Bauers Depeschen


Samstag, 06. August 2022, 2311. Depesche


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LIEBE FREUNDINNEN & FREUNDE

wie angekündigt, will ich mich bemühen, dieser Seite wieder mehr Leben einzuhauchen, regelmäßig Texte zu schreiben - siehe unten NOTIZEN.

Wen`s noch interesssiert: die jüngste Kontext-Kolumne findet man hier:

DER PLATZ DES UNHOLDS

- Am kommenden Mittwoch erscheint die nächste.



Aktuell & Live

EIN ABEND FÜR DIE KICKERS.

Nach dem sensationellen 2:0-Sieg der Kickers im DFB-Pokal gegen die drei Klassen höher spielende SpVgg Greuther Fürth: Am Donnerstag, 11. August (19 Uhr), gibt es - je nach Wetter - im oder VOR dem Vereinsheim der Sportfreunde auf der Waldau die „Blaue Show“, einen Mix aus Kabarett und Live-Musik, Geschichten und Gesprächen. Das ist die zweite Veranstaltung für Fans in diesem Sommer nach dem atmosphärisch sehr schönen Abend zur Vorstellung der „Fußballfibel“. Stargast ist diesmal der Kabarettist Rolf Miller, in Satire-Kreisen als Halbsatz-Virtuose bekannt. Außerdem dabei: Ex-Kickers-Spieler Ralf Vollmer, Fußball-Autor Bernd Sautter, Sängerin Eva Letica Padilla (ich mach auch mit). Der Eintritt ist frei. Bitte anmelden per Mail: blaueshow@kickers-fanprojekt.de



DIE NUMMER 2:

FLANEURSALON IM RATZE-GARTEN.

Nach der großen Nachfrage ist der Flaneursalon am Freitag, 19. August, noch einmal im schönen Garten der Ratze am Raichberg, Stuttgart-Gaisburg. Diesmal mit der Sängerin Katalin Horvath, die von dem Wahnsinnsgeiger Sebastian Mare und dem Akkordeon-Virtuosen Vladimir Trenin begleitet wird (Gitarrist Frank wekenmann musste absagen). Ein Trio, das Elemente der Balkan-Musik aufgreift und virtuos verarbeitet. Songs für diesen Abend steuern auch der Sänger/Musiker Eric Gauthier und sein Gitarrist Jens-Peter Abele bei. Erstmals tritt der Satiriker Cornelius WM Oettle ("Titanic", Autor "Die Anstalt") in meiner Lieder- und Geschichtenshow auf. Es gibt noch Karten per Mail: ratzestr@gmail.com



NOTIZEN

Seit siebzehn Monaten wohne ich jetzt in der Nähe des Stuttgarter Kernerplatzes, an der Grenze der Stadtbezirke Mitte und Ost, und ich habe noch nicht das Gefühl, mich im Alltag zu bewegen. Es gibt keinen Alltag mehr, ständig ändern sich die Dinge.

Nach meiner Trennung kam ich mitten im Lockdown und bei miesem Wetter im März 2020 in meiner neuen Wohnung an, und bis heute beschäftigt mich diese Veränderung, die nicht nur eine örtliche ist. Ich habe viel erfahren über Heuchelei und Scheinheiligkeit, all das, was auch Menschen nicht fremd ist, die sich auf der richtigen Seite wähnen. Ich bin in einem Alter, in dem es kaum mehr möglich ist, sich von einer solchen Geschichte zu erholen. Die Erinnerungen sind da, und die guten Erinnerungen schaffen schlechte Gefühle, wenn etwas vorbei ist. Es geht darum, damit umzugehen.

Manchmal kommt es mir etwas unpassend und läppisch vor, wenn ich weiterhin kleine Veranstaltungen mache, deren Ankündigungen den Eindruck erwecken können, mit diesem Zeugs ignorierte ich die Realität. Dieser Gedanke ist vermutlich falsch, weil wir ja irgendwie weitermachen müssen. Rentner ist womöglich kein Beruf. Nach allem, was ich in der jüngeren Vergangenheit gelesen und erfahren habe, wird die Bedrohung von rechts in diesem Jahr gravierend zunehmen. Wirtschaftskrise, Energiekrise, Corona-Maßnahmen – das alles ist Wasser auf den Mühlen der Rechten. Verluste und Unzufriedenheit, Empörung und Hass und vor allem die sozialen Medien sind die besten Voraussetzungen für die Rechten seit dem Ende der Nazi-Diktatur.

Die Allianz von Erzkonservativen und Rechtspopulisten, Rechtsextremen und „Querdenken“-Horden treibt faschistische Prozesse voran. Und nichts dagegen zu tun ist nicht nur ein Versagen. Es ist vorsätzliche Beihilfe. Der britische Autor Paul Mason rät in seinem hervorragenden Buch „Faschismus. Und wie man ihn stoppt“ (Suhrkamp) zu einem „Waffenstillstand“ von Linken und Liberalen. Käme er zustande, wäre es ein Wunder.

Egal. Antifaschistische, antirassistische Aktionen müssen unterstützt werden, von allen, die noch halbwegs beweglich sind. Es ist scheinheilig, wenn sich Linksliberale mit ihren Bedenken gegenüber „Gewalt“ ständig von Antifa-Initiativen abgrenzen. Sind das nicht zum Teil dieselben Leute, die fortwährend „schwere Waffen“ für die Ukraine fordern? Wer, bitte, hält denn sonst den Kopf hin außer der Antifa, wenn es darum geht, die Rechten, die Nazis und ihre Seilschaften aufzuhalten? Mason, ein erfahrener Aktivist, verweist auf die Unverzichtbarkeit von körperlicher Präsenz, von Aktionen auf der Straße. Das Bündnis Stuttgart gegen Rechts, zum Beispiel, ist absolut unterstützenswert. Immer wieder fällt es mir mit sehr durchdachten Aktionen auf.

Zum Schluss noch der Hinweis auf weitere geplante Veranstaltungen:



> Am Mittwoch, 19. September, stellt Heinrich Steinfest im Stuttgarter Literaturhaus seinen neuen Roman „Der betrunkene Berg“ vor (unsereiner moderiert).

> Am Donnerstag, 20.Oktober, ist der Flaneursalon im Bürgerhaus Möhringen. Gäste: Thabilé, Loisach Marci und Timo Brunke.

> Am Samstag, 29. Oktober, tritt der Flaneursalon auf Einladung im Laboratorium auf. Mit Katalin Horvath, Eva Leticia Padilla und Jess Jochimsen. Das Lab feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag.

> Am Dienstag, 20. Dezember, und am Mittwoch, 21. Dezember, findet wieder DIE NACHT DER LIEDER im Theaterhaus statt, die 21. Benefiz-Show zugunsten der Aktion Weihnachten e. V. Der Vorverkauf läuft schon längst, und wie immer bitte ich um Unterstützung: Es gibt Menschen, die unsere Einnahmen dringend brauchen …

 

Joe Bauer: Im Staub von Stuttgart - Ein Spaziergänger erzählt
 

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