Interessante Beiträge am Bahnhof. Straßenteer war keiner mehr zu sehen und die Aufkleber verkauften sich auch gut. Ein paar Pro21-Hirnies machten einen auf Mutprobe, schlichen durch die Menge, schauten wie Hasen und verschissen sich dabei fast die Hosen. Eindeutig pathologisch! Schönen Sonntag.
# 510 |
30.10.2010 07:17:05 |
ChristophSchneckenaichner schrieb:
Die neue Musik von Tom Jones ist wirklich abgefahren. Komme gerade vom Zeitungsaustragen in Schönberg von 3uhr30 bis 5uhr30, dabei höre ich DeutschlandradioKultur, da läuft nachts ein Super-Programm mit Musik, die nirgendwo zu hören aber absolut hörenswert ist. Ob Totentanz war oder wann er ist weiss ich nicht, dazu fällt mir Folgendes ein. Vorhin beim Zeitungsverteilen liefen Gestalten in Schönberg umher, mit Skateboards unter dem Arm, Sonnenbrillen auf der Nase und Perrücken auf dem Kopf. Sie waren so schnell verschwunden wie sie zuvor auftauchten. Ich erschreckte mich sehr und war gleichzeitig erinnert an Bilder von Otto Dix, und der hat doch ein Bild mit dem Titel Totentanz gemalt. So und jetzt muss der Hund Pippi machen. Mein Lied des Tages lautet: Aquarius von der 5th Dimension. Guten Morgen und bis bald.
# 509 |
29.10.2010 15:08:44 |
Cpt. Burnheart schrieb:
@607. Depesche
Na endlich. Die Kultur bezieht Stellung zur Mutter aller Tagesthemen. Leider wird das Wolfi, Tanja und alle anderen aus der Mappusbande an ihren feisten Politikerärschen vorbeigehen. Musikröhren schließen oder mit der großen Schere die Hungertücher des Kulturbetriebs zu kürzen, das gehört für sie zu den leichtesten Übungen.
Geht’s um Kultur, verstehen die nur Bahnhof oder sie hören gar nicht erst hin.
Kultur ist für den Berufspolitiker nämlich ein höchst unangenehmes Wort. Das Wort Kulturpolitik verursacht bei ihnen gar Pickel. Kultur und Kulturschaffende eignen sich nicht für Klientelpolitik und der politische Einsatz für Kunst, Literatur, Theater und Musik zahlt sich nicht aus. Weder bei der persönlichen Bereicherung, noch zum Anhäufen von politischem Ruhm- und Ehrenblech. Das lernt der angehende Mappus bereits als Parteiplakate klebender Jurastudent. Karrierefördernd sind bestenfalls scharfzüngige Kommentare zu den Auswüchsen einer stets ganz weit links verorteten Kulturszene. Und dann ist da noch das schwer wiegende Etikett, das an unserem Lande klebt, dem Land der Dichter und Denker, der großen Kulturnation. Dummerweise galt und gilt Deutschland, abgesehen von einer sehr kurzen, etwa tausendjährigen Auszeit im letzten Jahrhundert, in aller Welt und bis heute, als Wiege und sicherer Hort für allerlei Kulturgedöns von Bach bis Bonatz. Wäre dem nicht so, hätte der deutsche Berufspolitiker dieses lästige Zeug vermutlich längst abgeschafft. Events, mit oder ohne Fußball, inklusive Besäufnis, mit Champagner oder Bier, das sollte doch reichen und dem Volk genügend Zerstreuung bieten. Den Rest erledigt das Fernsehen.
Wer sich als Politiker für Kulturelles engagiert, der kann seine Karriere gleich an den Nagel hängen. Kultur zu finanzieren bedeutet für ambitionierte Kulturpolitiker, sich an den Fleischtöpfen der Republik die Reste zu sichern, die andere achtlos mitsamt Zahnstocher liegen lassen. Das ist würdelos und in der Politik nur etwas für Frauen, Verzauberte und Tagträumer, oder Leute die von der Karriereleiter gepurzelt sind. Kultur ist ein willkommenes und schmückendes Beiwerk, solange es nichts kostet. Mit Walser im Wald spazieren gehen, die Scorpions und AC/DC gut finden und sich befrackt in Bayreuth stundenlang zu Tode langweilen, das hat Tradition und verleiht Politikern eine gewisse intellektuelle Aura. Tucholsky zitieren ist auch sehr beliebt und natürlich das mit der deutschen, christlichen Leitkultur.
Mehr wird niemals sein, und genau das macht die Samstags-Mission für den gestiefelten Terminator so schwierig. Vielleicht doch lieber auf die Waldau?
Joe:
Kultur ist nicht eine Frage des Kulturbetriebs. Das müsste Cpt. Burnheart als alter Kulturbeutel-Vergesser eigentlich wissen. Kultur ist auch nicht - nach neuerem Verständnis - Fressen, Kunst, Klamotten. Es ist schon auch eine kulturelle Frage, mit welcher Haltung einer auf der Schüssel sitzt.
# 508 |
29.10.2010 09:57:49 |
Uwe Horst Pfeifer schrieb:
ERINNERUNG. Lieber Herr Bauer! Am Samstag spielen die Stuttgarter Kickers um 14 Uhr gegen Greuther Fürth 2. Ihre Anwesenheit ist zwingend erforderlich. Sie haben also gar keine Zeit, sich "objektiv" auf anderen Veranstaltungen zu äußern. Es sein denn, es gäbe Sie mehrmals (was ich ohnehin vermute). Irgendwas stimmt hinten und vorne, oben und unten nicht mehr... Völlig verwirrt: Der Ihre!
Joe:
Objektiv ist mein Kopf am Bahnhof, das Herz auf der Waldau.
# 507 |
28.10.2010 23:06:16 |
Hans-Ulrich Wagner schrieb:
Um nicht von einem Häuflein Irrer, das wahrscheinlich auch heute wieder durch den Stadtpark rennt, niedergetrampelt zu werden, aber auch, um ein wenig Ruhe vor dem stinkenden Misthaufen von Opportunisten und Wendehälsen, der sich Parlament nennt, zu haben, bin ich ins Theater geflüchtet. Die Fledermaus von Johann Strauss wurde geprobt und ich war eine Weile im Operettenhimmel. Das Bühnenbild, eine Melange aus Salon und Sommernachtstraum, ein sich öfter mal drehender Raum mit etwas Wald davor, war opulent und farbenfroh. Überall halbnackte Weiber, die im Walzertakt ihr nacktes Gesäß ins Publikum streckten, leere Flaschen, volle Herren. "Glücklich ist, wer vergißt, was nicht mehr zu ändern ist." – Das klingt zwar ein wenig, als ob ein paar der Oberprojektler mal wieder ihr Mantra von der Unumkehrbarkeit vortragen würden, doch dringt diese miese Assoziation nur kurz ins Bewußtsein, bevor man wieder von der Musik hinweggerauscht wird.
Joe:
Wagner, die Fledermaus, hört die feinsten Töne in der Stadt!
# 506 |
25.10.2010 16:09:54 |
Carmen K. schrieb:
zur 604. Depesche
dem gesundheitlich angeschlagenen Herrn Bauer gute Besserung, sofern er tatsächlich von Krankheit geplagt ist. Und dazu noch einen gegoogelten Therapievorschlag: Oft hilft im Akutfall auch eine Fastenkur von sieben bis zehn Tagen!
Joe:
Dachte, wenn ich mich wahrheitsgemäß krank melde, stoppt das Quälkommando.
# 505 |
24.10.2010 11:42:45 |
huno schrieb:
Hallo Joe,
handelt es sich bei dem Ergebnis der Blauen um ein vom Veranstalter genanntes oder sind die Zahlen von der Polizei bestätigt? Ich hoffe nach wie vor, dass die Punkte der Regionalligatabelle vom Veranstalter stammen und von der Polizei noch nach oben korrigiert werden, da viele Blaue dann ja evtl. Befürworter sind.
Joe:
Blaue Götter kennen nur Gerechtigkeit.
# 504 |
24.10.2010 09:24:37 |
petro schrieb:
@ #503
Das ist ein origineller Beitrag von Herrn Walz, man findet kaum ein Stuttgart-Blog, das so gut geschriebene & unterhaltsame Kommentare hat. Darauf ein Resist! Weiter so!
Joe:
Genau. Erst schreiben, dann wieder schlucken...
# 503 |
20.10.2010 17:35:31 |
Dieter Walz schrieb:
Zur 599. Depesche vom 16.10.
Auf der Halbhöhe der Zeit
Ja, dass fuchst die Methusalems unserer seit 57 Jahren tätigen Regierungs-Partei schon gewaltig, dass gerade der bodenständige Teil der Halbhöhe nicht mehr mitmachen will. Das hat sich schon angekündigt als unsere entwurzelten, alle Werte zur Disposition stellenden Globalisierungsnomaden mit ihren Cross-Boarder-Leasing-Geschäften Global-Playerles spielen wollten. Da haben schon viele des Partei-Fußvolks das Cross gemacht. Da war die Border erreicht. Aber man hat, wie gewohnt, die Oberen noch mal machen lassen.
Aber jetzt hocken da viele an den Hängen und würgen - angesichts einer Politik, die per geleastem Sprühstrahl angeblich Rech und Ordnung schaffen wollte. Das ging bekanntlich voll ins Auge. Die Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenn man sich ausnahmsweise mal auf der anderen Seite engagiert, hat jetzt wohl doch viele der verbliebenen Wertkonservativen dazu gebracht, endlich auf der Halbhöhe der Zeit anzukommen.
Joe:
Inzwischen sind die Herrschaften vom halbkriminellen Klärwerksgeschäft ins sogenannte Grundwassermanagement vorgedrungen - irgendwie sind die da oben mit Blick auf die Hügel und die Ehre doch die da unten.
# 502 |
19.10.2010 22:44:12 |
christophSchneckenaichner schrieb:
Hundespazierganggedanken: Ein besonders gelungenes Zeitersparnis-Bauwerk könnte die Verbindung von Botnang zur Solitude sein. Der Botnanger Endbahnhof, der natürlich tierfergelegt werden müsste, könnte dann endlich aus allen Himmelsrichtungen gleichzeitig angefahren werden. Somit würde sich endlich die wichtige Transversale von Mühlacker nach Mühldorf schließen und die Longitudinale von London nach Rom kann vollendet werden. Mr.Bahn hat nicht zufällig heute auf dem Londoner Bahnhof den ICE(geschoben von einer englischen Lok) begrüsst. Er verwendete die denkwürdigen Worte: '... von Zity zu Zity...', um zu verdeutlichen, welchen Stellenwert der Botnanger Jahrtausend-Bahnhof haben wird.
Zu fällen gäbe es Hunderte von Bäumen, sollten sich Baumschützer einfinden hätten Wasserwerfer sogar Wasser zum Nachtanken. Nachteilig wäre einzig und allein, dass die Bäume noch nicht so alt sind, demnach auch nicht so wertvoll, sicher findet sich eine seltene Moosart oder Flechte, die von Ausrottung bedroht wäre - käme die Bahn. Bei der Grundsteinlegung könnten CDU-Abgeordnete Tucholsky falsch zitieren und es gäbe halbe Brezeln vom berühmtesten Bäcker Stuttgarts, der subversiv, wie er ist, in den Teig Rhizinus-Öl eingearbeitet hätte, damit sich die Befürworter schnellstens entleeren müssten um deren Leere im Hirn auch in tieferen Regionen zu spüren. Nicht zu vergessen den einzig klugen und mutigen Menschen, der mit Zeitungsartikeln dagegen anschreibt aber mit infamsten und dümmsten Leserbriefen beworfen werden darf.
Joe:
Werfen tut keiner. Sie nehmen den fortschrittlichen Postweg.