kriegsrat treffen und die Frage erörtern:<em> Was – noch – tun gegen rechts?</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Sehr wahrscheinlich zwar, dass sich dann etliche antifaschistisch befeuchtete Köpfe in ihren klimatisierten Kabinen aufplustern, den Finger ausstrecken und sagen: Nein, mit denen nicht, mit den andern auch nicht, und mit allen zusammen erst recht nicht. Und dann reden wir wieder übers Wetter und hoffen, dass ein Blitz einschlägt und sich links der Himmel und rechts die Hölle öffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Wochenendausgabe der linken Zeitung „nd“ habe ich neulich einen schönen Artikel gelesen, der unter der Überschrift „Arschtritt für Vampire und Hexen“ mit diesen Zeilen eingeleitet wird: „Mit ,Der Tag, an dem die Hölle siegte’ ist Band 2500 der Heftromanserie <em>Geisterjäger John Sinclair </em>erschienen. Wer die Faxen dicke hat von intellektuellen Literatur-Ergüssen, der ist hier genau richtig.“ Trotz teuflischer Hitze ging ich schnurstracks zum Kiosk, kaufte mir das Geisterjäger-Heftchen und las den ersten Satz: „Zu behaupten, alles war wie immer, wäre eine glatte Lüge gewesen!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das ging mir runter wie eine Eisbombe bei 50 Grad im Schatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Netzwerk Gemeinsam gegen rechts &#8211; für eine bessere Demokratie: </em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Donnerstag, 2. Juli 2026<br>Württembergischer Kunstverein<br>Beginn 19.30 Uhr</strong><br>Podiumsgespräch und Diskussion<br>über die Gefahren der Haushaltspolitik:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>WOFÜR HAT<br>STUTTGART NOCH GELD?</strong><br>&nbsp;<br>Auf sinkende Gewerbesteuereinnahmen reagiert die Stadt mit finanziellen Kürzungen, die auch den sozialen und kulturellen Bereich Stuttgarts hart treffen. Wirtschaftliche Verunsicherung und Verlustängste kommen dem gefährlichen Rechtsruck in der Politik zugute. Wie bedroht sind demokratische Errungenschaften in unserem gesellschaftlichen Leben? Darüber sprechen wir mir Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Gemeinderat:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alexander Kotz,</strong> CDU<br><strong>Petra Rühle,</strong> Bündnis 90/Die Grünen<br><strong>Jasmin Meergans, </strong>SPD<br><strong>Hannes Rockenbauch</strong>, SÖS Die Linke Plus<br>Moderation: <strong>Jan Sellner, </strong>Journalist, StZ/StN</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>2598. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/06/18/2598-depesche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Jun 2026 09:04:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher. Auch die nächste Homepage-Kolumne wird bald kommen, zuletzt war es etwas war es schwierig, Zeit dafür zu finden. Liegt nicht am Fußball. Aus dem Team der Prüf-Demos bin ich jetzt ausgestiegen. Seit November hatte ich mich in allen möglichen Bereichen darum gekümmert, die Sache in Stuttgart in Gang zu bringen, immer unter dem<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Willkommen!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Besucherin, lieber Besucher. Auch die nächste Homepage-Kolumne wird bald kommen, zuletzt war es etwas war es schwierig, Zeit dafür zu finden. Liegt nicht am Fußball. <br>Aus dem Team der Prüf-Demos bin ich jetzt ausgestiegen. Seit November hatte ich mich in allen möglichen Bereichen darum gekümmert, die Sache in Stuttgart in Gang zu bringen, immer unter dem Gesichtspunkt: Zu diesen Veranstaltungen gegen rechts kommen auch Menschen, die sonst zu keiner Kundgebung gehen würden. Und wir sind in einer Situation, in der man demokratische Aktivitäten ohne große Rücksicht auf eigene Vorstellungen oder gar seinen Privatgeschmack unterstützen muss. Und jetzt wieder zu anderen Dingen: </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Veranstaltung von <strong><a href="https://www.netzwerk-gegen-rechts.info">Netzwerk Gemeinsam gegen rechts &#8211; für eine bessere Demokratie</a></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Donnerstag, 2. Juli 2026<br>Württembergischer Kunstverein<br>Beginn 19.30 Uhr</strong><br>Podiumsgespräch und Diskussion<br>über die Gefahren der Haushaltspolitik:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>WOFÜR HAT<br>STUTTGART NOCH GELD?</strong><br>&nbsp;<br>Auf sinkende Gewerbesteuereinnahmen reagiert die Stadt mit finanziellen Kürzungen, die auch den sozialen und kulturellen Bereich Stuttgarts hart treffen. Wirtschaftliche Verunsicherung und Verlustängste kommen dem gefährlichen Rechtsruck in der Politik zugute. Wie bedroht sind demokratische Errungenschaften in unserem gesellschaftlichen Leben? Darüber sprechen wir mir Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Gemeinderat:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alexander Kotz,</strong> CDU<br><strong>Petra Rühle,</strong> Bündnis 90/Die Grünen<br><strong>Jasmin Meergans, </strong>SPD<br><strong>Hannes Rockenbauch</strong>, SÖS Die Linke Plus<br>Moderation: <strong>Jan Sellner, </strong>Journalist, StZ/StN</p>
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		<item>
		<title>2597. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/06/14/2597-depesche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2026 04:12:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Bei der 4. Stuttgarter Prüf-Kundgebung am Samstag, 13. Juni, im Oberen Schlossgarten vor den Staatstheatern hat der professionelle Sport-Ereignis-Moderator Jens Zimmermann eine engagierte Rede über sein Metier gehalten. Jens und ich haben uns vor Jahrzehnten über die Stuttgarter Kickers kennengelernt. Heute moderiert er große Veranstaltungen, er war bei mehreren Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Hier seine Rede: Liebe Mitbürgerinnen<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Bei der 4. Stuttgarter Prüf-Kundgebung am Samstag, 13. Juni, im Oberen Schlossgarten vor den Staatstheatern hat der professionelle Sport-Ereignis-Moderator </em><strong>Jens Zimmermann </strong><em>eine engagierte Rede über sein Metier gehalten. Jens und ich haben uns vor Jahrzehnten über die Stuttgarter Kickers kennengelernt.</em> <em>Heute moderiert er große Veranstaltungen, er war bei mehreren Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Hier seine Rede:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Demokratinnen und Demokraten,<br>wenn wir über den gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Land sprechen, dann müssen wir auch über den Sport sprechen. Ich bin hier heute <em>nicht</em> als Vorstandsmitglied eines Sportverbandes oder Vorstand eines Bürgervereins, sondern als Bürger dieser Stadt und unseres Landes.<br>Papst Leo XIV. schreibt aktuell einen Satz, der mich tief bewegt:  „Es gibt Situationen, in denen wir, um menschlich zu bleiben, unser Zögern ablegen und Stellung beziehen müssen. Es gibt Konflikte, bei denen es nicht richtig ist, neutral zu bleiben.“<br>Ich spreche also heute zu euch als selbständiger Moderator. Als jemand, der eigentlich gut beraten wäre, sich politisch möglichst neutral zu verhalten, um keine Aufträge zu verlieren.<br>Aber kann ich das wirklich?<br>Kann ich so tun, als ginge mich diese Entwicklung nichts an?<br>Nein.<br>Ich sehe es als meine Pflicht, heute hier zu sein und mich dagegen zu wehren, dass rechtsextreme Parteien in Deutschland wieder so viel Macht bekommen.<br>Ich möchte sagen können: „Ich habe etwas getan.“ Und nicht nur gehofft, dass andere das Problem schon lösen werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was mich als Sportfan und -Moderator besorgt: Auch der Sport bleibt von diesem Rechtsrutsch nicht verschont. In vielen Jahren habe ich unzählige Spiele begleitet. In großen Arenen und auf kleinen Sportplätzen. Ich kenne Vereine, die von Ehrenamtlichen getragen werden. Menschen, die ihre Freizeit opfern, um Kindern und Jugendlichen ein sportliches Zuhause zu geben. Menschen, die Woche für Woche dafür sorgen, dass Gemeinschaft entsteht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sport und unsere Vereine sind weit mehr als nur Freizeit oder Unterhaltung. Sie sind wichtige Orte unseres Miteinanders. Hier begegnen sich Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religion, politischer Überzeugung und sozialer Hintergründe. Hier lernen junge Menschen Respekt, Fairness, Teamgeist. Hier entstehen Freundschaften, Gemeinschaft und Zusammenhalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei denke nicht nur an Profivereine, sondern vor allem die vielen kleinen Klubs vor Ort: den Turnverein, den TSV, die Spielvereinigung um die Ecke, die Fußballer in der A-Liga, den Handball-Verein in der Bezirksliga. Diese Vereine sind eine Stütze unserer Gesellschaft. Genau deshalb geraten sie in den Fokus rechtsextremer Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade während und nach der Corona-Pandemie haben wir erlebt, wie sich Verschwörungs – und demokratiefeindliche Erzählungen verbreitet haben. So sind Netzwerke entstanden, die gezielt versuchen, Einfluss auf Vereine und ehrenamtliche Strukturen zu gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sport mit seiner enormen Reichweite ist für Rechtsextreme ein attraktives Ziel. Wer Menschen erreichen will, der sucht die Orte auf, an denen Menschen zusammenkommen. In Fußballstadien, Vereinsheimen und auf Sportplätzen versuchen immer öfter Rechtsextreme, Einfluss zu gewinnen. Rassistische Gesänge, antisemitische Schmierereien, rechtsextreme Symbole, menschenfeindliche Parolen – all das passiert mitten unter uns.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Verfassungsschutz spricht inzwischen von einer „rechtsextremen Erlebniskultur“, die sich beim Fußball und in anderen Freizeitbereichen organisiert. Deshalb dürfen wir nicht so tun, als beträfe uns diese Entwicklung nicht. Und deshalb stehen wir heute hier. Weil wir uns Sorgen machen. Sorgen um unser Land, um unsere Demokratie. Sorgen um den Zusammenhalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir müssen Demokratie jeden Tag verteidigen. In Parlamenten. In Schulen. In Vereinen. Auf dem Sportplatz. Im Stadion. Auf der Arbeit. Überall. Denn die Normalisierung rechter Positionen schreitet voran. Was gestern noch unsagbar war, ist jetzt diskutierbar. Und genau das stärkt die Feinde der Demokratie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade deshalb dürfen wir jetzt nicht schweigen! Un deshalb macht dieser heutige Tag Hoffnung. Wir sind nicht allein &#8211; und wir sind nicht wenige. Gerade jetzt kommt es darauf an, dass Menschen zusammenkommen und sagen: So geht es nicht weiter. Dass wir einander Mut machen &#8211; dass wir Haltung zeigen &#8211; dass wir laut bleiben. Wenn einer den Anfang macht, traut sich vielleicht auch die Nachbarin. Vielleicht der Kollege &#8211; vielleicht die Freundin. Und deshalb müssen wir uns immer wieder sagen:<br>Wir sind nicht wenige &#8211; und auch im Sport sind wir mehr!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Sport bringt Menschen zusammen, die sonst nicht miteinander ins Gespräch kommen würden. Auf dem Sportplatz, in der Turnhalle oder im Vereinsheim spielt es keine Rolle, wo jemand geboren wurde, welchen Beruf er hat oder woran er glaubt. Entscheidend ist, dass man gemeinsam etwas erreichen will. Deshalb sind Sportvereine Orte der Begegnung, der Integration und der Demokratie. Deshalb tragen Vereine eine besondere Verantwortung. Nicht nur die Profiklubs, sondern gerade auch unser TSV. Die Amateure. Denn dort wird jeden Tag gelebt, was unsere Demokratie ausmacht:<br>Respekt – Fairness – Verantwortung &#8211; Zusammenhalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Genau diese Werte stehen im Gegensatz zu Hass, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit. Deshalb gilt auch hier: Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft – auch nicht im Sport. Wenn wir zulassen, dass diejenigen stärker werden, die Menschen gegeneinander aufbringen wollen, dann verlieren wir weit mehr als nur ein Spiel. Dann verlieren wir das, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie lebt nicht von Sonntagsreden – oder wie heute von Samstagsreden. Sie lebt von Menschen, die sie verteidigen. Und deshalb stehen wir heute hier. Nicht aus Angst &#8211; sondern aus Verantwortung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir stehen heute hier mit einer klaren Forderung: Parteien, die als rechtsextremer Verdachtsfall gelten, müssen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden. Und zwar jetzt! Unsere Demokratie muss sich gegen diejenigen wehren, die sie abschaffen wollen. Demokratie und Werte im Sport bedeuten:<br><strong>Vielfalt – Freiheit &#8211; Menschenwürde.</strong> Und diese Grundsätze werden wir<strong> </strong>niemals kampflos aufgeben. Vielen Dank.<br><strong>&#8212;&#8212;</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Direkt zuvor hatte ich bei der Prüf-Demo, die ich mitorganiserte, diese Rede vorgetragen:</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Schönen guten Tag im Schlossgarten,<br>gut, dass ihr da seid. Die etwas Älteren von euch, die sich noch an unsere vorherigen Veranstaltungen erinnern können, wissen, was jetzt kommt. Nämlich die traditionelle Prüfung für alle ABC-Schützen:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Gebt mir ein P<br>Gebt mir ein R<br>Gebt mir ein Ü<br>Gebt mir ein F</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, zum seriösen Teil unserer 4. Prüf-Festspiele:<br>Der parlamentarische Arm der rechtsextremen Bewegung würde laut Umfragen derzeit auf Bundesebene fast 30 Prozent einfahren. Und es interessiert vermutlich fast niemanden in dieser verantwortungslosen Gefolgschaft, was neulich ein ehemaliger baden-württembergischer Abgeordneter enthüllt hat:Selbst Leute innerhalb dieser Partei würden mit fanatischem Hass verfolgt, mit Goebbels-Methoden, und es herrsche dort skrupellose Selbstbedienung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch halte ich es für sinnlos, immer wieder auf die Abgründe dieses Demokratie-zerstörerischen Haufens hinzuweisen. Jede Äußerung darüber ist in etwas so erhellend wie die medizinische Erkenntnis, dass eine abgeschossene Atomrakete unserer Gesundheit schadet. Denn selbst wenn wir alles über die miesen Machenschaften des Gegners wissen, haben wir noch keine Strategie, uns dagegen zu wehren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb unsere Forderung an unsere neue Landesregierung: Geht mit gutem Beispiel voran und beantragt im Bundesrat, als rechtsextrem eingestufte Parteien vom Bundesverfassungsgericht prüfen zu lassen. Und zwar jetzt. Morgen kann es zu spät sein. Das muss noch drin sein, nachdem ihr euch gerade die Diäten für Abgeordnete erhöht habt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz schlimm ist, wenn einige sagen: Ach, lass die Rechten mal machen, die werden an der Regierung eh scheitern. Was für ein fahrlässiger Unsinn. Und niemand soll bitte mehr sagen: Die Rechtsextremen und ihr Anhang hätten aus der Geschichte nichts gelernt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Köpfe der Demokratiefeinde von heute haben eine Menge aus der Geschichte gelernt. Und die Goebbels-Methoden verinnerlicht. Sie wissen genau, was sie tun. Da ist es ganz in ihrem Sinne, wenn jetzt Bildungs- und Aufklärungsangebote, wenn soziale Programme zusammengestrichen und abgeschafft werden. Während die Ausgaben für die militärische Aufrüstung astronomisch steigen und kaum noch diskutiert werden, werden Sozialproteste deshalb für uns immer wichtiger. &#8211; In diesem Zusammenhang grüße ich das Stuttgarter Bündnis für Kultur, Bildung und Soziales – und alle, die sie gewerkschaftlich unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Freundinnen und Freunde, seit jeher ist es möglich, die Demokratie mit demokratischen Mitteln zu zerstören. Und eines muss uns klar sein: Faschismus funktioniert leichter und schneller als Demokratie. Und endet für viele womöglich im Elend oder tödlich. <br><br>Nicht wenige denken, das Übel unserer Tage sei allein eine Partei, deren verlogenen Namen ich erst gar nicht ausspreche. Antifaschistisch betrachtet ist dieses A-Wort absolut für’n Arsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber wir dürfen den Blick nicht nur auf eine Partei richten, sondern müssen mehr denn je prüfen, was wir selbst tun können. Etwa die Regierenden auffordern, endlich eine Politik zu machen, die denen etwas gibt, die nicht viel haben. Und sie sollen einen Ton wählen, der die Menschen in ihre Verunsicherung nicht noch weiter erniedrigt. Dem Regierungschef sollten wir klarmachen, dass der Beruf des Kanzlers nicht darin besteht, andere abzukanzeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich Menschen über andere Menschen erheben, ist dies das Ende der Menschlichkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch haben wir kein Patentrezept, wie wir die rechtsextreme Welle stoppen können. Aber das Zusammenstehen demokratisch gesinnter Menschen wie heute ist ein Lichtblick. Demokratie, habe ich neulich bei einem französischen Autor gelesen, Demokratie ist ein Gespräch zwischen zivilisierten Menschen. Dafür sind Prüf-Demos da.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dummerweise leben in der Zivilisation nicht nur zivilisierte Menschen. Also müssen wir uns mit all denen zusammentun, die bereit sind für das Gespräch und den Einsatz gegen die Rechtsextreme. Wir sollten Tag für Tag prüfen, was uns möglich ist. Auf der richtigen Seite zu stehen, ist noch lange nicht genug. Entscheidend ist unser Handeln.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schauspieler Matthias Brandt hat ein kleines Buch mit dem Titel „Nein sagen“ veröffentlicht. Aus der Perspektive der Distanz, nach langem öffentlichen Schweigen hat er sich in die Materie des Widerstands gegen die Nazi-Diktatur vertieft, und seine Schlüsse daraus haben mich buchstäblich bewegt. Er schreibt: „Die Atmosphäre zwischen den Demokraten ist oft so vergiftet, dass Verständigung kaum noch möglich scheint. Eigentlich sollten wir uns schämen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch haben wir die Möglichkeit, uns vom Gift zu befreien, damit wir uns nicht schämen müssen. Unsere Forderung, endlich die Verfassungsfeindlichkeit der Rechtsextremen zu prüfen, ist deshalb absolut richtig. Gleichzeitig müssen wir uns organisieren und vernetzen, so gut wir das können. Wer mehr Zeit hat und Möglichkeiten als andere, die existenzielle Probleme haben, muss mehr tun. Und sich auch mal einen Tritt geben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und falls heute jemand sagt: Wir sind zu wenige im Schlossgarten, dann kann ich nur antworten: Dann müssen wir eben alle zusammen und jeder und jede einzelne besser werden, dann werden wir auch mehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Selbstverständlich muss eine politische Aktion wie heute auch Freude machen. Gleichzeitig aber müssen wir bereit sein, über unseren Schatten zu springen. Voreingenommenheiten abschaffen. Besser zusammenarbeiten, über die Grenzen von Parteien und Organisationen hinweg. Falsche Prinzipien und Grundsätze müssen wir vergessen. Nicht jedes Mitglied einer vielleicht ungeliebten Partei leidet an Parteigehorsam, in jeder demokratischen Organisation gibt es individuelle Köpfe, die den aufrechten Gang gehen. Angesichts dringend notwendiger Kooperationen darf es keine Eitelkeiten mehr geben. Weg mit Parteisoldatentum und der verdammten deutschen Vereinsmeierei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Sache ist doch relativ einfach: Rein statistisch gesehen, kann es unter 100 Klub-Mitgliedern, sofern es sich nicht um einen Nazi-Klub handelt, keine 100 Arschlöcher geben. Also müssen auf die fünf oder zehn oder fünfzehn zugehen, die keine sind. Und uns gemeinsam aufraffen zum Aufstand der Anständigen.<br>Und so schließe ich auch heute mit der Devise:<br><em>Wir können hoffen, solange wir handeln.</em><br>Vielen Dank.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>2596. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/06/13/2596-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Jun 2026 07:03:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Am Freitagabend ging ein außergewöhnlich schöner Flaneursalon im Ratze-Garten auf den Hügeln über die Bühne. Am Ende stehender Applaus. Und heute geht es für mich weiter: 4. PRÜF-Kundgebungin Stuttgart für Baden-WürttembergSamstag, 13. Juni 2026Oberer Schlossgarten, vor dem Schauspielhaus der StaatstheaterBeginn: 12 UhrMitwirkend sind u. a. der Stuttgarter Dance-Company-Chef Eric Gauthier mit einer Tanz-Aktion, der Freiburger Kabarettist Jess Jochimsen,<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Am Freitagabend ging ein außergewöhnlich schöner <strong>Flaneursalon </strong>im Ratze-Garten auf den Hügeln über die Bühne. Am Ende stehender Applaus. Und heute geht es für mich weiter: </p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4. PRÜF-Kundgebung</strong><br><strong>in Stuttgart für Baden-Württemberg<br>Samstag, 13. Juni 2026<br>Oberer Schlossgarten, vor dem Schauspielhaus der Staatstheater<br>Beginn: 12 Uhr</strong><br>Mitwirkend sind u. a. der Stuttgarter Dance-Company-Chef Eric Gauthier mit einer Tanz-Aktion, der Freiburger Kabarettist Jess Jochimsen, der Musiker Patrick Bopp &amp; Ensemble, die Sängerin Hajnal, Joe Bauer (Wortbeitrag), Jens Zimmermann (Worte zum Sport) u. a.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>2595. Depeschen</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/06/10/2595-depeschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Jun 2026 05:00:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[FLANEURSALONAM FREITAG, 12. JUNI,IM GARTEN DER RATZE Die Wetterprognose ist günstig, das Publikum aber wie gewohnt erst mal skeptisch. Egal. Es geht wieder nach oben für uns da unten: Der Flaneursalon gastiert an diesem Freitag, 12. Juni, im Wirtshausgarten der RATZE am Raichberg. Meine Bühnengäste sind Eric Gauthier (voc, g) &#38; Nadia Krasnovid (Cello), Cemre Yilmaz (voc) &#38;<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>FLANEURSALON<br>AM FREITAG, 12. JUNI</strong>,<br><strong>IM GARTEN DER RATZE</strong><br><br>Die Wetterprognose ist günstig, das Publikum aber wie gewohnt erst mal skeptisch. Egal. Es geht wieder nach oben für uns da unten: Der Flaneursalon gastiert an diesem Freitag, 12. Juni, im Wirtshausgarten der <a href="https://www.wirtshaus-ratze.de/">RATZE</a> am Raichberg. Meine Bühnengäste sind<strong> Eric Gauthier </strong>(voc, g) &amp; <strong>Nadia Krasnovid</strong> (Cello), <strong>Cemre Yilmaz</strong> (voc) &amp;<strong> Lisa Wilhelm</strong> (dr, g) &amp;<strong> Moritz</strong> <strong>Langmeier </strong>(p) &#8211; sowie <strong>Jess Jochimsen</strong> (Kabarett). Und auch <strong>Abdul</strong>, der Mann am Klavier, bekommt wieder einen Einsatz; viele kennen ihn als Musikanten am Open Piano in der U-Bahnstation Charlottenplatz. Das Ratze-Gelände auf den Hügeln hab ich 2022 entdeck: während der Corona-Pandemie, als für viele im Kulturbetrieb Open Air die einzige Möglichkeit war. Schöner Blick ins Tal, erregende Atmosphäre fern der nahen Stadt. &#8211; Essen von 16 Uhr bis 18 Uhr. Showbeginn: 19 Uhr. Reservierungen: ratzestr@gmail.com &#8211; Es gibt auch noch Karten an der Abendkasse.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>2594. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/06/07/2594-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Jun 2026 13:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://joebauer.de/?p=3547</guid>

					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, zunächst die Pflicht der Freude: Kommenden Freitag, 12. Juni, ist der Flaneursalon im Ratze-Garten am Raichberg, Gaisburg. Es gibt noch freie Platze, und da oben unter freiem Himmel herrscht eine gute Atmosphäre, seit ich das Gelände 2022 als Veranstaltungsort mit amtlicher Bühne entdeckt habe. Reservierungen: ratzestr@gmail.comSchon einen Tag später, am Samstag, 13. Juni,<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Willkommen!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Besucherin, lieber Besucher, zunächst die Pflicht der Freude: Kommenden<strong> Freitag, 12. Juni, </strong>ist der <strong>Flaneursalon</strong> im <strong>Ratze-Garten</strong> am Raichberg, Gaisburg. Es gibt noch freie Platze, und da oben unter freiem Himmel herrscht eine gute Atmosphäre, seit ich das Gelände 2022 als Veranstaltungsort mit amtlicher Bühne entdeckt habe. Reservierungen: <em>ratzestr@gmail.com</em><br>Schon einen Tag später, am <strong>Samstag, 13. Juni,</strong> findet im Oberen Schlossgarten vor dem Schauspielhaus die 4. <strong>Stuttgarter Prüf-Kundgebung</strong> für Baden-Württemberg statt. Ich helfe immer noch mit, weil ich denke, dass jedes Treffen gegen die Rechtsextremen in diesen Tagen wichtiger ist denn je. Über Sinn und Zweck der eher spielerischen Prüf-Veranstaltungen in der ganzen Republik mag man man geteilter Meinung sein. Sicher ist: Es kommen nicht wenige Menschen zusammen, auch solche, die sonst eher nicht an politischen Aktionen teilnehmen. Willkommen Einsteiger! Und alle anderen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tatsächlich ist es für mich gerade zeitlich etwas schwierig, neue Homepage-Kolumnen, die Kleine Website Story, zu tippen. Ist doch einiges los, das erledigt werden muss. Vergangenen Samstag war ich in Heidenheim, wo der Landesparteitag der AfD im Congress Centrum auf dem Schlossberg stattfand – gegenüber vom Naturtheater. Für diese Zusammenrottung von Rechtspopulisten und Rechtsextremen hatte die Stadt das traditionelle Heidenheimer Familienfest abgesagt. So weit sind wir. Man laberte in der Stadt staatstragend etwas von „Neutralitätspflicht“.<br>Das <em>Bündnis gegen Rechts Heidenheim</em> hatte gegen den Parteitag Demozüge und eine Kundgebung auf dem Schlossberg organisiert. Als Überraschung kam in der Nacht zum Samstag der allseits bekannte Tour-Bus namens „Adenauer“ des <em>Zentrums für politische Schönheit</em> aus Berlin angerollt – lange Zeit strenge Geheimsache. Dann gab es im Verborgenen eine lustige <strong><a href="https://www.stern.de/politik/deutschland/aktivisten-servieren-afd-hakenkreuz-aus-veganem-hack-37503176.html">Hack-Kreuz-Aktion.</a></strong><br>Als Gastredner zur Heidenheimer Kundgebung hatte man auch mich eingeladen; Bündnis-Mitglieder kannten mich von meiner Mitwirkung bei den Stuttgarter Prüf-Demos. Nun war für mich weniger der Parteitag des parlamentarischen Arms der rechtsextremen Bewegung von Bedeutung. Inzwischen aber halte ich es für immer wichtiger, beim politischen Engagement den gewohnten Radius und damit die Blase in der eigenen Stadt zu verlassen. Kontakte und Zusammenarbeit sind wichtig, und alle, die was tun, brauchen Unterstützung.<br>Die Zahl der Demonstrierenden in Heidenheim war überschaubar, 500 bis 800, aber das halte ich für nicht so bedeutend. Entscheidend ist, dass es überall Leute gibt, die bereit sind, sich gegen die Rechtsextremen einzusetzen. Die Lage wird Tag für Tag gefährlicher: Die AfD liegt bundesweit bei fast 30 Prozent – und die Unbedarftheit, die Bequemlichkeit und das Nichtstun der Nicht-Rechten sind oft erschreckend. Vor allem deshalb, weil uns die Geschichte die Gefahr vor Augen führt.<br>Schon an diesem <strong>Sonntag, 14. Juni,</strong> versammeln sich AfD-Zöglinge in <strong>Donzdor</strong>f, um ihren neuen Landesjugendverband „Generation Deutschland“ zu gründen. Der vorherige, die „Junge Alternative“, war ein Verein und hätte womöglich aufgrund seines verfassungsfeindlichen Personals verboten werden können. Der Nachfolge-Haufen ist der Partei angegliedert. Da ist ein Verbot schweiriger. Auch in Donzdorf wird zu Protesten aufgerufen. Kundgebung des <em>Bündnisses Kreis Göppingen nazifrei</em>: Westplatz vor dem Schloss, Beginn 11 Uhr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier mein Heidenheimer Redebeitrag:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Schönen guten Tag,<br>liebes Bündnis, liebe alle, die ihr unsere Sache unterstützt.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar sind wir hier einige Meter vom Brenzufer entfernt, aber ich kann doch schon mal guten Gewissens sagen: An diesem Tag ist in dieser Stadt einiges im Fluss. Und das Kürzel dieser Stadt hat hier und jetzt eine besondere Bedeutung:<br><em>HDH – Heute demonstriert Heidenheim!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wir demonstrieren gegen die Machenschaften der Rechtsextremen, und wir zeigen, dass wir bereit sind, demokratische Errungenschaften zu verteidigen. Und dazu gehören auch freie Orte der Begegnung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn sich Menschen versammeln, ist es gut zu wissen, was der Ort des Zusammenkommens zu erzählen hat. Und ich denke, euer Bündnis hier erzählt uns etwas über Hoffnung und Handeln. Ich bin wirklich sehr dankbar, dass ich nach Heidenheim eingeladen wurde. Schon deshalb, weil es wichtig ist, sich außerhalb seiner eigenen Stadt umzuschauen und Kontakte zu knüpfen. Menschen, die sich wie etwa im Stuttgarter Kessel in einer Großstadt wähnen, neigen manchmal dazu, die Gegenden außerhalb mit einer gewissen Überheblichkeit zu betrachten. Das ist dumm, denn angesichts dringend notwendiger Kooperationen und solidarischer Vernetzungen darf es keine Eitelkeiten geben. Dies gilt auch für jedes Parteisoldatentum und für jede Vereinsmeierei. In demokratischen Aktionen gegen die rechtsextreme Bewegung müssen wir Scheuklappen ablegen. Gerade auf dem Land ist es doch in diesen Tagen ungleich schwieriger, gegen die Rechten aufzustehen, als in größeren Städten, wo sich die Faschos noch etwas zurückhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heidenheim, liebe Freundinnen und Freunde, ist mir nicht ganz fremd. Meine Eltern stammen aus dieser Gegend. Mein Vater kam aus Königsbronn, und es ist jetzt 40 Jahr her, dass ich mit ihm seinen Geburtsort besucht habe, um für eine Zeitungsreportage etwas über den von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer Georg Elser zu erfahren. Damals lebten noch viele Zeitzeugen der Nazi-Diktatur. Doch ohne meinen Vater wäre es mir nicht möglich gewesen, mir irgendjemandem in Elsers Heimat zu sprechen. Die Mauer des Schweigens stand wesentlich härter als heute jede sogenannte Brandmauer. Erst wenn der Vater erkannt wurde, blieb die Tür offen. Damals habe ich in Heidenheims Nachbarschaft einiges über die Geschichte und das Wegschauen gelernt, über das Verdrängen, Vertuschen und Verleugnen.<br>Erst später habe ich begriffen: Vergangenheit vergeht nicht. Geschichte ist immer auch Gegenwart. Und Erinnerungskultur hat nur dann einen Sinn, wenn uns das Erinnern die Zusammenhänge mit der Gegenwart vor Augen führt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun folge ich nicht der These, Geschichte wiederhole sich. Und noch wäre beim Blick auf die Geschichte in unserem Fall Widerstand ein zu großes Wort. Aber viele Methoden und Verhaltensweisen von damals und heute ähneln sich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Schriftsteller Sebastian Haffner hat präzise geschildert, in welchem Klima der Nazi-Terror schon Jahre vor der Machtübernahme möglich wurde. Manche Menschen, schreibt er in seinem Buch „Geschichte eines Deutschen“, spürten schon lange vor Hitler das „Anwachsen und Bedrohlichwerden des Dummen und Bösen in Deutschland“.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir heute wieder dem bedrohlichen Dummen und Bösen begegnen, dürfen wir nicht den Fehler machen, alle Bösen für dumm zu halten oder alle Dummen für böse. Rechtsextreme Gesinnungen haben sich in unterschiedlichsten sozialen Schichten ausgebreitet.<br>Wir erleben zurzeit eine Entmenschlichung und Verrohung in unserer Gesellschaft, und auch viele, die nichts vom Faschismus wissen, die keinen Mussolini kennen, zeigen faschistisches, rassistisches, menschenverachtendes Verhalten. Sie erniedrigen andere, um sich selbst besser zu fühlen.<br>Gründe dafür sind oft ihre Verunsicherung angesichts wirtschaftlicher Ungerechtigkeiten und existenzieller Bedrohungen, ihre Wut über Verluste und die Angst vor dem sozialen Abstieg. Die Rechtsextremen schüren diese Ängste mit Attacken auf Minderheiten, die sie zu Sündenböcken stempeln. Gegen diese ekelhafte Propaganda helfen uns keine Argumente, keine Fakten. Diese Art Hetze zielt darauf, den Verunsicherten das Gefühl einer Zugehörigkeit in einer Zusammenrottung der vermeintlich Starken zu vermitteln. Die kann es nur geben, wenn alle demokratischen Freiheiten und sozialstaatlichen Gedanken zerstört werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Menschlichkeit stirbt, wenn sich Menschen über andere erheben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber selbst wenn wir all diese Dinge wissen, haben wir noch keine Strategie, uns dagegen zu wehren. Nicht wenige denken, das Übel unserer Tage sei allein eine Partei, deren verlogenen Namen ich erst gar nicht ausspreche.<br>Antifaschistisch gesehen ist dieses A-Wort absolut fürn Arsch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Partei wird dennoch Tag für Tag viel zu viel Aufmerksamkeit buchstäblich geschenkt, von Protagonisten der herrschenden Politik, von nicht wenigen Medien. So genießt dieser demokratiefeindlich Haufen eine gefährliche Verharmlosung. Oft nach dem Motto: Lass die ruhig mal machen, wird schon nicht so schlimm werden. Und man sagt das, als hätte es kein 1933 gegeben. Schon 1928 hat Goebbels folgende Botschaft verbreitet:<br>„Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns aus dem Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir werden Reichstagsabgeordnete, um die Weimarer Gesinnung mit ihrer eigenen Unterstützung lahm zu legen. Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre eigene Sache.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und denkt daran: Die neuen Nazis haben eine Menge aus der Geschichte gelernt. Sie wissen sehr genau, was sie tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch werden die Forderungen der A-Partei heute von anderen Parteien übernommen, dennoch wird ihr widerlicher Sprachgebrauch kopiert. Dabei geht es doch nicht bloß um eine Partei, die verboten gehört. In Wahrheit ist sie der parlamentarische Arm einer rechtsextremen Bewegung – und wird in Parlamenten von zahlreichen kadergeschulten, gut bezahlten Helfershelfer aus dem braunen Sumpf unterstützt. Womöglich ist es jetzt schon zu spät, zum tausendsten Mal Erich Kästner zu zitieren: Wir müssen den Schneeball zertreten, ehe er eine Lawine wird. Es ist kein Schneeball mehr, der uns bedroht. Es ist ein scheißgefährlicher Monsterball.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Partei mit ihren extrem Rechten kann sich bequem zurücklehnen und zuschauen, wie sie ohne eigenes Zutun immer mehr Stimmen sammelt. In der Bundesrepublik ist der Anteil der Armutsgefährdeten aktuell auf erschreckende 16,1 Prozent gestiegen. In den sozialen Bereichen verschärfen sich die Probleme und Ungerechtigkeiten. Und trotz dieses wachsenden Nährbodens für Faschisten ist ein Kanzler der Bundesrepublik nicht der Lage, beim Blick auf die Verlierer wenigstens hin und wieder mal einen menschlichen Ton zu finden. Dieser Kanzler ist ein <em>Abkanzler</em>. Mit seiner Kälte steigert er Zorn und Wut, was wiederum den Rechtsextremen zugute kommt. Entsprechend werden Menschen, die nicht viel haben, in unserer Gesellschaft immer öfter diffamiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei unserem demokratischen Einsatz genügt es nicht, uns allein gegen die extrem Rechten zu positionieren, Wir müssen für eine bessere Demokratie kämpfen, und jetzt gebrauche ich das Wort kämpfen zum ersten Mal. Wir brauchen die Umverteilung von oben nach unten – und nicht umgekehrt. Die Zahl der Milliardäre wächst, während Programme für demokratische Bildung und Aufklärung zusammengestrichen, soziale Leistungen gekürzt und Initiativen schikaniert werden. Als wäre die Zivilgesellschaft der Feind von Regierenden. &#8212; In diesem Zusammenhang darf ich euch solidarische Grüße vom Stuttgarter Bündnis für Kultur, Bildung und Soziale ausrichten – diese Initiative demonstriert heute Nachmittag gegen die Kürzungen im Haushalt der Stadt, die demokratische Arbeit schwächen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es sind organisierte soziale Proteste, die unsere Bündnisse gegen die Rechtsextremen in Zukunft stärker machen werden. Und das heißt für uns alle: Wir müssen besser zusammenarbeiten, über Grenzen hinweg. Nicht jedes Parteimitglied leidet an Parteigehorsam, in jeder demokratischen Organisation gibt es individuelle Köpfe, die sich für den aufrechten Gang entschieden haben. Wir alle müssen uns aufraffen zum Aufstand der Anständigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">„Die Atmosphäre zwischen den Demokraten ist oft so vergiftet, dass Verständigung kaum noch möglich scheint. Eigentlich sollten wir uns schämen“, schreibt Matthias Brandt in seinem bewegenden Buch mit dem Titel „Nein sagen“. Hinzufügen darf ich: Wir haben die Möglichkeit, uns vom Gift zu befreien, damit wir uns nicht schämen zu müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Kundgebung wie heute entspricht dem Wesen der Demokratie: Demokratie, habe ich neulich bei einem französischen Schriftsteller gelesen, ist ein Gespräch unter zivilisierten Menschen. Und eine Kundgebung schafft den Ort für diese Dialoge. Deshalb müssen wir noch viel öfter auf die Straße.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit sind wir wieder bei HDH: Diese drei Buchstaben bedeuten nicht nur <em>Heute demonstriert Heidenheim</em>. Sie sagen uns auch: <em>Hoffen durch handeln</em>. Das ist unsere Devise: Wir können hoffen, solange wir handeln.<br>Vielen Dank.</p>
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			</item>
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		<title>2593. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/05/30/2593-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 May 2026 07:02:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[FLANEURSALON LIVEOpen Air am Freitag, 12. Juni,im Wirtshausgarten der RatzeEric Gauthier &#38; Nadia Krasnovid und Cemre Yilmaz &#38; Friends machen in diesem Sommer Musik bei unserem Flaneursalon am Freitag, 12. Juni, im Garten der Ratze am Raichberg. Außerdem auf der Bühne: Kabarettist Jess Jochimsen aus Freiburg. Beginn 19 Uhr. Essen: 16.30 Uhr bis 18 Uhr. Reservieren kann man<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>FLANEURSALON LIVE</em></strong><br><strong>Open Air am Freitag, 12. Juni,<br>im Wirtshausgarten der Ratze</strong><br>Eric Gauthier &amp; Nadia Krasnovid und Cemre Yilmaz &amp; Friends machen in diesem Sommer Musik bei unserem Flaneursalon am Freitag, 12. Juni, im Garten der Ratze am Raichberg. Außerdem auf der Bühne: Kabarettist Jess Jochimsen aus Freiburg. Beginn 19 Uhr. Essen: 16.30 Uhr bis 18 Uhr. Reservieren kann man per Mail: ratzestr@gmail.com</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Willkommen!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Besucherin, lieber Besucher, heute aus aktuellen Gründen der neue Newsletter unseres <a href="https://www.netzwerk-gegen-rechts.info">Netzwerks Gemeinsam gegen rechts &#8211; für eine bessere Demokratie:</a></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Liebe Unterstützer:innen,</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">der Sommer naht, bald beginnt die Fußball-WM, und wir bleiben im Spiel.<br>Es ist nicht immer ganz einfach, einen gemeinsamen Termin für die Mitwirkenden und einen freien Raum für eine Podiumsdiskussion zu organisieren. Speziell in Stuttgart sind wir arm an geeigneten Orten, die nicht langfristig ausgebucht sind. Deshalb freuen wir uns, dass es trotz einiger Schwierigkeiten wieder gelungen ist, eine Diskussionsveranstaltung zu einem wichtigen Thema auf die Beine zu stellen. Diesmal geht es um die Stuttgarter Haushaltspolitik und ihren Einfluss auf das demokratische Leben in der Stadt. Aufgrund der rückgängigen Gewerbesteuereinnahmen kürzt Stuttgart drastisch seine Mittel. Dies trifft – wie immer bei Sparmaßnahmen – den sozialen und kulturellen Bereich besonders hart. Fallen notwendige Leistungen für die Aufklärung und Bildung weg, profitieren davon Rechtspopulisten und Rechtsextreme.<br>Darum geht in unserer nächsten Veranstaltung, hier der Flyer-Text:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Donnerstag, 2. Juli 2026<br>Württembergischer Kunstverein<br>Beginn 19.30 Uhr</strong><br>Podiumsgespräch und Diskussion<br>über die Gefahren der Haushaltspolitik:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>WOFÜR HAT<br>STUTTGART NOCH GELD?</strong><br>&nbsp;<br>Auf sinkende Gewerbesteuereinnahmen reagiert die Stadt mit finanziellen Kürzungen, die auch den sozialen und kulturellen Bereich Stuttgarts hart treffen. Wirtschaftliche Verunsicherung und Verlustängste kommen dem gefährlichen Rechtsruck in der Politik zugute. Wie bedroht sind demokratische Errungenschaften in unserem gesellschaftlichen Leben? Darüber sprechen wir mir Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Gemeinderat:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Alexander Kotz,</strong> CDU<br><strong>Petra Rühle,</strong> Bündnis 90/Die Grünen<br><strong>Jasmin Meergans, </strong>SPD<br><strong>Hannes Rockenbauch</strong>, SÖS Die Linke Plus<br>Moderation: <strong>Jan Sellner, </strong>Journalist, StZ/StN</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Aktion zum Thema</strong><br>Zu den Kürzungen im Stuttgarter Doppelhaushalt 2026/27 in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales veranstalten Aktive aus betroffenen Berufen eine Aktion:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Samstag, 6. Juni<br>Kundgebung auf dem Stuttgarter Marktplatz<br>Beginn: 16 Uhr</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Motto <strong><em>Wir sind das Stuttgart-Sign! </em></strong>spielen die Veranstalter auf die vom Gemeinderat beschlossene Investition der Stadt von mehreren 100.000 Euro in einen aufstellbaren Schriftzug (Stuttgart-Sign) an. „Wir sind der Herzschlag Stuttgarts! Wir halten diese Stadt lebendig und machen sie attraktiv, schaffen Zusammenhalt, kulturelle Teilhabe, Bildungschancen und die Innovationen von Übermorgen. Weitere Kürzungen gefährden das Fundament unserer Stadtgesellschaft substanziell!“, heißt es im Aufruf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Samstag, 6. Juni, findet auch der Landesparteitag der AfD in Heidenheim statt. Zahlreiche demokratische Organisationen haben zum Protest aufgerufen. Unser Netzwerk ist mit einem Redebeitrag auf der Hauptkundgebung vertreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach wie vor ist unser Netzwerk auch an der Organisation der Stuttgarter <strong>PRÜF-Demos </strong>beteiligt. Die bundesweiten Veranstaltungen in dieser Reihe fordern unter anderem die Landesregierungen auf, ihre Stimmen im Bundesrat für die Überprüfung von als rechtsextrem eingestuften Parteien durch das Bundesverfassungsgericht abzugeben. Diese Kundgebungen gegen die rechtsextreme Gefahr werden vorzugsweise künstlerisch und spielerisch gestaltet – und bieten auch ganzen Familien Gelegenheit zur Teilnahme.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>4. PRÜF-Kundgebung in Stuttgart für Baden-Württemberg<br>Samstag, 13. Juni 2026 <br>Oberer Schlossgarten, vor dem Schauspielhaus der Staatstheater<br>Beginn: 12 Uhr</strong><br>Mitwirkend sind u. a. der Stuttgarter Dance-Company-Chef Eric Gauthier mit einer Tanz-Aktion, der Freiburger Kabarettist Jess Jochimsen, der Musiker Patrick Bopp &amp; Ensemble, die Sängerin Hajnal, Joe Bauer (Wortbeitrag) u. a.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur wenn wir angesichts der ständig zunehmenden demokratiefeindlichen Angriffe gemeinsam etwas tun, wenn wir uns über Eitelkeiten, Vereinsmeierei und Parteisoldatentum hinwegsetzen, können wir demokratische Errungenschaften verteidigen und eine bessere Demokratie verwirklichen. Warum es deshalb dringend notwendig ist, uns möglichst schnell besser zu organisieren und zu vernetzen, darüber wollen wir bei einer Veranstaltung sprechen, die wir für Mitte September planen … Näheres demnächst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Herzliche Grüße<br>Euer Netz-Team</em></p>
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		<title>2592. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/05/21/2592-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 May 2026 09:24:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://joebauer.de/?p=3504</guid>

					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, gewissermaßen aus aktuellem Anlass habe ich ein paar Notizen über alte Zeiten zusammengestellt. Zuvor aber noch kurz der dringend notwendige Werbeblock: FLANEURSALON LIVEOpen Air am Freitag, 12. Juni,im Wirtshausgarten der RatzeEric Gauthier &#38; Nadia Krasnovid und Cemre Yilmaz &#38; Friends machen in diesem Sommer Musik bei unserem Flaneursalon am Freitag, 12. Juni, im<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Willkommen!</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Liebe Besucherin, lieber Besucher, gewissermaßen aus aktuellem Anlass habe ich ein paar Notizen über alte Zeiten zusammengestellt. Zuvor aber noch kurz der dringend notwendige Werbeblock:</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>FLANEURSALON LIVE</em></strong><br><strong>Open Air am Freitag, 12. Juni,<br>im Wirtshausgarten der Ratze</strong><br>Eric Gauthier &amp; Nadia Krasnovid und Cemre Yilmaz &amp; Friends machen in diesem Sommer Musik bei unserem Flaneursalon am Freitag, 12. Juni, im Garten der Ratze am Raichberg. Außerdem auf der Bühne: Kabarettist Jess Jochimsen aus Freiburg. Beginn 19 Uhr. Essen: 16.30 Uhr bis 18 Uhr. Reservieren kann man per Mail: ratzestr@gmail.com</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Zum letzten Gefecht</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Zurzeit wird im Nationalheldenformat Udo Lindenbergs runder Geburtstag gefeiert. Am 17. Mai wurde er 80 Jahre alt, womöglich ein kleines biologisches Wunder. In den Siebzigerjahren und bis in die Achtziger hinein war ich großer Lindenberg-Fan. Dieser Mann mit seinen Liedern in deutscher Sprache war als Texter, Performer und politisch befruchteter Nuschler was Neues in der Republik. Regelmäßig hörte ich nächtelang seine Songs: „Cello“, „Der Malocher“, „Straßenfieber“ und so fort. Mit diesem Sound im Ohr war man endlich der Komiker und Asphaltpoet, der man sein wollte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als junger Zeitungsfritze habe ich ihn öfter getroffen, was seinerzeit völlig unkompliziert war. Einmal, Anfang der Achtzigerjahre, besuchte ich ihn in einem Hotel vor seiner „Odysee“-Show in der Böblinger Sporthalle (die es heute nicht mehr gibt). Als ich an seiner Zimmertür klopfte, meldete er sich sofort: Komm rein, ist offen. Drinnen lag er in Klamotten auf dem Bett und telefonierte. Er unterbrach kurz, hielt den Hörer zu und sagte: Sorry, ich hab da gerade ein Problem, sie wollen meine Schwester entführen und mich erpressen. Aber behalte es für dich. Ehrensache, sagte ich. So war das damals.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die frühen großen Lindenberg-Shows habe ich alle besucht, etwa 1979 die von dem Theater- und Filmregisseur Peter Zadek inszenierte „Dröhnland-Symphonie“, 1983 dann „Udopia“ usw. Irgendwann wurde nicht nur Lindenberg älter, sondern auch ich, und dann hörte ich nur noch selten seine Songs. Das hatte sicher auch damit zu tun, dass ich die schlechtes Erlebnisse einer etwas wilden Ära hinter mir lassen wollte, auch wegen der, speziell für mich, extrem gefährlichen Abstürze, die ich vollständig erst 2007 einstellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Mai 2023 starb Harry Belafonte, und sein Tod erinnerte mich noch einmal an ein unvergessliches Ereignis 40 Jahre zuvor im Palast der Republik, Ostberlin. In einer Kolumne für die <em>Kontext:Wochenzeitung </em>erwähnte ich damals neben Harry Belafonte und anderen Dingen auch das DDR-Kapitel. Für meine Homepage habe ich diesen Textauszug jetzt ein wenig verändert und ergänzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Herbst 1983,&nbsp;während&nbsp;der Proteste gegen den Aufrüstungswahn in Ost und West, war es eine politische Sensation, als der westdeutsche Rockstar Udo Lindenberg zum <em>Festival für den Frieden der Welt </em>in den Palast der Republik eingeladen wurde. Zuvor, nach langer erfolgloser Bettelei um eine DDR-Tournee, hatte er Erich Honecker mit der Hymne „Sonderzug nach Pankow“ ein Denkmal im Rock-’n&#8216;-Roll-Gewerbe gesetzt: „Erich,&nbsp;ey, bist du denn wirklich so ein Schrat / warum lässt du mich nicht singen im Arbeiter- und Bauernstaat &#8230;“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weil ich damals schon ein paar Interviews mit Lindenberg gemacht und vermutlich keinen üblen Eindruck hinterlassen hatte, ließ mich der&nbsp;badisch-hessische&nbsp;Konzertmanager Fritz Rau, ein international erstklassig vernetzter Impresario, an der DDR-Expedition teilnehmen. „Der Schwabe darf mit“, sagte er. So landete ich als 29jähriger Provinzler, ordnungsgemäß akkreditiert und mit großen Augen, am 25. Oktober 1983 im Palast der Republik, Ostberlin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von den <em>Stuttgarter Nachrichten, </em>für die ich damals als Redakteur im Feuilleton arbeitete, war ich noch mit einem zweiten Thema beauftragt worden. Am Tag nach dem Friedensfestival spielte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen die Türkei, und diese Partie in Berlin ist nicht aus sportlichen Gründen in die Geschichte eingegangen. Im Vorfeld hatten Neonazis bundesweit mit rassistischen Hetzparolen zur Gewalt gegen türkische Menschen und Einrichtungen in Berlin aufgerufen. Nicht nur die Polizei, mit einem ungewöhnlich großen Aufgebot im Einsatz, auch zivilgesellschaftliche Initiativen aus linken Stadtteilen wie Kreuzberg organisierten in jenen Tagen den Schutz der Bedrohten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende blieb die Eskalation aus (und das DFB-Team um Kapitän Karl-Heinz-Rummenigge gewann 5:1). Die Stimmung in Berlin allerdings sagte schon 1983 eine Menge über eine politische Entwicklung voraus, die wir heute nicht nur auf den Straßen zu spüren bekommen. Die Kontinuität des Wiederaufstiegs der Rechtsextremen in Deutschland wollten die meisten damals nicht wahrhaben. Daran hat sich bis heute wenig geändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ich meinen Bericht über die Stimmungsmache der Neonazis gegen die türkische Bevölkerung und die antifaschistischen Reaktionen der Menschen in Berlin per Telefon aus dem Pressezentrum des Palasts der Republik an die heimische Redaktion durchgeben wollte, gab es ein kleines Problem. Es war nicht möglich, Nummern in der Bundesrepublik zu erreichen. Verbindung existierte nur nach Westberlin. Ein dort arbeitender Journalist, den ich kannte, half mir aus der Patsche: Ich solle rasch seine Frau in Westberlin anrufen, die wiederum solle die Stuttgarter Nachrichten benachrichtigen, dass es möglich sei, das Ostberliner Pressezentrum anzurufen. Dieser Trick funktionierte tadellos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Bilder vom Festival für den Frieden der Welt, dieser im Westen weitgehend als „Propaganda-Show“ kritisierten Revue mit vielen Künstler:innen, sind bekannt: Draußen vor dem Gebäude skandierten junge Menschen „Wir wollen rein“, „Wir wollen Udo“, drinnen saßen FDJ-Blauhemden und SED-Funktionäre. Es ging an diesem Abend unter anderem gegen die <em>US-Pershings </em>und, dank Lindenbergs Statements auf der Bühne, auch gegen die <em>SS 20</em> der Sowjets (womit&nbsp;weitere Tourneepläne für das Panik-Orchester gestorben waren). Als nach etlichen Fehlversuchen endlich ein FDJ-Zögling im Saal bereit war, mit mir zu reden, sagte er: „Ich möchte das Ganze wie Lenin sehen. Um den Frieden zu verteidigen, muss man sich notfalls auch mit dem Teufel zusammentun.“ Klare Sache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Übrigen war ich seinerzeit nicht dogmatisch DDR-feindlich, vielmehr hoffte ich wie viele andere auf ein einigermaßen gutes Zusammenleben zwischen West und Ost mithilfe einer vernünftigen Diplomatie. Einer Diplomatie, wie es sie heute nicht mehr gibt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Publikumsliebling der bizarren Friedensparty mit internationalen Künstlern war allerdings nicht Udo Lindenberg mit seiner Lederhose, sondern Harry Belafonte. Der große US-amerikanische Sänger und Schauspieler, dieser verdienstvolle, großzügige und charismatische Aktivist der Bürgerrechtsbewegung wurde als wahrer Held im Saal gefeiert. Als im Finale der Show alle Mitwirkenden im Chor „We&nbsp;Shall&nbsp;Overcome“ anstimmten, setzte sich Uns Udo mit feinem Gespür für die Lage im Hintergrund ans Schlagzeug: „Er trommelt zum letzten Gefecht“, tippte ich in meine Reiseschreibmaschine. Lindebergs eigener Auftritt hatte nur fünfzehn Minuten gedauert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jahre später erzählte mir sein Gitarrist Hannes Bauer, der eine Zeitlang wegen einer Liebe in Schorndorf lebte, wie sich die Musiker des Panik-Orchesters hinter den Kulissen gewaltige Joints reinzogen. Die Stasi-Schnüffler in „Erichs Lampenladen“, wie der Palast der Republik in der DDR genannt wurde, sahen zu und atmeten tatenlos durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die&nbsp;Rauchzeichen des Weltfriedens sind längst verweht. 2006 ließen die deutschen Herren mit historisch gut geübter Brutalität und ohne Sensibilität für die Menschen im Osten und die Geschichte den Palast der Republik abreißen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Erinnerung bleibt uns ein Vergnügungsort im fernen Stuttgart. 1989, im Jahr des Mauerfalls, wurde im Zentrum der&nbsp;Stadt eine Kneipe eröffnet.&nbsp;Ihr&nbsp;Name: Palast der Republik.&nbsp;Das Gebäude:&nbsp;eine ehemalige öffentliche Toilette.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>SONG:</strong> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=7XEvASE5xSo&amp;list=RD7XEvASE5xSo&amp;start_radio=1">Straßenfieber</a></p>
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