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	<title>Joe Bauers Flaneursalon</title>
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	<description>Die Lieder- und Geschichtenshow</description>
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	<title>Joe Bauers Flaneursalon</title>
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		<title>2583. Depesche</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 06:34:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, der Karfreitag ist ein guter Tag für eine neue Homepage-Kolumne: Meine Kleine Website StoryDANN SIND WIR FERTIG MIT EUCH Sicher ist, dass sogenannte chinesische Glückskekse nicht aus China kommen. Erst in den 1990er Jahren tauchten sie im Reich der Mitte auf, wo sie zuvor niemand gekannt hatte. Wie alles Glück, das bekanntlich eine<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p><em>Willkommen!</em></p>



<p>Liebe Besucherin, lieber Besucher, der Karfreitag ist ein guter Tag für eine neue <strong>Homepage-Kolumne:</strong></p>



<p><strong><em>Meine Kleine Website Story</em></strong><br><strong>DANN SIND WIR FERTIG MIT EUCH</strong></p>



<p>Sicher ist, dass sogenannte chinesische <em>Glückskekse</em> nicht aus China kommen. Erst in den 1990er Jahren tauchten sie im Reich der Mitte auf, wo sie zuvor niemand gekannt hatte. Wie alles Glück, das bekanntlich eine Hure ist, kommt auch das Süßgebäck mit seinem eingelagerten Sinnspruch auf Glanzpapier aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Vermutlich haben es japanische Einwanderer Anfang des 20. Jahrhunderts in Kalifornien verbreitet. Nicht so wichtig. Einer der eingebackenen Sprüche, den ich zuletzt aus einem Fortune Cookie zog, lautete: „Fange nie an aufzuhören, höre nie auf anzufangen.“ Verstehe ich gut als ewiger Anfänger. Eine weitere Weisheit, die ich wenig später im Keks eines vietnamesischen Restaurants fand, ging so: „Geduld! Ihre Vorschläge werden noch aufgegriffen.“ Auch diese Prophezeiung irritierte mich nicht, weil ich mich an Vorschläge meinerseits nicht mehr erinnern kann. Wer heute politische Vorschläge verbreitet, wird auch schnell mal aufgegriffen.</p>



<p>Ich gebe zu, lange nicht gewusst zu haben, dass diese kleinen, krummen Dinger zum Essen nicht aus China kommen, auch wenn ich mir hätte denken können, dass sich die großen, uns in allen Belangen überlegenen Chinesen nicht mit solchem Quatsch abgeben. Du zerrst einen Keks aus einer Folie und zertrümmerst ihn für Prophezeiungen wie diese: „Ein unerwartetes Ereignis wird dir bald Freude bringen.“ Verzehrst du dann den Glückskeks, weißt du, dass es keine Freude ist, wenn du ihn isst. Typisch, dass dieses Zeugs heute in großem Stil in Gondelsheim hergestellt wird, einem badischen Kaff bei Karlsruhe, wo sonst.</p>



<p>Komisch an meiner oberflächlichen Betrachtung dieses Cookiekrams ist, dass mir das Ganze einfiel, als ich neulich die 55. „Grundgesetz“-Auflage der Beck-Texte im dtv für 10,90 Euro im Buchladen Erlkönig abholte. Kaum eingepackt, erinnerte mich das Buch an einen Jahrhundertsatz: „Die Beamten können nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unter dem Arm herumlaufen.“ Der deutsche Innenminister Hermann Höcherl (CSU) ließ diesen Spruch 1963 fahren, weil herauskam, dass der Verfassungsschutz unter Verstoß gegen das Telefongeheimnis des Grundgesetzes Abhörmaßnahmen durch alliierte Dienste hatte vornehmen lassen. 63 Jahre später kann ich es mir leisten, den ganzen Tag mit dem Grundgesetz im Rucksack herumzulaufen. Bin ja Rentner und mache regelmäßig Muskeltraining.</p>



<p>In den vergangenen Tagen habe ich ungewöhnlich viele Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Sehr tapfer, seit uns Meldungen über die Invasion <em>Asiatischer Nadelameisen</em> in Stuttgart das Fürchten lehren. „Denn diese Ameisenart kann stechen und über ihren Stachel ein Gift abgeben, das nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch heftige allergische Reaktionen auslösen kann“, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Stechameisen sind eine große Gefahr für Mensch und Umwelt. Schlimmer als Wölfe. Epi-Zentrum des Angriffs ist der Rosensteinpark, eine meiner bevorzugten Jogging-Routen. Womöglich war Stuttgart schon immer Hauptstadt der Ameisen: Es gibt hier den Ameisenberg und die Ameisenbergstraße. Und bald noch einen Nadelameisenpark, falls die Invasion nicht gestoppt werden kann.</p>



<p>Telefonabhörmaßnahmen nützen gegen diesen Überfall ürigens nichts, sind eh ein alter Hut. Ein amtierender CDU-Innenminister namens Strobl lässt, geduldet von den Grünen, die baden-württembergische Polizei apokalypsebewusst mit der US-amerikanischen Datenkrake <em>Palantir Gotham</em> ausrüsten. Den liebenswürdigen Namen <em>Gotham City</em> kennen wir als korrupte Schurkenstadt aus „Batman“. Und hinter dem gigantischen Schnüffelprogramm steckt unter anderem der Unternehmer und Trump-Vertraute Peter Thiel. Der plant mit seinen Kumpanen aus dem Milliardärsmilieu eine neue Weltordnung &#8211; und die „humane Transformation“ bis hin zur Unsterblichkeit des Menschen. CEO des Unternehmens ist Alex Karp, ein US-Amerikaner, der unter anderem Philosophie bei Jürgen Habermas in Frankfurt studierte. Unter der Führung von Monsterreichen soll der endgültige menschliche Glückskeks auf KI-Basis entstehen, selbstverständlich jenseits jeder idiotischen demokratischen Verfassung. Aber erst muss die Welt brennen. Alle Wege führen ins alte Rom.<br>Kurzer Schwenk zur Realität: Am Samstag, 11. April, findet auf dem Stuttgarter Rotebühlplatz eine Aktion gegen das Polizei-Softwareprogramm von Palantir statt. Beginn 14 Uhr. Darauf ein Fuckin’ Fortune Cookie.</p>



<p>Allseits bekannt ist, dass in der Präambel der Unabhängigkeitserklärung der USA von 1776 das „Recht auf Streben nach Glück“ <em>(pursuit of happiness)</em> verankert ist. Einer der maßgeblichen Verfasser der Deklaration ist Thomas Jefferson, der dritte Präsident der Vereinigten Staaten. Er sympathisierte einst mit der Französischen Revolution, sprach sich irgendwie gegen die Sklaverei aus, besaß aber selbst Hunderte von Sklaven. Amis sind gelegentlich etwas ambivalent. Zu Jefferson gäbe es viel zu erzählen, mir scheint allerdings, dass ich in dieser Kolumne ohnehin schon so hemmungslos abschweife wie schon lange nicht mehr. Meine übliche Ausrede, Gedankensprünge seien die natürliche Folge des Herumgehens, steht diesmal auf schwachen Füßen. Eigentlich will ich als Spaziergänger ja mit beiden Füßen auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Womöglich ist der so stabil wie ein Glückskeks. Und <em>Happiness IS A Warm Gun.</em> </p>



<p>In meiner Grundgesetz-Ausgabe findet sich eine Einführung von Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Richter des Bundesverfassungsgerichts a. D. Im Kapitel III über „Die Grundrechte: Leitbild des freien Menschen“ las ich die Sätze, die mich dazu brachten, die Herkunft der Glückskekse zu ermitteln: „Die Pflicht, die Menschenwürde zu achten und zu schützen (Art. 1 Abs. 1 Satz 2 GG) darf nicht missverstanden werden als Auftrag an den Staat, jedem Menschen ein gutes Leben zu garantieren. Das Menschenbild unserer Verfassung ist von der Vorstellung bestimmt, dass jeder Mensch seinen Weg zum Glück findet. Auch wenn jeder weiß, wie schwer es sein kann, Arbeit zu finden und gut davon zu leben, so wird doch zu allererst auf jeden Einzelnen vertraut, dass ihm dies gelingt. Das Leitbild lautet: Der Mensch ist eine mit der Fähigkeit zu eigenverantwortlicher Lebensgestaltung begabte Persönlichkeit.“</p>



<p>Der Mensch als &#8222;begabte Persönlichkeit&#8220; wozu auch immer: Eine Behauptung, die mich nervös macht. Man kennt doch auch Menschen wie Klingbeil (SPD), Prien ( CDU) und Nagelsmann (DFB). Von begabten Persönlichkeiten wie Kulturkampfminister Weimer (parteilos), Innenminister Dobrindt (wie Höcherl CSU) und Kanzler Merz (CDU) zu schweigen.</p>



<p>An dieser Stelle will ich mal alles zusammenfassen, was ich angesichts des Grundgesetz-Gewichts in meinem Rucksack kaum mehr schaffe, ohne auf meinem <em>Weg zum Glück</em> stolpernd auf die Fresse zu fliegen. Deshalb ziehe ich hier verlässliche Worte des geschätzten Publizisten Max Czollek vor, sie sind mir beim Streunen auf Social Media begegnet: „Weimer lässt Kultur überwachen &amp; disziplinieren, Prien lässt Zivilgesellschaft überwachen &amp; disziplinieren, Dobrindt ordnets an, Merz findets genau richtig. Der SPD ist es egal. D (Deutschland) hat eine autoritäre Regierung. Die Antwort muss doch sein: Ihr wollt uns fertig machen? Dann sind wir fertig mit euch!“</p>



<p>Damit habe auch ich fertig und verbleibe mit einem weiteren Spruch, den ich in einem Asia-Lokal aus einem Glückskeks gefischt habe: „Eine gute Nachricht wird dich in Kürze erreichen.“ Ich hoffe, sie trifft ein, bevor mich im Rosensteinpark die asiatische Killerameise harpuniert. Gotham City ist überall. </p>
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			</item>
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		<title>2582. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/03/29/2582-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 29 Mar 2026 06:31:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, wird Zeit, dass sich auf dieser Seite wieder was tut &#8211; pünktlich zur blödsinnigen Zeitumstellung. Die nächste Homepage-Kolumne &#8211; Meine Kleine Website Story &#8211; erscheint rechtzeitig am kommenden Wochenende. Die jüngste Veranstaltung unseres Netzwerks gegen rechts – für eine bessere Demokratie, der Podiumsabend zum Thema „Demokratisches, zivilgesellschaftliches Engagement unter Druck“ am Freitag, 27.<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p><em>Willkommen!</em></p>



<p>Liebe Besucherin, lieber Besucher, wird Zeit, dass sich auf dieser Seite wieder was tut &#8211; pünktlich zur blödsinnigen Zeitumstellung. Die nächste Homepage-Kolumne &#8211; <em>Meine Kleine Website Story</em> &#8211; erscheint rechtzeitig am kommenden Wochenende.</p>



<p>Die jüngste Veranstaltung unseres <em>Netzwerks gegen rechts – für eine bessere Demokratie</em>, der Podiumsabend zum Thema „Demokratisches, zivilgesellschaftliches Engagement unter Druck“ am Freitag, 27. März im Gewerkschaftshaus, war nach einigen organisatorischen Problemen und Umbesetzungen bis kurz vor Beginn relativ anstrengend, jedenfalls für mich. Zum Glück und dank der spontanten Hilfe einer Freundin gelang es noch kurzfristig, die erkrankte Münchner Aktivistin Lisa Poettinger, der das Lehramt verweigert wurde, online zuzuschalten. So wurde es noch ein guter Abend. &#8211; Meine Mitarbeit im Netzwerk werde ich jetzt erst mal ruhen lassen.</p>



<p>Ankündigen kann ich unterdessen die <strong>2. Stuttgarter PRÜF-Kundgebung</strong>, bei der ich mithelfe: Die Veranstaltung findet am <strong>Samstag, 11. April,</strong> im <strong>Oberen Schlossgarten</strong> statt: im Bereich der Staatstheater. Beginn ist um <strong>12 Uhr</strong>. Schon ab 11 Uhr gibt es Live-Musik und Aktionen auf dem Gelände. Das Prüf-Programm steht weitgehend: Pop, Klassik, Comedy, Interaktives. Ich mache auch einen Beitrag: Mal erzählen, wer und was in diesem Land zurzeit alles geprüft wird – und auch mal fragen, welche Rolle eigentlich der Verfassungsschutz spielt.</p>



<p><strong>FLANEURSALON LIVE</strong></p>



<p>Da die Lieder- und Geschichtenshow am 10. Mai im <strong><a href="https://www.tangostuttgart.de/">Tangoloft</a></strong> in der Hackstraße schon ausverkauft ist, wird es auf Wunsch der Veranstalter am <strong>Sonntag, 28. Juni,</strong> eine zweite kleine Flaneursalon-Show in derselben Besetzung geben: Eva Leticia Padilla &amp; Dany Labana Martínez, Stefan Hiss und Vincent Klink (mit dem Gitarristen Lorenzo Petrocca). Achtung: Der Vorverkauf für den zweiten Abend ist <strong>NOCH NICHT</strong> eröffnet. Ich sag rechtzeitig Bescheid.<br>Vermutlich werden wir im Sommer auch wieder im Ratze-Garten am Raichberg aufkreuzen – wann und wie, ist noch offen.</p>



<p><strong>DIE 25. NACHT DER LIEDER</strong></p>



<p>Dann möchte ich noch mal auf die nächste Nacht der Lieder im Theaterhaus hinweisen: Am <strong>2. und 3. Dezember</strong> steigt das <strong>große Jubiläum</strong>: Die Benefiz-Veranstaltung gibt es jetzt seit 25 Jahren, gleichzeitig ist es der 25. Abend (nur einer musste abgesagt werden: 2021 wegen Corona). Die Sitzreihen für die beiden Shows in diesem Dezember sind schon wieder ziemlich gut ausgebucht.<br>Der Verein Aktion Weihnachten der Stuttgarter Nachrichten ist nicht mehr mit im Boot. Grund sind strukturelle Veränderungen innerhalb des Unternehmens. Wie gewohnt organisiere ich die Show, Veranstalter ist jetzt das Theaterhaus. Das Benefiz-Konzept haben wir geändert: Die Eintrittspreise wurden etwas gesenkt, ersatzweise wird im Publikum gesammelt. Alle Spenden gehen in diesem Jahr an das Kinderhospiz Stuttgart. Karten gibt es hier:<a href="https://www.theaterhaus.com/de/programm-tickets/die-25-nacht-der-lieder/1217"><strong>Vorverkauf. </strong></a></p>



<p>Bis bald mit herzlichen Grüßen: <br>joe </p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>2581. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/03/20/2581-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2026 07:52:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Der FLANEURSALON am 10. Mai im TANGOLOFT ist bereits AUSVERKAUFT. Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, die Beinarbeit funktioniert wieder. Zeit für eine neue Homepage-Kolumne: Meine kleine Website StoryDIE TOTEN AUGEN VON STUTTGART Fast täglich durchquere ich die Klettpassage und schlage mich auf dem Trampelpfad entlang der Zäune an der Stuttgart-21-Baustelle über den Wullesteg zum Kernerplatz durch. Besonders erregend<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Der <strong>FLANEURSALON </strong>am 10. Mai im <strong>TANGOLOFT</strong> ist bereits <strong>AUSVERKAUFT</strong>.</p>



<p><em>Willkommen!</em><br><br>Liebe Besucherin, lieber Besucher, die Beinarbeit funktioniert wieder. Zeit für eine neue Homepage-Kolumne:</p>



<p><strong><em>Meine kleine Website Story</em></strong><br><strong>DIE TOTEN AUGEN VON STUTTGART</strong></p>



<p>Fast täglich durchquere ich die Klettpassage und schlage mich auf dem Trampelpfad entlang der Zäune an der Stuttgart-21-Baustelle über den Wullesteg zum Kernerplatz durch. Besonders erregend ist die Strecke in der Dunkelheit, wenn hinter eisernen Gittern die sogenannten Lichtaugen des neuen, noch sehr unterirdischen Bahnhofs auftauchen. Grau und unheimlich starren sie in eine Chaoslandschaft. Ich habe sie <em>Die toten Augen von Stuttgart</em> getauft. In ihrem Umfeld ist in schwarzen Lettern auf Containern das Wort „Seele“ zu lesen, als hätte dieses Territorium stadtplanerischer Abgründe ein Eigenleben. „Seele“ aber heißt das Bauunternehmen, das die Dinger herstellt.</p>



<p>In meinem Alter erinnert man sich noch an die deutsche Edgar-Wallace-Verfilmung „Die toten Augen von London“, in der Joachim „Blacky“ Fuchsberger 1961 die Hauptrolle als Inspektor Larry Holt spielt. Fuchsberger wurde 1927 als Sohn einer Familie geboren, die in Zuffenhausen lebte, vier Jahre bevor die Gemeinde von Stuttgart okkupiert wurde. Als er 2014 im bayerischen Erholungsort Grünwald starb, hatte sich das Elend der Stuttgarter Lichtaugen und der Niedergang der Autoindustrie schon abgezeichnet.</p>



<p>Zuffenhausen war seinerzeit als Firmensitz von Porsche viel populärer als Stuttgartselbst, vor allem in den USA. Unser schwäbisches Hauptstadtdorf wurde meist nur von Old-Germany-Touris als „Capitol of the Black Forest“ wahrgenommen. Erst einem OB, der aus Backnang kam, blieb es vorbehalten, den Kessel als „das deutsche San Francisco“ auszurufen. Heute spielt der Porsche aus der Schwarzwald-Hauptstadt keine so große Rolle mehr. Vorbei die Zeit, als er von Janis Joplin besungen und als Nachweis für den guten Geschmack einer Gangsterbraut in Brian De Palmas Mafia-Film „Scarface“ gleich serienweise aufgefahren wurde.</p>



<p>Das weltberühmte Zuffenhausen wird immer wieder auch als Geburtsort des großen Sozialphilosophen Max Horkheimer genannt. Tatsache ist, dass er dort als Sohn einer jüdischen Fabrikantenfamilie aufgewachsen ist. Das Licht der Welt aber erblickte er 1895 in der Stuttgarter Büchsenstraße 54. In dieser Straße waren von 1895 bis 1945 die Polizei und ein Polizeigefängnis untergebracht. Der Kerker wurde als „Büchsenschmiere“ berüchtigt, die Nazis demütigten und quälten dort Menschen, die nicht in ihr Weltbild passten. Horkheimer hat uns dankenswerterweise den Satz hinterlassen: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“</p>



<p>Und jetzt gedankensprunghaft noch einmal zu Fuchsberger, der ebenfalls nicht, wie oft zu lesen ist, in Zuffenhausen geboren wurde. Sondern im Charlottenhaus in Stuttgart-Ost. Eigentlich interessiert das weltweit keine Sau, ich aber sage es allen, die mir erzählen wollen, Horkheimer sei in Zuffenhausen zur Welt gekommen.</p>



<p>Interessant an dem Zeug, das ich hier aufschreibe, ist für mich wie so oft das Rätsel, warum mir ständig so unterschiedliche Dinge durch den Kopf gehen, wenn ich herumgehe. One bullshit after another. An den toten Augen kann es nicht liegen. Ich trage Brille. Edgar Wallace’ Roman hieß im Original übrigens „The Dark Eyes of London“, der deutsche Film hingegen wurde mit dem englischen Titel „The Dead Eyes of London“ produziert. Und wenn ständig behauptet wird, im Angesicht des Todes sehe man nicht schwarz, sondern Licht, sollte man wissen, dass das Leuchten der Lichtaugen von Stuttgart unlängst wieder mal auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Ich werde also mit der Taschenlampe zu meinem letzten Spaziergang aufbrechen müssen.</p>



<p>Der Trampelpfad am Bahnhof ist oft die Endstrecke meiner kurzen Ausflüge. Bevor ich diesen Text hier geschrieben habe, war ich auf einem Abendgang durch die Königstraße. Jawohl, Abendgang. Ein schönes, korrektes Wort. Mehrere Trupps Jogger hechelten durch die Stadt, als wären sie auf der Flucht. Ein paar versprengte Demonstrierende hielten Schilder hoch mit Botschaften wie „Impfwahn Klimawahn Kriegswahn“. Und ein im höheren Schwäbisch geschulter Kampfredner aus dem geistigen Querschlägermilieu der Corona-Ära warnte davor, dass Kinder jetzt „Kriegerles und Mörderles spielen“ müssten. Eine These, die mir wenige Meter später bestätigt wurde: Im Schaufenster der Buchhandlung Thalia entdeckte ich zwei Pistolen. Allerdings erschienen sie mir nicht besonders kriegstüchtig. Als ziemlich tote Eyecatcher warben sie für Kriminalromane und die „Stuttgarter Kriminächte“. Anscheinend behalten Knarren auch im Zeitalter der Cyber-Verbrechen ihre literarische Faszination.</p>



<p>Ich gehe weiter und stehe vor einem Plakat des <em>Philharmonia Chor Stuttgart</em>, der ein Konzert im Weißen Saal des Neuen Schlosses ankündigt: „O die Frauen. Geliebt, verehrt und selbstbewusst – Musik und Text rund um das schöne Geschlecht“. Weil dieser Text selbst einem alten, weißen Mann wie mir suspekt vorkommt, bemühe ich noch auf der Straße die Künstliche Intelligenz als politisch-moralischen Beistand und erhalte Auskunft: „‘Das schöne Geschlecht’ ist eine veraltete, oft als sexistisch empfundene Bezeichnung für Frauen. Der Begriff stammt aus einer Zeit, in der Frauen primär über ihr Aussehen und ästhetische Attribute definiert wurden, während Männer als ‚erhaben‘ galten. Heute wird der Ausdruck kaum noch verwendet, da er als herabwürdigend und klischeehaft gilt.“</p>



<p>Während sich diese Sicht der Dinge schon bis Zuffenhausen herumgesprochen hat, wird man diese Angelegenheit in Stuttgart so betrachten, wie es sich im Weißen Saal eines Neuen Schlosses geziemt. Tote Seelen findest du bei uns nicht nur auf Baustellen. Und tote Köpfe sind nun mal etwas anderes als Totenköpfe.</p>



<p>Wie lebendig ich körpersprachlich daherkomme, wenn ich durch die Straßen gehe, kann ich nicht sagen. Immer wieder fällt mir eine Zeile aus Udo Lindenbergs uraltem Song „Cowboy-Rocker“ ein, die helfen könnte: „Und nun geht er ganz dicht an den Schaufenstern lang / Und überprüft darin seinen Cowboy-Gang …“ Leider gibt es kaum noch Gelegenheit, auf diese Weise meinen Gang zu checken: Vor den meisten Schaufenstern posen junge Menschen mit Handys, um Postings zu produzieren. Womöglich verkörpere ich den Untergang.</p>



<p>Der norwegische Weltenwanderer Erling Kagge berichtet in seinem Buch „Gehen. Weitergehen. Eine Anleitung“, wie Unterschiede in Bewegungsabläufen von Stimmungen abhängen: „Die Forscher fanden heraus, dass Menschen nach einem Kinobesuch anders gehen – je nachdem, ob der Film traurig oder lustig war.“ Jetzt würde mich interessieren, welche Haltung ich einnahm, nachdem ich neulich „Nouvelle Vague“ gesehen hatte. Richard Linklaters in Schwarzweiß gedrehter Spielfilm schildert die Entstehung von Jean-Luc Godards Meisterwerk „Außer Atem“. Vielleicht tänzelte ich wie der junge Boxer Jean-Paul Belmondo im Bebop-Rhythmus aus dem Kino, vielleicht bewegte ich mich entschieden demütiger. Einmal antwortet Belmondo (gespielt von Guillaume Marbeck) auf die Frage, wie es ihm gehe: „Schlecht. Ich bin sterblich.“ Da tränt selbst ein totes Auge.</p>



<p>Nebenbei trug ein Sartre-Zitat aus dem Film etwas zur Selbsterkenntnis bei: „Genialität ist keine Gabe, sondern der Ausweg aus verzweifelten Umständen.“ Vermutlich waren meine Umstände nie verzweifelt genug. Und die toten Augen, in die ich geschaut habe, nicht tot genug. Oder ich war einfach doof.</p>



<p>„Jeder Mensch muss den Widerspruch ertragen, sich als Mittelpunkt der Welt zu erleben“, hat Max Horkheimer gesagt, „aber genau zu wissen, dass er völlig überflüssig ist.“ So wäre es wohl das Beste, die letzte Strecke, die ich zu gehen habe, mit dunklen Augenringen in den Polstern von Lichtspielhäusern zurückzulegen. Im Kino fühlst du dich nie als Mittelpunkt der Welt, und auch nicht überflüssig, solange du deine Eintrittskarte bezahlst.</p>



<p><strong>SONG:</strong> <strong><a href="https://www.youtube.com/watch?v=_XbbYojHF3Q"> Frau Lehmann</a></strong></p>



<p><em><a href="http://www.netzwerk-gegen-rechts.info/">Netzwerk Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie:</a></em></p>



<p><strong>Freitag, 27. März, Stuttgarter Gewerkschaftshaus, 19 Uhr:</strong><br><strong>Podiumsgespräch und Diskussion über politische Repression:<br>DEMOKRATISCHES<br>ENGAGEMENT UNTER DRUCK</strong><br>Eintritt frei</p>



<p>Angriffe gegen Aktivist:innen der Zivilgesellschaft in der Republik häufen sich: Überprüfung von mehr als 1200 Organisationen und Einzelpersonen auf ihre Verfassungskonformität, Verbot der Berufsausübung oder die Nichteinbürgerung kritischer Engagierter bis hin zum sogenannten <em>Debanking,</em> dem Entzug des Bankzugangs ohne juristische Begründung.</p>



<p><strong>Moderation: Sebastian Friedrich, </strong>Autor, Journalist <br><strong>Lisa Poettinger, </strong>Aktivistin, in Bayern nicht fürs Lehramt zugelassen<strong><br>Iris Dressler, </strong>Co-Direktorin Württembergischer Kunstverein; der Institution wurden städtische Zuschüsse für das Symposium „Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression in liberalen Demokratien“ entzogen.<br><strong>Ezra Abedrot</strong>, Bundesvorstand Rote Hilfe; der Initiative wurden Bankkonten gekündigt.<br><strong>Anna Ohnweiler</strong>, Gründerin der Bewegung <em>Omas gegen Rechts</em>; die Initiative ist ins Visier rechter Politik geraten.<strong><br>Einführung: Annette Ohme-Reinicke, </strong>Soziologin, Netzwerk</p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>2580. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/03/11/2580-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 11 Mar 2026 06:06:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[FLANEURSALON MIT VINCENT KLINKIM TANGOLOFT: VORVERKAUF IST ERÖFFNET Der Sterne-Koch, Schriftsteller und Musiker Vincent Klink geht eigentlich nicht mehr auf Live-Bühnen. Jetzt macht er eine Ausnahme: Am Sonntag, 10. Mai, ist er Gast im Flaneursalon, der erstmals im Tangoloft in der Hackstraße stattfindet. Ein kleiner, feiner Ort. Musik machen Eva Leticia Padilla &#38; Dany Labana Martínez und Stefan<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p><strong>FLANEURSALON MIT VINCENT KLINK</strong><br><strong>IM TANGOLOFT</strong>: <strong>VORVERKAUF IST ERÖFFNET</strong><br><br>Der Sterne-Koch, Schriftsteller und Musiker Vincent Klink geht eigentlich nicht mehr auf Live-Bühnen. Jetzt macht er eine Ausnahme: Am Sonntag, 10. Mai, ist er Gast im Flaneursalon, der erstmals im Tangoloft in der Hackstraße stattfindet. Ein kleiner, feiner Ort. Musik machen Eva Leticia Padilla &amp; Dany Labana Martínez und Stefan Hiss. Hier der Link zu den <a href="https://www.tangostuttgart.de/detailseite-events/joe-bauers-flaneursalon-sonntag-10-mai-2026.html">KARTEN .</a></p>



<p><em><strong>KURZE ANMERKUNGEN ZUR WAHL</strong></em><br>Wie so oft müssen die Rechtsextremen hierzulande keinen Finger rühren, um ihrer Partei neuen Anhang und noch mehr Stimmen aus den Reihen Unzufriedener und Verunsicherter zuzuführen. Sie können feixend zuschauen, wie sich die CDU gerade aufführt, als wolle sie allen Demokratiefeinden mit aller MACHT beweisen, warum freie Wahlen nichts taugen – die Menschen also folgerichtig nur noch ein autoritäres System retten kann.<br>Begleitet wird diese Politik vom Propagandaprinzip „Attacke“: niemals eigene Niederlagen und Unfähigkeiten eingestehen. Von allen Unzulänglichkeiten und Fehler umgehend mit lärmenden Angriffen auf den politischen Gegner ablenken. Ihm alles Denkbare unterstellen und ihn mit Forderungen und Schuldzuweisungen überhäufen. Sich selbst unterdessen von allen Schmutzkampagnen freisprechen und mit Eigenlob feiern (schdänding oveischons für den eigenen, dilettantisch gescheiterten Kandidaten). <br>Diese Propagandamethode mit dem Ziel, den inneren Feind zu bekämpfen und auszuschalten, ist nicht neu, wie bei der CDU ohnehin nichts neu ist. Wir kennen diese Holzhammer-Strategie beispielsweise von Trump und aus der eigenen Geschichte. <br>Wenn sich die CDU offiziell von den Rechtsextremen distanziert und die Zusammenarbeit ausschließt, ist das nicht viel wert, solange sie ihnen mit ihrer Politik zuarbeitet. <br>Meine Betrachtung hier basiert nicht auf einer parteipolitischen Zugehörigkeit. Es geht mir vielmehr darum: Um demokratische Errungenschaften zu verteidigen, müssen dringend außerparlamentarische Schutzkampagnen gestartet werden.</p>



<p><em><strong>Willkommen!</strong></em><br>Liebe Besucherin, lieber Besucher, während auch nach der Landtagswahl rehbraune Mädchenaugen die Diskussion mit all ihren widerlichen Abgründen beherrschen, spielt die kackbraune Gesinnung innerhalb einer Partei, die künftig mit 35 Sitzen im Parlament vertreten sein wird, in der medialen Öffentlichkeit kaum ein Rolle. Das wundert nicht beim Blick auf die Machtpolitik der Parteien und das weit verbreitete Vereinsmeier-Denken ihres Anhangs.</p>



<p>Der knappe Sieg der Grünen ist ganz sicher kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Im Gegenteil: Der Rechtsruck wird immer gefährlicher. Die Opposition im Stuttgarter Landtag besteht in Zukunft aus dem demonierenden parlamentarischen Arm der Rechtsextremen &#8211; sowie zehn Gnadenbrot-Sozis. Die Linke ist – siegessicher, wie sie sich gegeben hat – mit 4,4 Prozent gescheitert. Das bedeutet: Außerparlamentarische Opposition ist wichtiger denn je. Wer etwas für den Erhalt demokratischer Errungenschaften tun will, muss sich organisieren, vernetzen. Auch deshalb organisieren wir regelmäßig Veranstaltungen. Initiativen, Institutionen und Aktivist:innen allerdings, die sich politisch engagieren, bekommen es immer öfter mit staatlicher Repression zu tun. Empfohlen sei in diesem Zusammenhang das neue, ganz hervorragende Buch des Journalisten und Juristen Ronen Steinke: „Meinungsfreiheit“ (Berlin Verlag). Debattenräume werden enger, politische Aussagen, die vor Jahren noch vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt waren, gelten neuerdings als strafbar. Zu diesem Thema veranstaltet unser <em>Netzwerk Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie</em> ein Podiumsgespräch, das überfällig ist. Hier die Texte der Vorder- und Rückseite unseres Flyers:</p>



<p><em><a href="http://www.netzwerk-gegen-rechts.info/">Netzwerk Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie:</a></em></p>



<p><strong>Freitag, 27. März, Stuttgarter Gewerkschaftshaus, 19 Uhr:</strong><br><strong>Podiumsgespräch und Diskussion über politische Repression:<br>DEMOKRATISCHES<br>ENGAGEMENT UNTER DRUCK</strong><br>Eintritt frei </p>



<p>Angriffe gegen Aktivist:innen der Zivilgesellschaft in der Republik häufen sich: Überprüfung von mehr als 1200 Organisationen und Einzelpersonen auf ihre Verfassungskonformität, Verbot der Berufsausübung oder die Nichteinbürgerung kritischer Engagierter bis hin zum sogenannten <em>Debanking,</em> dem Entzug des Bankzugangs ohne juristische Begründung.</p>



<p><strong>Moderation: Sebastian Friedrich, </strong>Autor, Journalist („Monitor“, „Der Freitag“)<strong><br>Lisa Poettinger, </strong>Aktivistin, in Bayern nicht fürs Lehramt zugelassen<strong><br>Iris Dressler, </strong>Co-Direktorin Württembergischer Kunstverein; der Institution wurden städtische Zuschüsse für das Symposium „Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression in liberalen Demokratien“ entzogen.<br><strong>Ezra Abedrot</strong>, Bundesvorstand Rote Hilfe; der Initiative wurden Bankkonten gekündigt.<br><strong>Anna Ohnweiler</strong>, Gründerin der Bewegung <em>Omas gegen Rechts</em>; die Initiative ist ins Visier rechter Politik geraten.<strong><br>Einführung: Annette Ohme-Reinicke, </strong>Soziologin, Netzwerk</p>



<p><strong>Wir brauchen Räume für freie Meinungsbildung</strong><br>Einerseits beschwört die etablierte Politik die „Brandmauer“ und beteuert ihre Abgrenzung von der extremen Rechten. Andererseits geraten diejenigen ins Visier, ohne die es keine wirkliche Demokratie gibt: die kritische Öffentlichkeit, die Zivilgesellschaft.<br>Menschen, die keine 40 Stunden Lohnarbeit leisten oder Bürgergeld beanspruchen, werden als faul und unwillig diffamiert. Gleichzeitig wurden erneut Steuervergünstigungen für Besserverdienende beschlossen, um die angeblich „echten Leistungsträger“ zu würdigen.<br>Die Angriffe gegen die kritische Öffentlichkeit und eine Politik der Denunziation vermeintlich Schwächerer – offensichtlich zur Legitimierung weiterer Umverteilung von unten nach oben – bereiten nicht nur rechtem Extremismus den Boden. Diese Politik widerspricht auch dem Prinzip demokratischer Gesellschaften, die sie zu schützen vorgibt.<br>Ohne kritische Öffentlichkeit gibt es keine Demokratie. Diese Öffentlichkeit braucht Räume für freie Meinungsbildung – und nicht die Unterdrückung von Diskussionen und Versammlungen. Wir brauchen freien Zugang zu Informationen – und keine Zensur unliebsamer Autor*innen und Initiativen, etwa durch <em>Debanking: </em>die Kündigung von Bankkonten. Wir brauchen kritischen Aktivismus und Auseinandersetzung statt der Existenzbedrohung einzelner Akteur*innen.<br>Unser Podiumsabend wird Angriffe auf die Zivilgesellschaft deutlich machen und die Frage stellen, was wir tun können, um Möglichkeiten demokratisch-kritischer Meinungsbildung und entsprechenden Handelns nicht nur zu erhalten, sondern zu vertiefen. Für eine bessere Demokratie! </p>
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		<title>2579. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/03/06/2579-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 20:06:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, eine geht immer: die neue Homepage-Kolumne rechtzeitig zum Wochenende. Meine kleine Website StoryES GEHT RUND Ein deutscher Medienunternehmer hat in seinem Nebenjob als Kulturstaatsminister drei Buchläden in der Republik von der Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises ausgeschlossen, weil ihm der Verfassungsschutz irgendwas mit „links“ geflüstert hat. Und so stellt sich zunächst einmal die Frage,<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p><em>Willkommen!</em></p>



<p>Liebe Besucherin, lieber Besucher, eine geht immer: die neue <strong>Homepage-Kolumne</strong> rechtzeitig zum Wochenende.</p>



<p><strong><em>Meine kleine Website Story</em></strong><br><strong>ES GEHT RUND</strong></p>



<p>Ein deutscher Medienunternehmer hat in seinem Nebenjob als Kulturstaatsminister drei Buchläden in der Republik von der Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises ausgeschlossen, weil ihm der Verfassungsschutz irgendwas mit „links“ geflüstert hat. Und so stellt sich zunächst einmal die Frage, womit dieser Typ in aller Regel seine Zeit totschlägt. Ich meine die Arbeitszeit, die ja von vielen Menschen angeblich nicht so selbstausbeuterisch verbracht wird, wie es sich ein in der Welt herumfliegender Vollzeitkanzler aus dem Sauerland wünscht.</p>



<p>Ganz sicher kommt die deutsche Wirtschaft besser in Schwung, wenn der Kulturkampfminister zur Verbesserung des sozialen Klimas und der Leistungssteigerung nächstes Mal nicht nur drei, sondern ein Dutzend linker Läden auf seinen Index setzt. Das sichert Arbeitsplätze beim Verfassungsschutz, stärkt das lupenreine demokratische Bewusstsein der Autoritären – und obendrein versteht der staatsministerielle Heftchen-Herausgeber („Cicero“) etwas von Marketing: Seine Preis-Zensur bringt bedrohten Buchläden unverhofft viel solidarische Kundschaft. Ich habe mit den Betroffenen in Berlin, Göttingen und Bremen telefoniert: Sie werden, sagte mir eine Buchhändlerin, von Anfragen zum Thema „überrollt“.</p>



<p>Das Ganze ist so absurd und im Wortsinn komisch, dass man fast vergisst, wie bedrohlich hierzulande der staatliche Druck auf die sogenannte Zivilgesellschaft zunimmt, auf Menschen, die sich für woke Ungeheuerlichkeiten wie Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit, womöglich gar für Menschenrechte und ähnlich suspekte Dinge wie Frieden engagieren. Während Prüf-Demos in der Republik die Landesregierungen auffordern, rechtsextreme Parteien vom Bundesverfassungsgericht durchleuchten zu lassen, starten staatliche Organe Prüf- und Repressionskommandos gegen demokratische Initiativen und aufmüpfige Schüler. Kennt noch jemand die schwäbische Redewendung „Da möchte man auf der Sau naus“? Wurde inzwischen von „Voll der Wahnsinn“ abgelöst. Zur Sau naus ist präziser: Der Lärm des Schweinegalopps wird lauter. Wahnsinn.</p>



<p>Apropos raus, naus, hinaus: Eine Zeitlang musste ich tatsächlich fürchten, meine Tage als Herumgeher seien gezählt, zumindest für eine ganze Weile. Die Schwierigkeiten im entzündeten erweiterten Hinterbackenbereich konnten inzwischen zum Glück von einem guten Orthopäden behoben werden. Gerade, wenn ich mich körperlich angefressen fühle, merke ich, wie wichtig der ziellose Spaziergang als Wiederbelebungsübung ist. Einfach hinaus an die Luft, so schlecht sie auch sein mag – und dann: gehen, gehen, gehen. Man hat das bewegende Gefühl, frei zu atmen und zu denken und kann einen stockkonservativen Buchladenhüter glatt vergessen. Es stimmt also, wenn die Dichter sagen, dass der Mensch auch mit dem Kopf geht, wenn er Beinarbeit leistet. Jeder Schritt ist ein Schritt fürs Menschsein.</p>



<p>Was nicht stimmt, ist die Annahme, ich würde nur ziellos herumgehen. Oft genug mache ich bewusst Rast an merkwürdigen Orten, etwa in Billigläden, in denen es jede Menge Dinge gibt, die man nicht braucht, aber unbedingt haben will. Ein Psychologe würde wahrscheinlich diagnostizieren, ich sei in meiner Kindheit zu kurz gekommen. Mag sein.</p>



<p>Als ich neulich im Stuttgarter Königsbau in einem ziemlich groß dimensionierten Billigladen namens <em>Action</em> einen Globus sah, musste ich sofort zugreifen. Das war Magie. Der Globus ist etwa so groß wie ein Handball und thront auf einem Ständer aus echtem Holz. Schöner als ein Vollmond. Er hat keine Beleuchtung eingebaut und kostet nicht mal zehn Euro. Eine sehr schöne und wichtige Kugel, auch wenn sie heutzutage nicht allen hierzulande als Beweis gilt, dass die Erde rund ist. </p>



<p>Und wie’s der Teufel will: Kaum hatte ich meinen Spielball des Universums auf dem Plattenregal in meiner Bude platziert, um meine Weltläufigkeit zu dokumentieren, erschien in der „Süddeutschen Zeitung“ ein Artikel mit der Überschrift „Wir brauchen alle einen Globus“. So läuft das in einem strukturierten Leben.</p>



<p>Der SZ-Autor Max Scharnigg schildert, wie er vom Fahrrad aus so ein Ding in einem „Zu verschenken“-Haufen entdeckte, es mitnahm und zuhause im Flur neben einen Spiegel stellte. Seitdem ist er ein Weltmann.</p>



<p>Seit es GPS, Google Earth und andere digitale Wegweiser fürs flache Denken gibt, erscheint ein Globus nicht mehr wichtig. Kann weg. Anders aber, als ich dachte, werden die Kugeln immer noch hergestellt. Laut ChatGPT produziert beispielsweise der Columbus Verlag in Krauchenwies im Landkreis Sigmaringen hunderttausend Globus pro Jahr in hundert verschiedenen Ausführungen. Das Unternehmen wird dies kaum tun, um die Bälle in die Donau zu werfen. Wenn er nach Hause komme, schreibt Scharnigg, sehe er jetzt immer „erst die alte kleine Welt und dann im Spiegel den alten großen Eigenkopf“. Diese Abfolge sei genau richtig: „Erst kommt das Gemeinsame, dann das Ich. In unserer Gegenwart ist es längst andersherum, da regieren die Überpersonalisierung und der Egozentrismus.“</p>



<p>Diese Erkenntnis sollte irgendwer der SPD beibringen. Die warb, ganz antisozialdemokratischer Eierkopf statt denkender Eigenkopf, im baden-württembergischen Landtagswahlkampf mit dem neoliberal gefärbten Spruch: „Weil es um Dich geht“.</p>



<p>Nationalismus und der kompromisslose Kampf um eigene Interessen werfen für den Autor Scharnigg existenzielle Fragen auf: „Haben wir verlernt, die Welt als zusammenhängenden Raum wahrzunehmen? Bräuchten wir einen Globus als Sehhilfe, um wieder die gemeinsame Verantwortung für das alles hier zu erkennen?“ In einer Zeit der verengten menschlichen Horizonte „könnte die Weltkugel auf dem Schreibtisch und im Klassenzimmer jedenfalls nicht schaden“. Womöglich hat er recht. Ich jedenfalls kann mich nicht erinnern, dass wir einst mit dem Globus im Klassenzimmer Fußball spielten. Er genoss einen gewissen Respekt. Wie ein höheres, geheimnisvolles Wesen.</p>



<p>Es hat dann ziemlich lange gedauert, bis ich auf meiner brandneuen Kugel aus dem Billigladen einen schwarzen Fleck mit den Inschriften „Germany“ und „Berlin“ finden konnte. Zwar war mir seit jeher klar, dass ich eine verdammt kleine Nummer bin auf diesem Planeten. Aber sooo klein? Auf den ersten Blick deprimierend, sofern man Zweifel an der globalen Bedeutung eines Fliegenschisses hat. Der Globus lehrt mich auch, dass ich keine Ahnung von Gottes Erdboden habe. Wo, verfickt, ist Amerika? Kein Wunder, dass ich mich überall verlaufe. Ich bin der Mann auf dem Holzweg.</p>



<p>Und jetzt stell dir einfach mal vor, einer wie der Kulturstaatsminister würde heute seinen getrübten Blick auf einen echten Globus werfen. Erstens wäre er sich sofort einig mit dem Kollegen Kulturkämpfer Trump: „Alles meins“. Zweitens würde er den Erdball nach linken Buchläden absuchen und in irgendeinem Fliegenschiss garantiert einen entdecken. Oder zwei oder mehr, sofern der Geheimdienst bis drei zählen kann. Und plötzlich wären schwarze Löcher in der Kugel.<br>Mein Globus sagt: Es geht rund, mein Freund. Man möchte zur Sau naus.</p>



<p><strong>SONG:</strong> <a href="https://www.youtube.com/watch?v=dmvlaOgD-LU&amp;list=RDdmvlaOgD-LU&amp;start_radio=1">Anna B Savage</a></p>



<p>&#8212;<br><strong><em><a href="http://www.netzwerk-gegen-rechts.info">Netzwerk Gemeinsam gegen rechts &#8211; für eine bessere Demokratie:</a></em></strong></p>



<p><strong>Freitag, 27. März, Stuttgarter Gewerkschaftshaus, 19 Uhr:</strong><br><strong>Podiumsgespräch und Diskussion über politische Repression:<br>DEMOKRATISCHES<br>ENGAGEMENT UNTER DRUCK</strong></p>



<p>Angriffe gegen Aktivist:innen der Zivilgesellschaft in der Republik häufen sich: Überprüfung von mehr als 1200 Organisationen und Einzelpersonen auf ihre Verfassungskonformität, Verbot der Berufsausübung oder die Nichteinbürgerung kritischer Engagierter bis hin zum sogenannten <em>Debanking,</em> dem Entzug des Bankzugangs ohne juristische Begründung.</p>



<p><strong>Moderation: Sebastian Friedrich, </strong>Autor, Journalist („Monitor“, „Der Freitag“)<strong><br>Lisa Poettinger, </strong>Aktivistin, in Bayern nicht fürs Lehramt zugelassen<strong><br>Iris Dressler, </strong>Co-Direktorin Württembergischer Kunstverein; der Institution wurden städtische Zuschüsse für das Symposium „Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression in liberalen Demokratien“ entzogen.<br><strong>Ezra Abedrot</strong>, Bundesvorstand Rote Hilfe; der Initiative wurden Bankkonten gekündigt.<br><strong>Anna Ohnweiler</strong>, Gründerin der Bewegung <em>Omas gegen Rechts</em>; die Initiative ist ins Visier rechter Politik geraten.<strong><br>Einführung: Annette Ohme-Reinicke, </strong>Soziologin, Netzwerk</p>
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		<title>2578. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/03/06/2578-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Mar 2026 06:45:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, diese Woche gab es einen Flaneursalon Intim in Steinheim an der Murr: Die Santiärfirma Daunquart, ein stattliches traditionsreiches Familienunternehmen, hatte mich eigeladen, aus meinen Texten zu lesen. Und weil ich nie allein vor Publikum trete, gestalteten Stefan Hiss und ich einen kleinen Lieder- und Geschichtenabend. Einmal im Quartal lädt die Firma Gäste aus<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p><em>Willkommen!</em></p>



<p>Liebe Besucherin, lieber Besucher, diese Woche gab es einen<em> Flaneursalon Intim</em> in Steinheim an der Murr: Die   Santiärfirma Daunquart, ein stattliches traditionsreiches Familienunternehmen, hatte mich eigeladen, aus meinen Texten zu lesen. Und weil ich nie allein vor Publikum trete,  gestalteten Stefan Hiss und ich einen kleinen Lieder- und Geschichtenabend. Einmal im Quartal lädt die Firma Gäste aus ihrer Gemeinde zu einem Kulturabend mit unterschiedlichen Themen in ihren Energiewürfel, einen Glaskasten mit Platz für 50 Gäste. Schöne Sache. Den Leuten gefiel unser Programm &#8230; offensichtlich auch meine politischen Bemerkungen, wie wir hinterher in Gesprächen erfuhren. Anscheinend ist noch nicht alles verloren.</p>



<p>Einen guten Abend hatten wir auch bei der Lesung mit dem Autor Klaus Gietinger und der Schauspielerin Hannah Jana Hess im Württembergischen Kunstverein: Klaus stellte sein Buch &#8222;Tote auf Urlaub. Berlin 1919&#8220; vor, einen Roman über die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Und da wir schon im WKV sind: Der Spendenaufruf zur Durchführung des Symposiums &#8222;Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression in liberalen Demokratien“ war erfolgreich. Die Stadt hatte die bereits bewilligte Förderung der Veranstaltung (13. &#8211; 15. März) von 15.000 Euro zurückgezogen (siehe 2577. Depesche). Der WKV teilt mit: &#8222;Diese Unterstützung geht weit über das Finanzielle hinaus – denn es wurde ein Zeichen für offene Debattenräume in Stuttgart und weit darüber hinaus gesetzt! Die Rolle, die die Zivilgesellschaft dabei spielt, haben Sie alle auf beeindruckende Weise sichtbar gemacht. Danke!&#8220;</p>



<p>An diesem Wochenende gibt&#8217;s hier wieder eine neue Homepage-Kolumne: die<em> Kleine Website Story.  </em>Und ansonsten sind noch etliche Dinge für unser Netzwerk <em>Gemeinsam gegen rechts &#8211; für eine bessere Demokratie zu erledigen.</em> Es läuft beim Organisieren von Dingen nicht immer so, wie man es sich wünscht &#8230; dennoch wird es Frühling.    </p>
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		<title>2577. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/03/04/2577-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 10:55:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, auf dieser Seite habe ich schon mehrfach die März-Veranstaltung unseres Netzwerks Gemeinsam gegen rechts &#8211; für eine bessere Demokratie angekündigt, ein Podiumsgespräch über politische Repression: &#8222;Demokratisches Engagement unter Druck&#8220;. Dieser Abend hat jetzt, nach zahlreichen Vorfällen in der Republik, auch auf lokaler Ebene ungeahnte Aktualität erhalten: &#8222;Die Stadt Stuttgart zieht die Förderung für<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p><em>Willkommen!</em></p>



<p>Liebe Besucherin, lieber Besucher, auf dieser Seite habe ich schon mehrfach die März-Veranstaltung unseres <strong><em>Netzwerks Gemeinsam gegen rechts &#8211; für eine bessere Demokratie</em></strong> angekündigt, ein Podiumsgespräch über politische Repression: &#8222;Demokratisches Engagement unter Druck&#8220;. Dieser Abend hat jetzt, nach zahlreichen Vorfällen in der Republik, auch auf lokaler Ebene ungeahnte Aktualität erhalten: &#8222;Die Stadt Stuttgart zieht die Förderung für ein Symposium des Württembergischen Kunstvereins zurück, das sich der Freiheit von Kunst und Wissenschaft widmet. Wir brauchen Ihre Unterstützung&#8220;, heißt es auf der Webseite des WKV, der die Veranstaltung nun mithilfe von privaten Spenden durchführen will. Es ist wichtig, diese Sache zu unterstützen. Hier der Link zum <strong><a href="https://www.wkv-stuttgart.de/programm/2026/veranstaltungen/spenden/">Sependenaufruf</a></strong></p>



<p>Und hier die Infos zu unserer Veranstaltung: </p>



<p><strong>Freitag, 27. März, Stuttgarter Gewerkschaftshaus, 19 Uhr: </strong><br><strong>Podiumsgespräch und Diskussion über politische Repression:<br>DEMOKRATISCHES<br>ENGAGEMENT UNTER DRUCK</strong></p>



<p>Angriffe gegen Aktivist:innen der Zivilgesellschaft in der Republik häufen sich: Überprüfung von mehr als 1200 Organisationen und Einzelpersonen auf ihre Verfassungskonformität, Verbot der Berufsausübung oder die Nichteinbürgerung kritischer Engagierter bis hin zum sogenannten <em>Debanking,</em> dem Entzug des Bankzugangs ohne juristische Begründung.</p>



<p><strong>Moderation: Sebastian Friedrich, </strong>Autor, Journalist (&#8222;Monitor&#8220;, &#8222;Der Freitag&#8220;)<strong><br>Lisa Poettinger, </strong>Aktivistin, in Bayern nicht fürs Lehramt zugelassen<strong><br>Iris Dressler, </strong>Co-Direktorin Württembergischer Kunstverein; der Institution wurden städtische Zuschüsse für das Symposium „Zur Kritik der Freiheit und ihrer Repression in liberalen Demokratien“ entzogen.<br><strong>Ezra Abedrot</strong>, Bundesvorstand Rote Hilfe; der Initiative wurden Bankkonten gekündigt.<br><strong>Anna Ohnweiler</strong>, Gründerin der Bewegung <em>Omas gegen Rechts</em>; die Initiative ist ins Visier rechter Politik geraten.<strong><br>Einführung: Annette Ohme-Reinicke, </strong>Soziologin, Netzwerk</p>
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			</item>
		<item>
		<title>2576. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/03/02/2576-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Mar 2026 17:40:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Unser Netzwerk Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratiein Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung:An diesem Dienstag, 3. März 2026, Württembergischer Kunstverein, 19 UhrEintritt frei Der Autor und FilmemacherKlaus Gietinger stellt seinen neuen Roman vor:TOTE AUF URLAUB. Berlin 1919Mit Schauspielerin Hannah Jana Hess. Der Roman taucht ein ins unruhige Berlin von 1919, kurz nach der Novemberrevolution,<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
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<p><em>Willkommen!</em></p>



<p>Unser Netzwerk <strong><em><a href="http://www.netzwerk-gegen-rechts.info">Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie</a></em></strong><br>in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung:<br><strong>An diesem</strong> <strong>Dienstag, 3. März 2026, Württembergischer Kunstverein, 19 Uhr<br>Eintritt frei</strong><br><br>Der Autor und Filmemacher<strong>Klaus Gietinger</strong> stellt seinen neuen Roman vor:<br><strong><em>TOTE AUF URLAUB. Berlin 1919</em></strong><br>Mit Schauspielerin <strong>Hannah Jana Hess.</strong><br><br>Der Roman taucht ein ins unruhige Berlin von 1919, kurz nach der Novemberrevolution, die das Ende des Kaiserreichs brachte. Der konservative Kriminalkommissar Richard Brinkmann und die mit revolutionären Ideen sympathisierende Kriminalassistentin Cläre Reichelt ermitteln in einem der spektakulärsten politischen Verbrechen der deutschen Geschichte, dem Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.</p>



<p><strong>Freitag, 27. März 2026<br>Stuttgarter Gewerkschaftshaus, Großer Saal. 19 Uhr</strong><br><strong><br>Podiumsgespräch und Diskussion über politische Repression:<br>Demokratisches Engagement unter Druck</strong></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>2575. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/02/28/2575-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Feb 2026 07:02:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, anlässlich der neuen Nachrichten zur wieder mal verschobenen &#8222;Fertigstellung&#8220; von STUTTGART 21 ein paar Anmerkungen: Wir schauen auf das Großprojekt-Desaster in einer Stadt, in der sich vor Jahrzehnten provinzieller Macht- und Größenwahn mit Gewinnsucht, politischer Dummheit und Unfähigkeit mischten. Als sich unerwartet großer Protest gegen politische Willkür und Stadtzerstörung ausbreitete, half die herrschende<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Willkommen!</em></p>



<p>Liebe Besucherin, lieber Besucher, anlässlich der neuen Nachrichten zur wieder mal verschobenen &#8222;Fertigstellung&#8220; von <strong>STUTTGART 21</strong> ein paar Anmerkungen: </p>



<p>Wir schauen auf das Großprojekt-Desaster in einer Stadt, in der sich vor Jahrzehnten provinzieller Macht- und Größenwahn mit Gewinnsucht, politischer Dummheit und Unfähigkeit mischten. Als sich unerwartet großer Protest gegen politische Willkür und Stadtzerstörung ausbreitete, half die herrschende Politik mit Wasserwerfern und Polizeiknüppeln nach. Zur Abkühlung gab es eine „Volksabstimmung“ mit Bedingungen, die sich vorwiegend zur Manipulation weiter Teile der schlecht informierten Bevölkerung im weiten Land eigneten.<br>Begleitet wurde der unverfrorene Schwachsinn bis zum Erbrechen mit den Propaganda-Floskeln „Zukunft“ und „Fortschritt“, die einerseits auf Existenzängste, andrerseits auf dümmliche Überheblichkeit zielten. Entsprechend wurden alle Gegner, egal wie motiviert und fachkundig, als „ewig gestrig“ diffamiert.<br>Da bahnte sich etwas an, was sich heute in der Ablehnung und Bedrohung der Demokratie spiegelt. Inzwischen wird das Problem in der Wahrnehmung wieder viel zu sehr auf Technik und Management reduziert. Als Ewiggestriger sage ich mir: Morgen ist auch noch ein Tag.</p>



<p>Aus <strong><em>Das Lied vom Tod:</em></strong> <em>„Aus ner Stadt, die an einem Bahnhof liegt, da ist schon was zu machen. Hunderttausende von Dollar. Tja, vielleicht auch mehr. Tausend mal Tausend Dollar.&#8220; &#8211; &#8222;Das nennt man ne Million.&#8220; &#8211; &#8222;Hab ich doch auch gemeeeeint.&#8220;</em></p>



<p><strong>Veranstaltungen:</strong></p>



<p>Unser Netzwerk <strong><em><a href="http://www.netzwerk-gegen-rechts.info">Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie</a></em></strong><br>in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung:<br><strong>Dienstag, 3. März 2026, Württembergischer Kunstverein, 19 Uhr<br>Eintritt frei</strong><br><br>Der Autor und Filmemacher<strong> Klaus Gietinger</strong> stellt seinen neuen Roman vor:<br><strong><em>TOTE AUF URLAUB. Berlin 1919</em></strong><br>Mit Schauspielerin <strong>Hannah Jana Hess.</strong><br><br>Der Roman taucht ein ins unruhige Berlin von 1919, kurz nach der Novemberrevolution, die das Ende des Kaiserreichs brachte. Der konservative Kriminalkommissar Richard Brinkmann und die mit revolutionären Ideen sympathisierende Kriminalassistentin Cläre Reichelt ermitteln in einem der spektakulärsten politischen Verbrechen der deutschen Geschichte, dem Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.</p>



<p><strong>Freitag, 27. März 2026<br>Stuttgarter Gewerkschaftshaus, Großer Saal. 19 Uhr</strong><br><strong><br>Podiumsgespräch und Diskussion über politische Repression:<br>Demokratisches Engagement unter Druck</strong></p>



<p>Immer öfter sind Aktivisti:nnen, NGOs und demokratische Initiativen staatlichem Druck ausgesetzt und in ihrer Arbeit gefährdet. Was hat diese Repression gegen die Zivilgesellschaft zu bedeuten – und was können wir dagegen tun? Fest zugesagt haben für unsere Veranstaltung bisher: der Hamburger Journalist Sebastian Friedrich („Monitor“, „Der Freitag“), der Stuttgarter IG-Metall-Mitarbeiter Danial Bamdadi, dem als Iraner nach 13 Jahren in der Bundesrepublik die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert wurde, und die Münchner Aktivistin Lisa Poettinger, die in Bayern als Lehramtsstudentin keine Zulassung zum Referendariat erhielt. Einführung: Annette Ohme-Reinicke. Näheres demnächst.<br><br></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>2574. Depesche</title>
		<link>https://joebauer.de/2026/02/24/2574-depesche-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Joe Bauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 21:01:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://joebauer.de/?p=3321</guid>

					<description><![CDATA[Willkommen! Liebe Besucherin, lieber Besucher, am Dienstagabend, 24. Februar 2026, hat der SWR aus der Phoenixhalle im Römerkastell im Stuttgarter Stadtteil Hallschlag sein sogenanntes Triell gesendet &#8211; eine Show im Landtagswahlkampf mit den Spitzenkandidaten Hagel (CDU), Özdemir (Grüne) und Frohnmaier (AfD). Dazu hatte das Bündnis Stuttgart gegen Rechts eine Kundgebung vor der Halle organisiert, zu der ich eine<span class="excerpt-hellip"> […]</span>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><em>Willkommen!</em></p>



<p>Liebe Besucherin, lieber Besucher, am Dienstagabend, 24. Februar 2026, hat der SWR aus der Phoenixhalle im Römerkastell im Stuttgarter Stadtteil Hallschlag sein sogenanntes <em>Triell</em> gesendet &#8211; eine Show im Landtagswahlkampf mit den Spitzenkandidaten Hagel (CDU), Özdemir (Grüne) und Frohnmaier (AfD). Dazu hatte das Bündnis <strong><a href="http://www.stuttgart-gegen-rechts.de">Stuttgart gegen Rechts</a></strong> eine Kundgebung vor der Halle organisiert, zu der ich eine von drei kurzen Reden beitrug:</p>



<p><em>Schönen guten Abend hier im Römerkastell</em>, <br>willkommen bei unsere heutigen Live-Aktion <br>anlässlich einer anstößigen Wahlkampf-Show des SWR.<br>Liebe Hörer:innen und Zuschauer:innen, verehrtes Publikum, ich begrüße euch hier im historischen Stadtteil Hallschlag bei unserer Sendung „Mit Nazis diskutiert man nicht“. Bitte wählt jetzt die richtige Frequenz auf euren Volksempfängern.</p>



<p>Es ist immer gut zu wissen, wo wir gerade sind, solange wir Orte haben, an denen wir zusammen etwas tun können. 70 Prozent der Menschen hier im Hallschlag haben eine Migrationsgeschichte, und da bin ich schon mitten in der Geschichte des Rundfunks.<br>Ein großer, aufrechter Mann aus unserer Gegend mit schwäbischem Akzent hat mal gesagt:<br>„Was speziell den Rundfunk anlangt, so hat er eine einzigartige Funktion zu erfüllen im Sinne der Völkerversöhnung. Bis auf unsere Tage lernten die Völker einander fast ausschließlich durch den verzerrenden Spiegel der eigenen Tagespresse kennen. Der Rundfunk zeigt sie einander in lebendigster Form und in der Hauptsache von der liebenswürdigen Seite. Er wird so dazu beitragen, das Gefühl gegenseitiger Fremdheit auszutilgen, das so leicht in Misstrauen und Feindseligkeit umschlägt.“<br>Diese Sätze sind von <em>Albert Einstein</em>, er hat sie 1930 bei der Funkausstellung in Berlin vorgetragen. Einsteins Mutter <em>Pauline </em>übrigens stammte hier aus dem Bezirk Cannstatt, der erst 1933 von den Nazis in Bad Cannstatt umgetauft wurde.</p>



<p>Wenn der Rundfunk dazu beitragen soll, etwas gegen Fremdheit und Feindseligkeit unter den Menschen zu tun, dann sollte er sich nicht Rechtsextremen als Bühne fürs große Publikum anbiedern.</p>



<p>In diesem sogenannten <em>Triell </em>heute tritt ein Typ auf, der als Politiker alles tut, Misstrauen und Hass zu schüren. Ich muss seinen Namen nicht nennen, so wenig wie den seiner immer noch zugelassenen Partei. Eine Partei, die Rechtsextremen als parlamentarischer Arm dient und unsere Kultur angreift. Der Begriff Kultur steht bei uns gesellschaftlich für eine demokratische, weltoffene Lebensweise. Dazu gehört selbstverständlich die konstruktive Kritik der Verhältnisse. Und für diese Art Kultur haben sich öffentlich-rechtliche Sender mit ihrem Bildungsauftrag einzusetzen.</p>



<p>An dieser Stelle wäre es falsch, beitragsfinanzierte Medienanstalten <em>pauschal</em> anzugreifen. Wir sind absolut solidarisch mit allen Kolleginnen und Kollegen, die demokratische Errungenschaften verteidigen und schützen. Es sind ja die Reaktionäre und Rechtsextremen, die öffentlich-rechtlichen Journalismus zerschlagen und abschaffen wollen, weil ihnen aufklärerische Beiträge zuwider sind. In der mehr als hundertjährigen Geschichte des SWR gab es Kapitel großer literarischer, intellektueller Kultur. Umso absurder ist es für diesen Sender, sich heute die eigenen Todfeinde ins Haus zu holen, damit die ihre Propaganda verbreiten können. Diese brandgefährliche Praxis als Akt demokratischer Ausgewogenheit darzustellen, zeugt von einem fatalen Geschichtsbewusstsein.</p>



<p>Es gibt dieses berühmt-berüchtigtee Zitat von Goebbels aus dem Jahr 1928:<br>„Wir gehen in den Reichstag hinein, um uns aus dem Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir werden Reichstagsabgeordnete, um die Weimarer Gesinnung mit ihrer eigenen Unterstützung lahm zu legen. Wenn die Demokratie so dumm ist, uns für diesen Bärendienst Freifahrkarten und Diäten zu geben, so ist das ihre eigene Sache. Wir zerbrechen uns darüber nicht den Kopf. Uns ist jedes gesetzliche Mittel recht, den Zustand von heute zu revolutionieren.“</p>



<p>Und bis es heute ist es rechtsextreme Strategie, die Demokratie mit demokratischen Mitteln zu zerstören. Diese Attacken werden nicht nur in Parlamenten gefahren, sondern schon jetzt gegen öffentliche Institutionen und zivilgesellschaftlich Organisationen, die sich für Menschenrechte und Gerechtigkeit engagieren.</p>



<p>Ich folge keineswegs der These, Geschichte wiederhole sich. Eins aber sollte klar sein, vor allem im Journalismus und in der Öffentlichkeitsarbeit: Die <em>Methoden </em>rechtsextremer Propaganda von damals und heute lassen sich sehr wohl vergleichen. Darum geht es. Nicht darum, die Weimarer Republik und ihre Folgen als Blaupause für unsere gegenwärtigen Verhältnisse und die Bedrohungen von rechts anzulegen.</p>



<p>Alle aber, die heute noch behaupten, wir könnten Propaganda allein mit Fakten widerlegen, sind schlecht informiert – oder aber sehr fahrlässig in ihrer politischen und medialen Arbeit. Die phrasenhaft vorgetragene Behauptung, man könne rechtsextreme Ideologen bei Medienauftritten „politisch stellen“ und „entzaubern“, ist fast immer falsch – oder aber eine Rechtfertigung für die bewusste Verbreitung demokratiefeindlicher Gesinnungen. Von Kumpanei will ich nicht reden, auch wenn es die sicher gibt.</p>



<p>In diesem Zusammenhang bekommt für mich das Wort <em>funken</em>eine ganz eigene Bedeutung: Die Redewendung <em><strong>Es funkt</strong></em> hören wir, wenn sich Menschen anziehend finden. Wenn zwischen ihnen die Chemie stimmt. Jetzt können wir nur hoffen, dass es zwischen den Demagogen der rechtsextremen Partei und den SWR-Verantwortlichen noch nicht gefunkt hat. So oder so aber ist es bitter nötig, dass wir mit antifaschistischer Energie <strong>dazwischenzufunken – </strong>bevor <strong>s</strong>ich das geistige <em>Funkloch </em>weiter ausbreitet.</p>



<p>Ein Triell wie dieses heute Abend, dies nebenbei, ist ein Showkampf für drei Macker um die Macht im Land. Das bessere Triell kenne ich aus Sergio Leones Western <em>The Good, the Bad, and the Ugly</em> mit Clint Eastwood, Lee van Cleef und Eli Wallach. Es findet auf einem Friedhof statt.</p>



<p>In der Realität allerdings müssen wir die Lebenden immer und überall darauf hinweisen:<br>Der Kern der Propaganda der Rechtsextremen sind Lügen und Verleumdungen, die sie mit ständigen Wiederholung dauerhaft platzieren. Dahinten stecken einerseits ideologische Köpfe, die intellektuell immer noch zu oft unterschätzt werden. Andrerseits erleben wir die zunehmende Dummheit und Bösartigkeit vieler, die für Hetzpropaganda empfänglich sind. Siehe Social Media. Wut und Verunsicherung aufgrund sozialer Ungleichheiten und Existenzängste schaffen eine Lagerbildung, die typisch rechtsextreme Überlegenheitsgefühle produziert. Gegen dieses Gemisch lässt sich rational wenig machen, und sicher nicht in Fernsehdebatten mit rechtsextremen Anführern.</p>



<p>Deshalb ist wichtig ist, dass wir in unserem Einsatz gegen den Rechtsextremismus und seinen sozialen Nährboden weiterhin Versammlungs- und Gesprächsorte schaffen. Wie heute hier. Und da muss es zwischen uns blitzen und funken: Nur so können wir gemeinsam etwas gegen die zunehmende Menschenverachtung tun. Und im Sinne Albert Einsteins, dessen Mutter aus Cannstatt kam, Misstrauen und Feindseligkeit mutiger und besser bekämpfen.</p>



<p>Und damit jetzt ganz sicher nicht zum Wetter! Vielen Dank.</p>



<p><strong>Veranstaltungen:</strong></p>



<p><strong>Unser</strong> <strong><em>Netzwerk <a href="http://www.netzwerk-gegen-rechts.info">Gemeinsam gegen rechts – für eine bessere Demokratie</a><br>in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung:</em></strong><br><strong>Dienstag, 3. März 2026, Württembergischer Kunstverein, 19 Uhr</strong><br><strong>Eintritt frei</strong><br><strong><br>Der Autor und Filmemacher Klaus Gietinger stellt seinen neuen Roman vor:<br><em>TOTE AUF URLAUB. Berlin 1919</em><br>Mit Schauspielerin Hannah Jana Hess.</strong><br>Der Roman taucht ein ins unruhige Berlin von 1919, kurz nach der Novemberrevolution, die das Ende des Kaiserreichs brachte. Der konservative Kriminalkommissar Richard Brinkmann und die mit revolutionären Ideen sympathisierende Kriminalassistentin Cläre Reichelt ermitteln in einem der spektakulärsten politischen Verbrechen der deutschen Geschichte, dem Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht.</p>



<p><strong>Freitag, 27. März 2026<br>Stuttgarter Gewerkschaftshaus, Großer Saal. 19 Uhr<br>Podiumsgespräch: Repression – Demokratisches Engagement unter Druck</strong> (Arbeitstitel)<br><br>Immer öfter sind Aktivisti:nnen, NGOs und demokratische Initiativen staatlichem Druck ausgesetzt und in ihrer Arbeit gefährdet. Was hat diese Repression gegen die Zivilgesellschaft zu bedeuten – und was können wir dagegen tun? Fest zugesagt haben für unsere Veranstaltung bisher: der Hamburger Journalist <strong>Sebastian Friedrich</strong> („Monitor“, „Der Freitag“), der Stuttgarter IG-Metall-Mitarbeiter <strong>Danial Bamdad</strong>i, dem als Iraner nach 13 Jahren in der Bundesrepublik die deutsche Staatsbürgerschaft verweigert wurde, und die Münchner Aktivistin <strong>Lisa Poettinger</strong>, die in Bayern als Lehramtsstudentin keine Zulassung zum Referendariat erhielt. Einführung: <strong>Annette Ohme-Reinicke</strong>. Näheres demnächst.</p>
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