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# 499 | 18.10.2010 21:11:57 | Leonhard S. schrieb:
Ich verzichte großzügig auf den 500ten Lesesalonbeitrag und nehme den 499ten Beitrag. Der Lesesalon ist jedenfalls interessanter geworden, finde ich. Danke für die tollen Depeschen und die Kommentare zu den Lesesalonbeiträgen. Das Niveau geht hoch. Oben bleiben. Weiter so. Basta.

# 498 | 17.10.2010 19:24:48 | Wilfried Harthan schrieb:
@ 598.Depesche
Heute bin ich mit dem Zug von Ulm zurück nach Dortmund gefahren mit Aufenthalt in Stuttgart. Joe Bauer hat recht: in einem verstümmelten Bahnhof anzukommen, ist ein beschissenes Gefühl. Trotz heftigen Regens war der Bauzaun am Nordflügel voll von Menschen. Genauso im mittleren Schlosspark. Dort fand ich es zwar nicht ganz so schlimm, wie ich es nach den Fernsehbildern befürchtet hatte, bedrückend war es doch.

Die Ankunft im Kopfbahnhof hatte mir noch mal den ganzen Wahnsinn von S21 vor Augen geführt. Die letzten Kilometer vor einem Bahnhof zeigen selten die Schokoladenseite einer Stadt. Stuttgart ist eine der wenigen Ausnahmen. Wer dort auf den südlichen Gleisen einfährt, hat auf den letzten 5 Kilometern die wunderbare Aussicht auf den unteren und mittleren Schlosspark, das Kirchlein von Berg und die Uhlandshöhe. Wenn er den Bahnhof nach Norden verlässt, schaut er auf die Weingärten des Kriegsbergs und in südlicher Richtung steht er nach hundert Metern in einem wunderschönen Park. Dieses einmalige Empfangsszenario ist allerbeste Werbung für Stuttgart und völlig kostenlos. Warum also soll genau das zerstört werden, indem man nach den Plänen von S21 die Bahnreisenden bei Feuerbach in einen 17 km langen Tunnel abtauchen und sie erst oben auf den Fildern zwischen irgendwelchen Krautköpfen wieder ans Tageslicht lässt? Was für ein krankes Hirn denkt sich so etwas aus? Unter den Spaziergängern im Schlosspark sah ich auch einen älteren Herrn mit einem „I like S21“-Button. Ich glaube, es gibt Stuttgarter, die diese schöne Stadt gar nicht verdient haben, dachte ich mir und stieg in meinen Zug nach Dortmund.
Joe:Hoffe, gute Reise gehabt und wünsche einen Sieg gegen Paris St. Germain - die Herren Klaus Bittermann und Wiglaf Droste sind im Anmarsch.

# 497 | 17.10.2010 14:27:50 | Carmen K. schrieb:
Schade, echt schade, richtig oder wirklich schade, dass trotz Konstantin Wecker statt der 100 000 erwarteten Demonstranten nur geschätzte 18 000 bis 25 000 gekommen sind. Seine Popularität ist Programm (?) und vielleicht produziert er demnächst einen Tonträger über den hiesigen Widerstand und verdient sich damit eine goldene (Ersatz-) Nase. Er wird den Heidelbergern, wo er gestern abend ein Konzert gab, erzählt haben, wie bei den Schwaben in Stuttgart Widerstand funktioniert. Ja wir können nicht nur Kehrwoche , sondern neuerdings auch Widerstand gegen Arroganz und Ignoranz von oben.
Und es wäre wünschenswert, dass die Gegner weiterhin bei den Demos in großer Anzahl präsent sind.
Die Strategie muss sein, statt auf C-, oder B-Promis zu setzen, irgendwann, wenn das Wetter noch schlechter wird, A-Promis zu aktivieren. Das wird schwierig, aber der organisierte Widerstand schafft das. Ich denke dabei an Nina Hagen, Günter Grass, Helmut Schmidt, Oskar Lafontaine, Gregor Gysi etc...
Nina Hagen's Auftritt liegt mir sehr am Herzen, damit die Punks unserer Stadt auch mitgenommen werden. Die habe ich bisher vermisst, vielleicht trauen sie sich noch nicht, aber sie gehören doch auch zu uns, genauso wie die Bürger der Halbhöhenlagen und es sollte keiner wegen seinem Aussehen, seiner Liebe zu Hunden etc. ausgegrenzt werden.
Joe:Frau K., Nina Hagen ist kein Punk. Wir haben nicht mehr 1975. Nina Hagen ist eine Künstlerin, eine Diva, Deutschlands einziger singender Weltstar.

# 496 | 17.10.2010 10:10:30 | J. Wegmann schrieb:
@ 494
Entsprechend aus dem Lehrbuch!
Populistisch ist die Eigenschaft, die man Menschen vorwirft, die anderen nach dem Munde reden, die also das sagen, was andere hören wollen. Das trifft doch um Gottes Willen nicht auf Konstantin Wecker zu. Warum dürfen populäre Menschen ihre Position nie klar zeigen und warum wird ihnen dann immer gleich Populismus vorgeworfen? Also bitte, erst nachdenken oder recherchieren und dann schreiben.

# 495 | 16.10.2010 08:57:16 | sabine schrieb:
@494
Populistisch? Konstantin Wecker? Wenn unsere Politiker so eine "populistisch" politische Einstellung hätten, wie Wecker sie seit Jahren kundtut, wäre etwas mehr von der derzeit so häufig geforderten Verlässlichkeit im Land.

# 494 | 16.10.2010 01:19:24 | Carmen K. schrieb:
Man muss eine Meinung haben, man darf aber auch eine Meinung haben. Wichtig finde ich, man weiß wovon und worüber man eine Meinung hat und man sollte gute Argumente haben für seine eigene Sichtweise. Eine kluge Person hat mir diese Woche gesagt, es fängt beim Papier an. Stört es uns, dass in Südamerika die Regenwälder gerodet werden? Frau Oberpaur stört es vermutllich nicht, aber sie erzählt jedem, der es hören will, dass Sie dagegen ist, dass im Stuttgarter Schlossgarten die Bäume gefällt werden. Bei Beckmann erzählte sie von Kindheitserinnerungen. Schön. Jeder hat seine Geschichten aus der Kindheit parat. Ich z.B. habe meine längst verstorbene Großmutter väterlicherseits nie geliebt. Sie war katholisch und hatte auf Ihrem Fernsehgerät ein eingerahmtes Bild von Filbinger stehen. Ich habe das Bild von Filbinger genauso gehasst, wie ihre Hörigkeit gegenüber der katholischen Kirche.
Morgen ist wieder Demo auf dem Schlossplatz. Konstantin Wecker ist angesagt. Vermutlich werde ich hingehen. Ich werde aber nicht wegen KW hingehen, er ist kein ehrlicher Typ, er ist mir zu populistisch.
Joe:Von den Regenwäldern über Omas Filbinger zu Konstantin Weckers Populismus - da kann nicht mal ein alter Themenhüpfer wie ich folgen.

# 493 | 15.10.2010 23:08:35 | Mario P. schrieb:
Zunächst ist meiner Meinung nach die Provinz nicht generell als Schlecht einzustufen, geschweige denn mit provinziell gleichzusetzen. Herr Gönner ist ein über Parteigrenzen geschätzter, erfahrener Mann, der, wenn er Ihrer Contra-Fraktion angehörte, von Ihnen sicherlich nicht als Ulm-Provinzler bezeichnet würde. Man sollte sich besser die Frage stellen, ob die eigentliche Provinzialität nicht in der Kritik von Personen aufgrund Ihrer Herkunft besteht.
Bei Ihrer Kritik zur architektonischen Gestaltung des neuen Quartiers und des Bahnhofs bin ich bei Ihnen, aber jegliche Pro-Meinung von vornherein als provinziell oder nicht valide einzustufen, spiegelt nicht wirklich die Toleranz wider, die Sie von den Gegnern bei der Akzeptanz Ihrer Argumente erwarten und einfordern.
Ich war wirklich immer ein begeisterter Leser Ihrer Kolumnen, aber mittlerweile scheint mir, als gäbe es für Sie nur noch ein Thema in der Stadt und dies empfinde ich als wirklich langweilig um nicht zu sagen, ein wenig provinziell bei der Vielfalt, die diese Stadt, abgesehen von Ihrem Bahnhof, zu bieten hat.
Also Cowboystiefel an und ab nach Rimini!
Joe:Warum, Herr P., wechseln Sie ständig Ihren Namen? Angeblich bearbeite ich nur ein Thema, vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass ich in der Zeitung ziemlich einsam bin beim Versuch, im Fall 21 die Perspektiven zu wechseln und Zusammenhänge wenigstens in einer kleinen Nische herzustellen. Seltsamerweise melden Sie sich nie, wenn ich mich mit anderen Dingen als S 21 beschäftige - selektive Wahrnehmung? Dies hier ist meine private Homepage - warum schreiben Sie keine Lesermails an die StN? Ach so, Sie haben keinen Namen. Im Übrigen bin ich ein typischer Provinzler - und maße mir nicht an, von Fortschritt und urbaner Zukunft zu reden, schon gar nicht, wenn ich keine andere Kultur kenne als die der amtierenden politischen Kleingeister. Provinzielle Texte erkennt man nicht am Thema S 21, sondern an ihrem Ton. - Rimini ist zurzeit nicht so meine Gegend, heute gehe ich in Turnschuhen auf die schöne Waldau. Bin mal gespannt, Herr P., wo wir uns eines Tages treffen. Morgen früh bin ich im Dachswald. Danach schreibe ich eine Fußballkolumne - Schalke 04, nicht S 21.

# 492 | 14.10.2010 22:25:05 | Ferdinand Zundel schrieb:
Heute steht in der STZ ein Interview mit dem Ulmer OB Ivo Gönner. Das ist ein Mann, der klug argumentiert und klar Position bezieht. Schade, dass er nicht für Aufgaben in Stuttgart zur Verfügung steht.
Joe:Ein Gönner-Interview war vor Wochen schon in den StN zu lesen. Logisch, dass sich Pro-Leute nach einem SPD-Provinzler aus Ulm sehnen. Ihren in Ulm geborenen CDUler aus Schwäbisch Gmünd haben sie ja schon. Beide sind Juristen & Technokraten. Entsprechend wird die Architektur der Zukunft aussehen.

# 491 | 13.10.2010 16:35:54 | Helmut Bachschuster schrieb:
"Die Politiker haben nicht an die Menschen gedacht, als sie entschieden, ihm die Flügel abzuhacken. Sie haben mit den Menschen nicht geredet, sie haben Gefühle missachtet und die Dinge gedeckelt. Das ist Plumpsklopolitik, und wenn ich daran denke, möchte ich noch einmal den Blitzableiter hoch, auf dass die Ignoranten der Blitz beim Scheißen treffe." Der Schlussabschnitt aus Ihrem Beitrag in Vincent Klinks "Häuptling eigener Herd" Nr. 43, lieber Joe Bauer, hat mir dermaßen aus der Seele gesprochen. Schon ewig wohne ich nicht mehr in Stuttgart, aber die Erinnerungen an die Bahnhof Lichtspiele samt Bali-Bar kochten schon gewaltig hoch. Ebenso an die Post im abgerissenen Nordflügel, wo man abends spät noch einen Brief einwerfen und sicher sein konnte, dass er per Nachtzug den Adressaten am kommenden Tag erreichte - republikweit! Wenn es den Artikel digitalisiert gibt, würde es mich freuen, ihn zu bekommen, um ihn an alle Ex- oder Exilstuttgarter zu versenden.

# 490 | 13.10.2010 15:17:24 | Elisabeth Berries schrieb:
@597
Die Röhre, Club mit Flair. Für Anfang 2011 waren ja noch Veranstaltungen geplant. Bedauerlich, das nun hastige Aus für den Geruch des Rock´n Roll.

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