Bauers Depeschen


Freitag, 20. Februar 2009, 289. Depesche



REKLAME:

Neuer Flaneursalon-Termin: Mittwoch, 18. März 2009, 20 Uhr,

Restaurant-Theater Friedenau, Rotenbergstraße 127, Stuttgart-Ost.

Mit Stefan Hiss, Dacia Bridges, Michael Gaedt. Karten: 07 11 / 2 62 69 24.



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BETR.: MICHAEL GAEDT & MICHAEL SCHULIG UND DIE BAND



Donnerstag, Theaterhaus. Nach vielen widerlichen Geschichten um das Ende der Kleinen Tierschau die Premiere der Großen Tierschau.

Es spielt keine Rolle, ob die Künstler auch in Zukunft unter diesem Namen auftreten werden, egal, wie der juristisch Streit mit dem ehemaligen Kleine-Tierschau-Mitglied Ernst Mantel ausgehen wird.

Irritierend an der neuen Show ist für mich allein die Werbung: "Michael Gaedt und Michael Schulig sind Die Große Tierschau". Bullshit. In Wahrheit steht hier eine kraftvolle, energiegeladene große Band auf der Bühne. Gaedt & Schulig haben mit dem Bassisten Rolf Kersting, dem Schlagzeuger Jörg Orlamünder und dem Gitarristen Andi Feller eine erstklassige Power-Truppe im Rücken. Profis, die schweinemäßig rocken. Und alle auf der Bühne haben endlich wieder spürbar Spaß und Freude an ihrer Arbeit.

Deshalb: Den Besuch kann ich, trotz aller Befangenheit als alter Freund und Wegbegleiter von Michael Gaedt, besten Gewissens empfehlen.

Die alte Tierschau hat dramaturgische Probleme, etwa Kostümwechselpausen, nie so geschickt gelöst wie jetzt das neue Team in seiner Glamour-Show. Diese lustige Hommage an Hard & Heavy. Die drei jungen Tänzerinnen wirken dabei in keiner Weise wie Chargen im Lückenbüßergewand. Das sind Nummern-Girls, das ist eine Nummern-Revue, und Rock ist seit jeher die Sehnsucht nach guten Nummern.

Die neue Show überzeugt mich mit gutem Timing und Tempo. Und die paar Hänger sind schnell korrigiert. Über die Songs, über Texte, über Gaedts Moderationen lässt sich wie immer laut und heftig streiten. Aber das hat mich noch nie interessiert. Gaedt ist ein Berserker, ein Joker, ein Executioner und Rummelplatz-Verführer, einer, den wir brauchen. Und der Vielfach-Musikant Schulig agiert wie eine aufrechte Eins, völlig souverän und unerschrocken.

Alle Körperlichkeit, alle psychische Sensibilität konzentriert sich ohne spießige Scham vor Peinlichkeit auf das 3-Akkorde-Phänomen Rock'n'Roll. Der Kinder-Rockstar-Traum - sie wollen ja nur spielen. Die Show infiziert, und da hüpft meine Platte auch bei einem schwäbischen Songcontest-Sketch nicht vom Teller.

Die Musiker geben sich hin, mit allem was sie haben - das ist erotische Backstage-Philosophie, Luft-Sex, das ist Humor. Mich stört lediglich, dass Gaedt die Chance nicht nutzt, das Publikum so rattenfängerhaft wie emotional in die lustvollen Tage der Hard-Rock-Attitüden zu beamen. Wenn in der "Paranoid"-Parodie Ozzy Osborne die Hotelzimmer verwechselt, würde ich im Dienste der Publikumsverführung gern hören, dass das Grand Hotel meiner Paranoid-Zeit im Sommer der dichte Wald und im Winter der dunkle Hausflur waren. Nostalgie, meinetwegen, das ist Rock.

Hingehen, verehrtes Publikum, die turbulente Show mit ihrem Sternenstaub ist gut durchdacht, präzise erarbeitet und am Ende kissenfederleicht.

Dass im Finale ein Acht-Zylinder-Motor einen Leo-Bassi-würdigen Schneesturm entfacht, darf ich verraten. Ich empfehle dennoch gute Cowboystiefel und nicht etwa gefütterte Schnürschuhe. Las Vegas wäre sonst beleidigt.

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NACHTRAG zum Flaneursalon am vergangenen Mittwoch im Theater Rampe:



Die "Stuttgarter Zeitung" in der Ausgabe von heute:



"WIE WAR'S . . .

. . . beim Abschiedskonzert des Duos Los Gigantes in Joe Bauers Flaneursalon?



Der schönste Moment: Wie Ralf Grohers trompetete Sehnsucht Stefan Hiss' lakonisches Akkordeon umschlingt - und umgekehrt. Dann singen zwei starke Männerstimmen voller Visionen: "Blow my Blues away!"



Der liebevollste Spruch: "Los Gigantes - es gibt auf dieser Welt kein größeres Duo, auch kein kleineres. Vor allem aber kein besseres." (Joe Bauer am "nach oben offenen Grab" des Duos über seine musikalischen Dauergäste.)



Der Lehrsatz fürs Leben: "Männer, die lieben, tun unvernünftige Dinge. Waschen ihr Auto nicht mehr. Vernachlässigen ihre Ehefrau." (Stefan Hiss über die Liebe.)



Der tröstlichste Anblick: Die Sängerin Dacia Bridges. Schwanger mit feinen musikalischen Ideen - und mit einem Kind. So geht's weiter.



Das Ende vom Lied: Sehr, sehr viele funkensprühende Wunderkerzen wiegen sich zum Schluss im Theater Rampe. Jetzt heißt es stark sein. Schön war's, danke!"

(Michael Werner)



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