Bauers Depeschen


Montag, 06. Oktober 2008, 232. Depesche



PUNKT MITTERNACHT. MONTAGSDEPESCHE.



Betr.: Ereignisse fürs Leben



Aufmunternd VOR dem Depeschenschreiben ist, dass man sie ohne Plan machen kann. Ich muss nicht lange herumbasteln wie an anderen Texten. Beim langen Basteln passieren böse Fehler, wenn keiner kontrolliert. Hab unlängst in dem Buch "Smoke Smoke Smoke that Cigarette" festgestellt, dass eine Figur in meiner Geschichte "Der Marlboro Mann" mal mit dem falschen Namen auftaucht – hatte am Ende den Jens-Philipp in Philipp geändert und aus Versehen Jens statt Philipp stehen lassen. Und das Auto Pajero heißt auch mal Panjero. Ärgerlich. Es ist, wie es ist - und Fehler interessieren keinen. Hab noch nie eine Leser-Mail erhalten mit dem Hinweis: Bitte Depesche korrigieren! Doch, sorry, von Herrn Schübel, dem Homepage-Betreuer.

Bei Depeschen tippt man darauf los wie ein übender Musiker, der sich sicher ist, dass keiner zuhört. Und wenn, ist es wurscht.

Kickers 3:3 nach einer 3:0-Führung in München. Die Tragödie geht weiter. Man wird Teil dieses Elends, vor allem im Herbst.

Diese Woche war ich zweimal laufen (herrliches Licht am Sonntagmorgen im Wald), einmal schwimmen (gutes Berg-Wasser) und zuvor, am Donnerstag, bei Paul Auster im fast ausverkauften Hegelsaal der Liederhalle, eine Veranstaltung des Literaturhauses. Auster stellte sein Buch "Mann im Dunkel" vor. Er hat wie alle berühmten Amerikaner eine verdammt gute Stimme. Tief und voll. Möchte wissen, wo die immer diesen Sound her haben. Vereinnahmender Sprecher und Redner.

Der Schauspieler Hans Peter Hallwachs übernahm den deutschen Vortrag. Er schiffte ab. Diese deutschen Fernsehdarsteller sind alle verbrannt.

Es moderierte der Stuttgarter Literatur-Kritiker Denis Scheck, eine Art lebende, schwäbelnde Comicfigur des TV-Entertainments. Er macht seinen Job informativ und unterhaltsam, so unterhaltsam, dass Auster einmal auf seine Frage antwortete: "Sorry, ich weiß nicht, wovon Sie reden." Ansonsten verstanden sie sich prächtig.

Auster äußerte sich über amerikanische Politik, er sagte, dass bei der letzten Wahl Al Gore gewonnen hat, er plädierte für Obama und nahm eine amerikanisch-positive Haltung ein: Man werde den Banken-Crash unter Kontrolle bringen - und bei der Wahl herausfinden, wie rassistisch die USA in Wahrheit sind.

"Opinions are like assholes. Everybody has one", sagt Auster.



Gefallen hat mir am Freitag der Auftritt der jungen Sängerin Johanna Zeul in der Rosenau. Sie ist forsch, schreibt gute Texte, schlägt kompromisslos die akustische Gitarre und schüttet sich unverfroren Trinkwasser über den Kopf. Das ist ein neuer Typ von Performance-Künstlerinnen, die man nicht Liedermacherinnen nennen sollte. Das rückt sie zu nahe an die Selbstgestrickten. Frau Mirjam mit jott hat mich kürzlich auf diese Künstlerin aus Ulm/Berlin aufmerksam gemacht. "Ich zerstör den Kokon, in dem ich wohn", singt sie. Im Internet findet man ein Video mit einem kurzen Arte-Bericht. Sie habe ihre Plattenfirma verlassen, weil sie schlampig gemanagt wurde, heißt es da. Sie mache jetzt alles selbst. In der Rosenau waren sehr wenige Besucher.

Es gibt übrigens die Milliardenlochbank Hypo Real Estate auch mitten in Stuttgart: Heustraße 1, unweit der Königstraße. Holen Sie Ihr Kohle!



- 10 Jahre Flaneursalon am Dienstag, 14. Oktober, im Theaterhaus. Mit Los Gigantes, Michael Gaedt & Michael Schulig, Dacia Bridges & Alex Scholpp und einem Überraschungsgast. Beginn 20.15 Uhr. Es gibt noch Karten:

0711 / 4 02 07 20.



- Kolumnen in den Stuttgarter Nachrichten:

www.stuttgarter-nachrichten.de/joebauer



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