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# 25 | 06.02.2010 14:53:59 | Cornelia Pfadenhauer schrieb:
Kaum zu Hause angelangt und voller Freude die Kiste aktiviert, geht's im geschätzten LESERSALON schon wieder haarscharf am Fallbeil vorbei.
Ja, ich komm halt immer aus dem Mustopf!
Es soll Leute geben, die zum ersten Mal an sowas teilnehmen.
Jetzt lassen Sie mich das halt genießen, lieber Herr Bauer! Was weiß denn ich, wer mit was schon durch ist. Ich bin eben im zarten Alter von fast 55 Jahren noch begeisterungsfähig. Ist das nix?

# 24 | 06.02.2010 09:31:13 | Sabine schrieb:
Es hört nicht auf:
http://www.youtube.com/watch?v=_0_I4loYces

# 23 | 05.02.2010 22:27:41 | Cornelia Pfadenhauer schrieb:
Ist das ein Blog? Und was macht man damit? Die Frage der ideenreichen Frau Sabine, deren Beitrag wirklich etwas bewundernswert Lockeres hat, ist berechtigt. In meinem Klett-Englischwörterbuch, welches innen braun und außen brüchig wird, gibt es dieses Wort noch gar nicht. In meinem Wörterbuch mit neuer deutscher Rechtschreibung steht, dass ein Blog das Kurzwort für Weblog sei und ein Weblog sei ein regelmäßig aktualisiertes Onlinetagebuch. Und der Blogger sei der, der da reinschreibt.
Bis jetzt war mir nicht bekannt, dass man in fremde Tagebücher schreibt. Da waren früher sogar Schlösser dran. Also dürfte es sich bei dieser Erscheinung um das moderne Poesiealbum handeln. Stimmt’s? Oder rast bei mir jetzt schon der Blocker. Blocker sei (nur)süddt. lese ich und würde in etwa heißen: Bohnerbesen. Besen, Besen, sei’s gewesen. Also auf Besen setzen sich nur Hexen. Auf den Blocker konnte man sich als Kind auch stellen. Von Angesicht zu Angesicht mit dem blockenden Blocker. Das hat richtig Laune gemacht. Denn je trockener das Bohnerwachs war, desto besser raste der Blocker. Und der Glanz war dann schier überirdisch. Heute ist man ja nur noch mit dem äußerst wendigen, aber etwas langweiligen Swiffer unterwegs.
Jedenfalls, der beste Poesiealbumeintrag war von einer meiner ältesten Freundinnen, die damals schon wusste, dass sie Tierärztin werden würde. Kaum des Schreibens mächtig sudelte sie, von der Aufgabe sichtlich belästigt, kurzerhand folgenden alten Jägerspruch in mein Büchlein:
Die Blume ziert der Jungfrau Locken, dem Hasen hält sie‘s Waidloch trocken.
Joe:Wenn der Blogger-Blocker-Kalauer auch noch im Jahr 2010 nach Christus auf einer Homepage abgehandelt wird, ist das Ende dieser Seite programmiert.

# 22 | 05.02.2010 19:21:49 | Eberhard Rapp schrieb:
Ich habe mittlerweile meinen Anwalt eingeschaltet.
Er hat mir geraten, Herrn Bauer ein Schweigegeld in Form von Naturalien (z.B. ein Schnitzel plus Erfrischungsgetränke in haushaltsüblichen Mengen im Ackermanns ab 10.2, aber noch vor dem 28.2.2010) anzubieten, damit diese falschen Wasserstandsmeldungen endlich aufhören. Kommen wir zum broudagd bleismend: Meine CDs kaufe ich immer noch im Einklang. Außer einer von Loretta. Auch wenn's Herr Bauer nicht für möglich hält: Diese erstand ich bei Ratzer.
Joe:Das Schnitzel wird auf meine Rechnung bereits geklopft.

# 21 | 05.02.2010 17:34:42 | Elisabeth Berries schrieb:
Herr Harthan beobachtet den Stabilitätsstreitpunkt, Stuttgart 21, aus Dortmund und somit aus fernem Terrain. Er betrachtet das Projekt aus zwei verschiedenen Blickwinkeln und das ist gut so. Wer kann heute schon genau Voraus-Wahrsagen, wie sich dieses umstrittene Konzept tatsächlich entwickelt. Was noch für ein Kuriosum an Überraschungen im Verborgenen schlummert, und dass schon gar nicht in diesen unberechenbaren Zeiten. Die Stuttgart 21-Gegner köcheln sicher nicht voller Naivität gemeinsam in einem Topf von Fortschrittlichkeitsfeinden. Es stört sie viel mehr, wie dilettantisch, dieses Projekt auf den Weg gebracht wird. Joe Bauer möge mich-bitte- eventuell korrigieren, wenn ich hier, als Nahbereichs-Beobachterin, mit meiner Ausführung voll auf der falschen Fährte bin. Egal, welche Widerstandskämpfer am Ende die Nase vorn haben, wer die Elfe mit den stichhaltigsten Ratschlägen getroffen hat. Eine konstruktive Kritik der Contra-Seite wird dem Projekt Stuttgart 21 in jedem Fall weiterhin hilfreich dienen.

# 20 | 05.02.2010 06:50:03 | Wilfried Harthan schrieb:
Ein Dortmunder
und sein Stuttgarter Bahnhof

Stuttgart 21 hörte sich ja fast noch bescheiden an. Jetzt haben sie aufgerüstet:
Das neue Herz Europas. Darunter tun sie’s nicht mehr. Unglaublich. Aber die Großmäuligkeit der Planungs- und Werbe-Fuzzis hat auch ihr Gutes. Wenn es sich nämlich bei der Bahnstrecke Stuttgart-Ulm um nichts Geringeres als das Herz Europas, also auch des Ruhrgebiets handelt, dann darf auch ich als Dortmunder was dazu sagen. So. Zumal ich die ersten 20 Jahre meines Lebens in Stuttgart verbracht habe. Doch kaum ist man mal 40 Jahre weg, schon bauen die bloß noch Scheiß. Aber zum Glück gibt’s ja noch den Joe Bauer, der paßt auf und hält einen über das Internet auf dem Laufenden.
Ja wie war das denn damals mit dem Bahnhof? „Stuttgart hat einen Sackbahnhof.“, so habe ich es in der Volksschule in mein Heimatkundeheft geschrieben. Sackbahnhof, so hieß das damals, alle sagten so und keiner schaute einen blöd dabei an. Daß man auch Kopfbahnhof dazu sagen kann, erfuhr ich erst Jahrzehnte später. In Stuttgart jedenfalls sagte man Sackbahnhof. Das erklärte auch der unverheiratete Lehrer der Parallelklasse meiner unverheirateten norddeutschen Klassenlehrerin bei einem gemeinsam Lerngang beider Klassen zum Bahnhof in einem sehr vertrauten Ton. Außerdem seien damals Baumstämme in den morastigen Grund gerammt worden, wie in Venedig. Ob’s stimmt weiß ich nicht. Gemerkt hab ich’s mir jedenfalls.

In meiner autofreien Kindheit und Jugend war der Bahnhof das Tor zur Welt. „Die Welt“ war alles das, wohin die Straßenbahnen nicht mehr fuhren. Und wenn wir in den Sommerferien auf dem Weg zu unserem Bauernhof im Allgäu waren, dann war der Bahnhof die direkte Pforte zum Paradies. Drei Wochen später auf dem Rückweg durch den gleichen Bahnhof heulte ich Rotz und Wasser.
Wenn wir sonntagabends von unserem Garten auf dem Killesberg nach Ostheim zurückfuhren, dann mußten wir am Bahnhof vom 10er in den 8er umsteigen. Meistens war ich hundemüd und quengelig. Um mich bei Laune zu halten, zeigte mir meine Mutter den beleuchteten Mercedesstern, der sich auf dem Bahnhofsturm drehte. In einem festen Rhythmus wurde er größer und wieder kleiner. Und wenn er genau in Längsrichtung stand, dann war er für einen magischen Augenblick lang überhaupt nicht mehr zu sehen. Ich war fasziniert davon, immer wieder aufs Neue, auch noch viele Jahre später. Ob er sich heute noch dreht, weiß ich gar nicht.
Auch heute nach 40 Jahren betrete und verlasse ich Stuttgart durch diesen Bahnhof. Er ist einfach schön und ich kenne niemanden, dem dieser Bahnhof nicht gefällt. Ich mag mir das kranke Hirn gar nicht vorstellen, das ernsthaft Bulldozer und Abrissbirnen auf dieses Baudenkmal hetzen will, um ihm die Flügel zu amputieren. Was da noch daraus werden soll, weiß ich nicht. Doch eins scheint mir klar. Wenn Bahnhof und Innenstadt zerstört und die Finanzen von Stadt und Land für Jahrzehnte ruiniert sind, dann werden sich die Reihen der Fans von Stuttgart 21 schlagartig lichten, dann wird einer von ihnen vielleicht sogar erklären, er sei schon immer ein Gegner des Projekts, ja ein Widerstandskämpfer, gewesen.
Vielleicht kommt es aber auch ganz anders und es versammelt sich tatsächlich ganz Europa an der Bahnstrecke Stuttgart-Ulm, um sein Herz schlagen zu sehen. Vielleicht sieht der flügelamputierte Bahnhof auch gar nicht so schlimm aus wie befürchtet und die Innenstadt ist dann schöner denn je. Könnte ja sein.
Für diesen Fall gelobe ich Buße. Ich werde zu Fuß von Dortmund zu meinem Stuttgarter Bahnhof gehen, die Treppe hinauf quer durch die Halle genau dorthin, wo heute noch die Bahnsteige sind, und mich auf die schönste Glaskuppel von allen stellen. Von dort aus werde ich öffentlich bekennen, dass ich ein Fortschrittsfeind gewesen bin, der aus purer Gefühlsduselei fast die Zukunft Europas aufs Spiel gesetzt hätte. Direkt danach tauche ich in meinen 11 Meter tiefen Tunnel ab, in dem bereits der Zug nach Dortmund wartet. Genauso mach ich’s.

# 19 | 05.02.2010 00:27:56 | Eberhard Rapp schrieb:
Und schon gibts die erste Gegendarstellung. Herr Bauer glaubt offensichtlich, dass Herr Rapp seine CDs bei Saturn kaufen würde. Was glaubt Herr Bauer eigentlich?
Joe:Herr Rapp wird von der Polizei gesucht. Er hat versucht, bei YouTube Vinyl herunterzuladen. Zuletzt hat er sich nicht mal mehr im Ackermanns blicken lassen. Das ist ganz schlecht, denn Andreas Göz gibt die Kneipe Ende des Monats ab...

# 18 | 04.02.2010 21:35:19 | Eberhard Rapp schrieb:
... und schon geht die Schleichwerbung weiter. Der kleine Unterschied: Hier schleicht der Chef!
Joe:Herr Rapp kauft CDs vermutlich bei Saturn!

# 17 | 04.02.2010 17:08:45 | Elisabeth Berries schrieb:
Der Begriff Billigplattenspieler ist sicherlich subjektiv ausdehnbar. Meine Vinylscheiben spielt noch immer ein antiquierter, fast 30 Jahre alter Plattenspieler (Teil einer sog. Hi-Fi Anlage) ab. Diese Art der Unterhaltungselektronik habe ich mir damals nach und nach mühsam zusammengespart. Zu einer Zeit, in der es noch nicht en vogue war, Erspartes in Bad Banks zu investieren. Der Vorteil ist, ich bin nicht im Besitz einer wertlosen Anleihe. Meine Stereoanlage gibt mir noch immer, zuverlässig, eine breite Palette von unterschiedlichsten Stilrichtungen der Musik wieder. Neuerscheinungen wie Midnight Soul Serenade, über die Sticky Fingers – der sog. britischen Flachlegertalente-, bis hin zu J.S. Bachs Toccata und Fuge D-Moll. Ganz nach Gefühlslage. Ein ideelles, unbezahlbares Phänomen.
Joe:Mein Plattenspieler ist relativ neu, er hat keine 150 Euro gekostet - wollte erst mal testen, ob ich ihn überhaupt einsetze. Jetzt läuft er, und Ratzer Records freut sich auch...

# 16 | 04.02.2010 15:06:38 | Cornelia Pfadenhauer schrieb:
Was die erhaltenswerten Orte anbelangt, hätte ich eine Anregung. Dieser Tage fiel mir ein Bericht vom 28. Juni 2006 in die Hände, erschienen im BLICK VOM FERNSEHTURM (weiter reicht es auch bei mir oft nicht). Hier wurde ein verwunschener Künstlerstandort in Sillenbuch beschrieben.
Drei Herren residierten dort (und ich hoffe noch), die von Begegnungsstätten-Einrichtern und Liebhabern dieser Stätten verdrängt werden sollten.
Manche Künstler brauchen einfach diese kolossale Ruhe für ihre Arbeit. Stätten der Begegnung soll es sonst wo geben. U. U. am Müllcontainer. Soweit meine Meinung.
Mich interessiert nun und vielleicht auch andere, ob es diesen Künstlern heute gut geht und wie und wo sie ihre Kunst vermarkten.
Der von begegnungswütigen Bürgern bedrohte Standort ist oder war im alten Rathaus in Stuttgart-Sillenbuch in der Tuttlinger Straße 99. Von einem der Beschriebenen habe ich mittlerweile eine Homepage gefunden, nämlich von Reiner Schmieg. Auch bringe ich das alte Rathaus von Sillenbuch mit anderen Künstlern wie Peter-Anton Gekle in Verbindung, der nicht nur lustige Zeichnungen (wahrscheinlich gelagert im Stadtarchiv als Nachlass) anfertigte, sondern manchmal ebenso lustige Gedichte schrieb, wie z. B. über die Schwäbische Weinstube (von der Beschreibung her könnte es die Kiste sein).
Jedenfalls, das alles zu recherchieren wäre etwas für einen ausgewachsenen Journalisten. Möglicherweise für einen, der tatsächlich zwischendurch noch seinen Schreibtisch verlässt und in dieser trostlosen Gasse (Tuttlinger Straße) herumstöbert. Irgendwann vielleicht, wenn vor lauter Feschdleshuberei mal wieder Stadtflucht angesagt ist. Alt-Sillenbuch könnte so idyllisch sein, wenn es denn belebt wäre. Immerhin – dort ist es fast noch schöner als an der Haltestelle Silberwald mit seinen halb verdursteten Bäumen.

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